Wolfgang Farkas

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Dr. Wolfgang Farkas ist praktischer Arzt, Sprengelarzt und Notarzt aus Piesendorf im Pinzgau und war beim Unglück in der Untersberger Höhle Riesending im Juni 2014 dabei.

Wie der Arzt seinen Einsatz in der Höhle erlebt hat

Farkas, der bei der Rettungsaktion für den im Untersberg wartenden verletzten Forscher als einer der ersten Helfer eingestiegen war, bezeichnete den Einsatz als "absolute Extremsituation".

In einem Zeitungsinterview schilderte der Arzt die Gründe für seine Umkehr auf halber Strecke. "Ich stieg mit mehreren Kollegen ein. Wir sind ungefähr bis in eine Tiefe von 480 Metern gekommen, also kurz vor das zweite Biwak", sagte Wolfgang Farkas. "Vor dieser Station ist eine Stelle, an der man einen Wasserfall durchqueren muss. Wäre ich dort durchgegangen, wäre ich ziemlich nass geworden. Zum dritten Biwak - ich hätte mich erst dort aufwärmen können - wären es ab diesem Punkt noch drei Stunden gewesen. An dieser Stelle musste ich erkennen, dass ich das nicht mehr schaffe", sagte der Arzt, der vor dem Einstieg schon den ganzen Tag als Notarzt im Hubschraubereinsatz gestanden war.

"Was ich erlebte überstieg alles, was ich bisher sah", wurde der Arzt in einem weiteren Bericht zitiert. "Es ist eine Forscherhöhle, dunkel, kalt und nass. Es ist unmöglich, aufrecht zu gehen", sagte der Piesendorfer.

"Habe höchsten Respekt vor meinen Kollegen"

Farkas wies auch auf den mentalen Aspekt hin: "Wenn man solch enormen körperlichen Strapazen ausgesetzt ist, kann man sich auch nicht mental auf die Situation einstellen. Als Notfallmediziner will man immer so schnell als möglich zu einem Patienten. Aber dieser Gedanke ist hier fehl am Platz. Es braucht Zeit. Vielleicht, wenn ich zwei Wochen Vorbereitungszeit gehabt hätte, dann hätte ich es geschafft. Man kann sich das auch so vorstellen: Sie nehmen eine Person, die ab und an wandern geht, und sagen zu ihr, wir gehen morgen auf die Eiger Nordwand. Das wird nicht funktionieren. Es heißt nicht umsonst, dass das Riesending eine der extremsten und schwierigsten Höhlen ist. Ich habe höchsten Respekt vor allen meinen Kollegen."

Quelle