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Pinzgau

Landschaftsbild
Blick von den Pinzgauer Grasbergem über das Zeller Becken hin zu den Hohen Tauern und ins obere Saalachtal.
Karte
TennengauSalzburgFlachgauPongauLungauPinzgauLage des Pinzgau im Land Salzburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz: Zell am See
Fläche: 2 642,26 km²
Einwohner: 87 257
(1. Jänner 2018)
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner
je km²
Unselbständig Beschäftigte: 36 376 (2013)
KFZ-Kennzeichen: ZE
Website:

Der Pinzgau ist ein Bezirk im Südwesten des Bundeslandes Salzburg. Als politische Verwaltungseinheit wird er in der Regel als Bezirk Zell am See bezeichnet. Im alltäglichen Sprachgebrauch herrscht aber der ursprüngliche Begriff vor.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Bezirk Zell am See (Pinzgau) ist flächenmäßig der größte Salzburger Bezirk. Er grenzt im Osten an den Pongau, im Norden und Osten an den bayrischen Landkreis Berchtesgadener Land, im Westen an die Nordtiroler Bezirke Schwaz und Kitzbühel, sowie im Süden an das zu Italien gehörende Südtirol, den Osttiroler Bezirk Lienz und den Kärntner Bezirk Spital an der Drau. Der Pinzgau wird traditionell in die drei Teilregionen Oberpinzgau, Unterpinzgau und Mitterpinzgau unterteilt.

Bevölkerungsentwicklung

Zwischen 2001 und 2010 haben folgende Gemeinden einen teilweise starken Einwohnerrückgang erlebt: Knapp zehn Prozent weniger Einwohner im Vergleich hat Fusch an der Großglocknerstraße, dahinter kommen Lend, mit größerem Abstand Maria Alm am Steinernen Meer, St. Martin bei Lofer, Viehhofen, Dienten am Hochkönig, Taxenbach, Krimml, Saalbach-Hinterglemm, Mittersill, Hollersbach im Pinzgau, Rauris, Neukirchen am Großvenediger, Unken, Lofer und Wald im Pinzgau.

Annähernd gleich blieb die Einwohnerzahl in Zell am See, Bruck an der Großglocknerstraße, Weißbach bei Lofer und Uttendorf.

Zugelegt in der Bevölkerungszahl haben in der Reihenfolge Bramberg am Wildkogel, Kaprun, Niedernsill, Leogang, Stuhlfelden, Saalfelden am Steinernen Meer, Maishofen und Piesendorf.

Vergleich Entwicklung 2002–2011

Die Region "Oberes Saalachtal" (Saalfelden am Steinernen Meer, Saal­bach-Hinterglemm, Leogang, Maishofen und Viehhofen) konnte zwischen 2002 und 2011 mit plus 3,1 Prozent ein stabiles Bevölkerungswachs­tum verbuchen. In der "Planungsregion Un­terpinzgau" (Dienten am Hochkönig, Lend, Rauris und Taxenbach) gab es dagegen ein kräftiges Minus von 4,6 Prozent. Am schlimms­ten betroffen war Lend mit mi­nus 10,1 Prozent.

Im Unteren Saalachtal (Lofer, St. Martin bei Lofer, Unken und Weiß­bach bei Lofer) glichen sich die Zahl der Geborenen und die Zahl der Gestorbenen exakt aus. Die Be­völkerungsveränderung in die­ser Region kam rein durch Wanderungen zustande. Diese Bilanz fiel negativ aus: 72 Men­schen weniger als 2002 lebten zu Beginn 2011 in den vier Or­ten. Das ergibt ein Minus von l,3 Prozent. Zudem ist hier der Jugendanteil (unter 20-Jährige) mit 21,1 Prozent unterdurch­schnittlich.

Schlecht schneidet bei die­sem Wert das Zeller Becken (Bruck an Großglocknerstraße, Fusch an der Großglocknerstraße, Kaprun, Piesen­dorf und Zell am See) ab. Hier liegt der Wert bei 20,5 Prozent (Landesschnitt 21,4). Dennoch gab es ein Bevölkerungswachs­tum von 0,4 Prozent. Im Oberpinzgau ergibt sich ein umgekehrtes Bild: Mit 23,1 Prozent ist der Jugendan­teil relativ hoch. Dennoch ver­ringerte sich die Bevölkerung um 0,5 Prozent. Besonders sig­nifikante Rückgänge gab es da­bei in Mittersill mit 2,9 Prozent (um 159 Einwohner weniger).

