Wilderei

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Wilderei ist keine verklärte, romantische, nostalgische Angelegenheit vergangener Zeiten. Sie findet auch noch im 21. Jahrhundert statt.

Geschichtliches[1]

Die Wilderei wurde bis vor dem Zweiten Weltkrieg als Kavaliersdelikt angesehen. Ein Wilderer galt als verwegener, schneidiger Kerl. Konflikte zwischen Wilderern und Jägern hat es immer wieder gegeben. Während sich die Jäger als Hüter und Betreuer des Wildes sahen, nahmen die Wilderer das Recht für sich in Anspruch Wild zu schießen, mit der Begründung "der Herrgott hat es für alle geschaffen".

Es gab verschiedene Typen von Wilderern. Einerseits die jungen Burschen, die den Mädchen imponieren wollten, andererseits den leidenschaftlichen Wilderer, der seine Jagdleidenschaft auslebte und den Wilderer, der aus Not zur Büchse griff um seine Familie zu ernähren. Wobei sich aber alle bewusst waren, dass es sich bei der Wilderei um Diebstahl handelte.

Gefährlich waren jene Wilderer, die aus Gewinnsucht alles schossen und beim Zusammentreffen mit einem Aufsichtsorgan auch nicht davor zurückschreckten von der Waffe Gebrauch zu machen. Solche Auseinandersetzungen hatten aber selten einen tödlichen Ausgang.

Allgemeines

Es gab 2009 eine auffällige Steigerung bei Anzeigen und Verfahren gegen Wilddiebe und Schwarzfischer. Dabei fällt vor allem bei der Wilderei auf, dass immer mehr Wilderer nur auf die Trophäen aus sind, die Kadaver aber liegen lassen. Sogar aus Autos werde geschossen und grausam die hinterhältige Schlingenlegerei.

Besonders die Gebiete im Bezirk Lilienfeld, Niederöstereich und im Kärntner Lavanttal sind derzeit von Wilderei betroffen. Hochburgen sind aber Tirol und Salzburg. 2009 gingen 77 Anzeigen in Innsbruck und 55 in Salzburg ein, 52 in St. Pölten, 42 in Wels; 60 % Prozent gingen auf das Konto der Wilderei und 40 Prozent auf das Konto der Schwarzfischerei. 2008 gab es Österreich weit 376 Anzeigen, 2009 bereits 507, was einer Steigerung von 35 Prozent entspricht. Allerdings gab es bei den 507 Anzeigen dann nur 43 Strafverfahren 47 ausgeforschte Beschuldigte, von denen ebenfalls nur eine geringe Zahl, nämlich 16, mit rechtskräftigen Verurteilungen endeten. 144 Verfahren wurden eingestellt.

Zwischen 2000 und 2009 gab es in ganz Österreich 357 Verfahren mit 120 rechtskräftigen Verurteilungen. Bisher gab es bereits 58 Diversionsangebote, das sind außergerichtliche Regelungen, die das neue Strafrecht ermöglicht.

Auch ausländische Wilderer treiben in Österreich ihr Unwesen. An der Spitze liegen die Rumänen, von denen man bereits 18 erwischt hat.

Salzburg

In Salzburg gab es 2008 (55) gegenüber 2007 (24) mehr als doppelt so viele Anzeigen. Daraus folgten zwölf Strafverfahren mit vier Verurteilungen.

Im Pongau gibt es laut Bezirksjägermeister Jakob Rohrmoser nur selten Fälle von Wilderei. Häufiger ist man im Flachgau damit konfrontiert. Dort gab es in der Vergangenheit Fälle, in denen Wilderer von einem Auto aus mit Kleinkalibergewehren auf das Wild geschossen hatten.

Weblinks

Quelle

Fußnoten

  1. Quelle Ortschronik der Gemeinde Wagrain, Band I