Schaunbergalm

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Schaunbergalm
Kaskessl und Tischherd in der Schaunbergalm
Gekühlte Almbutter, mit unterschiedlichen Buttermodeln geformt
Reifende Pinzgauer Almkäselaibe im Kaskeller der Schaunbergalm

Die Schaunbergalm ist eine Alm mit Gastbetrieb im Mühlbachtal (Hohe Tauern) bei Niedernsill im Oberpinzgau.

Lage

Die Schaunbergalm liegt auf 1.672 m ü. A. im Mühlbachtal. Es handelt sich um die in Landkarten als Schaunberg-Mitteralm bezeichnete Alm. Es gibt auch eine Schaunberg-Grundalm und die Schaunberg-Hochalm, wo ebenfalls Almgebäude stehen, die jedoch verpachtet (Grundalm), bzw. verkauft (Hochalm) wurden.

Erreichbarkeit

Die Alm ist auf einem gut ausgebauten, jedoch mit dem PKW nur für Anrainer benutzbaren Güterweg von Niedernsill aus zu erreichen. Von der Parkmöglichkeit am Eingang des Mühlbachtales sind zwei Stunden Gehzeit angeschrieben. Flotte Wanderer schaffen den Weg zur Alm, der an der Seppinger-Grundalm, an der Schaunberg-Grundalm und an der Hackl-Grundalm vorbeiführt, allerdings auch in 1 ½ Stunden. Der Güterweg ist offiziell auch mit Mountainbikes befahrbar und gut als anspruchsvolle Bergauf-Nordic-Walking-Strecke geeignet.

Wegbeschreibung

Das Mühlbachtal ist nicht bei allen Wanderern beliebt, da der Weg bis zum offenen Almgelände durch das meist enge, waldreiche Mühlbachtal führt. Wer an dieser Gelände- und Vegetationsform keinen Gefallen finden kann, für den mag sich der Weg gefühlsmäßig etwas in die Länge ziehen. Auch ist das Mühlbachtal nicht so spektakulär und auch nicht so bekannt wie die weiter westlich liegenden Tauerntäler Stubachtal, Habachtal oder Krimmler Achental. Das hat aber auch seine Vorteile.

Flotte Wanderer erreichen in einer Wegstunde die Seppinger-Grundalm, langsamere in eineinhalb Stunden. Ab nun öffnet sich das Tal und gibt den Blick auf Almweiden, Almgebäude, Weidetiere und die umliegende Bergkulisse frei. Von der Seppinger-Grundalm führt der Weg weiter zur Schaunberg-Grundalm, zur Hackl-Grundalm und erreicht schließlich die Schaunbergalm, früher Schaunberg-Mitteralm genannt.

Lebendige Almwirtschaft

Die Schaunbergalm gehört zum Schaunberghof in Hummersdorf bei Piesendorf. Almleute sind der Alt-Altbauer Hans, 102 Jahre alt, der annähernd 60 Sommer seines langen Lebens auf der Alm verbracht hat, und sein Sohn und dessen Frau, das Altbauernehepaar. Gelegentlich werden sie von den Enkeln unterstützt.

Sie halten Milchkühe der Rasse Pinzgauer Rind und stellen aus ihrer Milch Almbutter und Pinzgauer Almkäse her. Beide Produkte werden nicht nur als Bestandteil der Almjause verkauft, sondern können von Gästen auch in kleineren oder größeren Portionen erworben und mitgenommen werden.

Die Molke wird – soweit sie nicht im Gastbetrieb verkauft wird – den Hausschweinen verfüttert. Das knappe Dutzend Schweine hat freien Auslauf und genießt den Almsommer sichtlich in vollen Zügen. Es kann dabei beobachtet werden, wie ein sog. „Sauhaufen“ entsteht. Sauhaufen ist hier nicht als Schimpfwort zu verstehen, sondern beschreibt die Rast, die ein Dutzend Schweine, das sich frei bewegen kann, zum Zwecke der Ruhe nach dem Fressen einlegt und dabei sattes Wohlbehagen ausstrahlt.

Zu den auf der Alm befindlichen Haustieren zählen auch die fuchsfärbigen Pinzgauer Noriker des Schaunberg-Heimhofes, hofeigene Jungrinder und der Treibhund, eine einjährige Boarder-Colly-Hündin, die noch nicht recht weiß, ob sie „folgen“ soll oder nicht. Sie hat sichtlich ein spezielles Verhältnis zu den Schweinen, trinkt – wenn sie trinken – auch gerne etwas Molke aus ihrem Koben und zwickt sie gelegentlich auch in das Hinterteil. Offenbar handelt es sich um „ihre“ Herde, die sie gern etwas piesackt.

Die Almgebäude bestehen aus dem Wohntrakt mit Küche und Gastraum zu ebener Erde und den Betriebsräumen zur Herstellung und Lagerung von Butter und Käse im Kellergeschoß. An dessen Rückseite ist der Wirtschaftstrakt mit dem Melkstall im rechten Winkel angebaut. Der ein „T“ mit langem Querbalken formende Gebäudekomplex ist mit einem Legschindeldach (kein Schwerdach) eingedeckt. Vor dem Wohntrakt befindet sich eine eingezäunte große Terrasse mit vielen Sitzplätzen. Von hier aus bietet sich ein schöner Blick Richtung Talschluss auf Kleetörl und Jaggeser.

Die kleine Karte bietet alles, was man sich von einer Alm mit Gästebetreuung an Stärkung erwartet und erfreut darüber hinaus mit Eigenprodukten wie Milch, Molke-Getränken, Käse und Butter.

Es zahlt sich aus, sonst übliche Wege glegentlich durch das Erwandern neuer Ziele zu ersetzen.

Bildergalerie

Quellen

  • Eigenartikel von Christina Nöbauer nach Besuch der Alm und Gesprächen mit den Almleuten.
  • 3220 – Ost Saalbach, Österreichische topografische Karte, 1:25 000