Nachheuen

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Nachheuen auf einer steilen Bergwiese in Uttendorf im Oberpinzgau

Das Nachheuen ist eine zunehmend abkommende Arbeitstechnik im Rahmen der Heuernte und der Grummeternte.

Beschreibung

Nachdem das mit dem Mähwerk geschnittene Futtergras nach mehreren Arbeitsschritten trocken ist wird es maschinell aufgezeilt, mit dem Ladewagen vom Boden aufgenommen und in die Scheune gebracht. Dabei bleiben Heu-, bzw. Grummet-Reste auf der abgemähten Wiese zurück. Diese wurden traditionell mit dem Holzrechen aufgesammelt und einer noch nicht aufgenommenen Zeile hinzugefügt. Das Nachheuen war Aufgabe der Kinder oder älterer Familienmitglieder. Es bezweckte einerseits die größtmögliche Ernteausbeute und diente andererseits der gebotenen Ordnung. Das Nachheuen wurde je nach Person, nach wetterbedingt gebotener Eile und je nach der in der jeweiligen Familie herrschenden Arbeitskultur als lästig, als langweilig, als lustig, als befriedigend oder auch als meditativ empfunden.

Das Nachheuen erforderte je nach Fläche Handarbeit von einer oder von mehreren Personen, die heute oft nicht mehr zur Verfügung stehen. Auch wird in der Gegenwart solchen verhältnismäßig kleinen Heuresten, die auf der Wiese liegen bleiben und dort verrotten, weder vom Ertrag noch von der Ordnungsliebe her soviel Bedeutung zugemessen, wie es früher der Fall war.

Quellen