Römerzeitlicher Hortfund

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Beim Grundaushub für ein Wohnhaus wurde 1952 in Zell am See im Pinzgau ein römerzeitlicher Hortfund gemacht.

Vorwort

Die Stadt Zell am See befindet sich im Mündungsbereich des Schmittenbachs am Ufer des Zeller Sees. Im Laufe der Jahrhunderte überschwemmte dieser Bach den Ort immer wieder. Jede Überflutung brachte Schlamm und Geröll mit sich. Auch wenn nach jedem Hochwasser das Gröbste weggeräumt wurde, stieg das Bodenniveau mit den Jahren an, was im Bereich der Stadtpfarrkirche St. Hippolyth sehr gut zu erkennen ist. Wenn auf dem Schwemmkegel des Schmittenbaches vor- oder frühgeschichtliche Siedlungen bestanden haben, hat daher der Schmittenbach jede Spur vernichtet.

Da Zell am See aber verkehrsmäßig am Kreuzungspunkt zweier maßgeblicher inneralpiner Verkehrswege liegt, ist jedenfalls anzunehmen, dass im Nahbereich des heutigen Stadtzentrums vor- und frühgeschichtliche Siedlungen bestanden haben. Drei archäologische Funde im Stadtgebiet - jedoch nicht vom Bereich des Schwemmkegels - belegen diese Annahme. Der wichtigste ist ein römerzeitlicher Hortfund aus dem Jahr 1952.

Fundumstände

Peter Brandstätter stieß im September 1952 auf diesen Hortfund, als er an der Berglehne des Fuchslehens in der Bergstraße Nr. 9, am Westhang, südlich des kleinen Ebenbergbaches, den Grund für ein Wohnhaus ausheben ließ. (Anm.: Das Fuchslehen ist ein Bauerngut, das an der orografisch linken Seite des Schmittenbaches nordwestlich oberhalb der Stadt liegt.)

Fundgegenstände

Der Fund brachte römisches Tafelgeschirr zum Vorschein. Darunter befanden sich fünf Bronzegefäße, bestehend aus zwei Kannen, einer Kasserolle, einem Krug und einer Schale. Auf der Kasserolle fand sich ein Fabrikationsstempel von Capua. Die Schale ist das schönste Stück. Sie trägt auf ihrem Boden ein Medusenhaupt mit Schlangenhaaren. Der Krug weist ebenfalls drei Figuren auf. Er stammt aber aus einer anderen Werkstatt. Das Geschirr war bereits sehr abgenutzt, was darauf hinweist, dass es nicht mehr im Gebrauch befindlich, sondern zum Einschmelzen bestimmt war.

Zeitstellung

Dr. Martin Hell hat diesen Hortfund untersucht und kam zu dem Schluss, dass das Geschirr aus der römischen Kaiserzeit stammt. Die Fundgegenstände wurden aufwändig restauriert und befinden sich in Privatbesitz.

Quellen