Gemeinden

Geschichte

 
Saalfelden am Steinernen Meer
Am Schauplatz: Geld versetzt Berge vom 21.11.2019, über Projekte von Chalet-Dörfer und Aparthotels im Pinzgau, 48 Min. Video
 
Niedernsill, Lengdorf, Blick Richtung Norden
 
Mittersill
 
Landschaft bei Bramberg im Oberpinzgau

Nach dem Historiker Fritz Moosleitner ist der Name Pinzgau vom keltischen Stamm der Ambisonten abzuleiten[1].

Im Jahr 923 werden die Grafschaften Ober-, Mittel- und Unterpinzgau in Urkunden erwähnt. Ursprünglich war der Pinzgau ein Teil des Herzogtums Bayern.1328 kam er unter die Herrschaft der Salzburger Erzbischöfe bis zum Ende des geistlichen Fürstentums 1803. Nachdem der Pinzgau kurze Zeit wieder unter bayrischer Verwaltung stand, kam er 1816, wie ganz mit Salzburg zu k.k. Österreich unter die Landesverwaltung von Oberösterreich. Mit der Entstehung eines eigenen Kronlandes Salzburg 1848 kam der Pinzgau zu Salzburg. Die Bezirkshauptmannschaft war 1850 bis 1854 in Saalfelden am Steinernen Meer untergebracht und kam dann nach Zell am See.

Ein Kuriosum hatte der Pinzgau: die Chinesen-Stadt Piesendorf.

Wirtschaft

Fremdenverkehr

Der Pinzgau ist neben der Stadt Salzburg der wichtigste Bezirk des Salzburger Fremdenverkehrs. Das Zentrum bildet die Urlaubsregion Zell am See - Kaprun mit dem Zeller See und dem Ganzjahreskigebiet unterhalb des Kitzsteinhorns. Das Salzburger Saalachtal wird für den Fremdenverkehr vom Tourismusverbandes Salzburger Saalachtal vermarktet. In diesem Bereich sind das Glemmtal mit dem Tourismusverband Saalbach Hinterglemm und im Winter mit dem Skicircus Saalbach-Hinterglemm-Leogang und die Urlaubsregion Saalfelden-Leogang mit Schwerpunkt Mountain Biking im Sommer zu erwähnen.

Eine einzigartige Attraktion stellt der Nationalpark Hohe Tauern dar. Unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in diesem Nationalpark seinen die Krimmler Wasserfälle und die Großglockner Hochalpenstraße genannt.

Chaletdörfer, Liftprojekte, Umwidmungen

Gegen Ende der 2010er-Jahre tauchen immer mehr Fälle auf, in denen landwirtschaftliche Flächen in Bauland umgewidmet wurden und nun mit Chalet-Dörfern und Aparthotels bebaut werden. Die Besitzer dieser Anlagen sind meist Ausländer. Besonders Aufsehen erregte im Spätherbst 2019 das Hotelprojekt beim Wasenmoos am Pass Thurn‎, bei dem die Wohneinheiten ab 5,1 Millionen Euro kosten sollen und der Käufer noch einen E-Porsche Taycan gratis dazu erhält. Die Sendung "Am Schauplatz" vom 21. November 2019 (siehe Video) hatte einige dieser Fälle im Oberpinzgau recherchiert und unglaubliche Details aufgedeckt.

Daten & Fakten

Anzahl Übernachtungen im Mai und Juni 2011[2]

  • Pinzgau: 759 421 (+ 3,67 % zu 2010)
  • Saalachtal: 36 163 (+ 3,31 % zu 2010)
  • Nationalpark Hohe Tauern: 240 643 (- 3,16 % zu 2010)
  • Zell am See - Kaprun: 202 615 (+ 13,82 % zu 2010)

Einzelne Daten:

Gebiet Mai Veränderung zu 2010 Juni Veränderung zu 2010
Saalachtal 67 327 - 36,67 % 248 836 + 24,59 %
Nationalpark 62 552 - 34,29 % 178 091 + 16,16 %
Zell am See - Kaprun 55 982 + 13,82 % (Quelle dürfte hier falsche Zahl haben: 55 982) + 32,12 %

Unterkunft (Auswahl)

Entwicklung Arbeitslose

  • 2001: 7,0 %
  • 2013: 6,5 %

Kultur

Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele (Auswahl)

Museen

Immaterielles UNESCO-Kulturerbe

Das Heilwissen der Pinzgauerinnen, vertreten durch den TEH-Verein, wurde Immaterielles UNESCO Kulturerbe.

Persönlichkeiten

Patron des Pinzgaus

Als Bezirkspatron gilt Vitalis.

Siehe auch

Literatur

Bilder

  Pinzgau – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
  Pinzgau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Bildlink

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle Salzburgwiki-Artikel Biberg und dortige Quellen
  2. Quelle Salzburger Woche, Ausgabe Pinzgauer Nachrichten, 11. August 2011
Salzburger Bezirke