Stadtmauerreste bei Umbauarbeiten entdeckt

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Stadtmauerreste - Wehrturm und Mauer führen durch Großgasthof Sternbräu in der Salzburger Altstadt, die beim Umbau im März 2013 entdeckt wurden.

Die Funde

Die Reste einer der Salzburger Stadtmauern sind 50 Meter lang und 3,5 Meter hoch. Sie sollen nach dem Umbau des Sternbräu präsentiert werden.

Seit einigen Wochen läuft der Umbau des Sternbräu an der Griesgasse. Unter all dem Schutt ist ein historischer Schatz zutage gekommen. Dort, wo vor wenigen Wochen noch Gasthausbetrieb herrschte, finden sich Reste aus der Zeit der zweiten Stadtbefestigung von 1465 bis 1480.

Archäologe Peter Höglinger sagt: „Überraschend war das nicht. Wir wussten, dass ein Teil der Stadtmauer durch das Sternbräu verläuft. Allerdings ist die Dimension eine Überraschung. Die Stadtmauer ist 50 Meter lang und über weite Strecken sehr gut erhalten geblieben.“ Schon damals habe man auf Ästhetik geachtet. Die Mauer sei auf den sichtbaren Seiten mit größeren Steinen gebaut und innen mit kleinen Steinen aufgefüllt.

Die alte Wehrmauer als Außengrenze der Stadt vor rund 550 Jahren führt unter der einstigen Sternbräu-Küche in den daneben angrenzenden Bürgersaal. „Die Mauer geht etwa dreieinhalb Meter nach unten und ist rund 1,6 bis 1,8 Meter breit. Da, wo heute der Verkehr in der Griesgasse fließt, war damals unverbautes Gebiet, Wiesen und Felder“, sagt Höglinger. Um 1700 sei die zweite Stadtbefestigung weitgehend verschwunden, da Fürsterzbischof Paris Graf Lodron weiter draußen die großen Stadtbefestigungen habe bauen lassen.

Das Sternbräu wird erstmals 1542 erwähnt. Wahrscheinlich habe man die Stadtmauer beim Bau auf diese Höhe gekappt, vermutet Höglinger. Neben der Mauer ist zwischen Bürgersaal und Sterngässchen ein alter, halbrunder Wehrturm mit einem Innendurchmesser von sechs Metern aufgetaucht. „Im Grundriss ist der Turm erhalten. Es hat hier wohl eine kleine Tordurchfahrt gegeben“, schildert der Archäologe.

Die alte Stadtmauer soll nach dem rund 18 Monate dauernden Um- und Neubau des Sternbräu in ihrer Form erhalten bleiben und wenn möglich auch präsentiert werden. Das Einvernehmen mit Bauherrn und Planern sei gut, schildert Höglinger. „Dieser Fund ist bemerkenswert. Es ist ein Alleinstellungsmerkmal. Zwar ist es eine große Herausforderung für die Planung, aber es würde sich sicher lohnen.

Quelle