Andrea Huber (Konradinum)

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Andrea Huber

Andrea Huber (* 8. März 1963 in der Stadt Salzburg) ist Leiterin des Konradinums.

Vorgestellt

Vorgestellt ist eine Beitragsreihe in den Salzburger Nachrichten. Das Salzburgwiki hat hier den Originaltext übernommen. Dieser kann wiederholende Teile zu obigem Lebenslauf enthalten, sollte aber im Sinne eines Zeitdokuments nicht korrigiert werden.


Andrea Huber weiß, wie sie die junge Frau im Rollstuhl zum Lachen bringt. Sie stampft mit den Füßen und tut so, als ob sie stolpern würde. Dabei lacht sie selbst so fröhlich, dass es ansteckend sein muss. Sie sei gerade dabei, alle Bewohner kennenzulernen, sagt die neue Chefin des Konradinums. In dem Heim im Ortszentrum von Eugendorf leben 35 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit schweren geistigen und körperlichen Behinderungen.

Die wohnhafte Eugendorferin führt in die Wohnräume der Regenbogen-Gruppe. Abgewohnt schauen sie aus, die Raumverhältnisse wirken beengt. "Die Betten sind uralt, ich hab schon neue bestellt", sagt Huber fast entschuldigend. Das ganze Haus sei zu renovieren, ein größerer Lift notwendig. Auch einen Anbau hat sie schon vor Augen. "Ich will es heimeliger machen, mehr Farbe hereinbringen. Es ist das Zuhause unserer Bewohner, wir sind für viele Familienersatz."

Eine Wende in ihrem Leben war ausschlaggebend dafür, dass sie sich im vergangenen Jahr um die Konradinum-Leitung beworben hat. "Nach meiner Scheidung wollte ich etwas Neues machen", erzählt Huber. Die Zeit der Trennung von ihrem Mann sei schwierig gewesen, man müsse sich von vielem verabschieden, etwa von der Vorstellung, gemeinsam alt zu werden. "Aber ich habe das gut bewältigt. Es hat sich für mich bewahrheitet, dass man aus jedem Rückschlag stärker hervorgeht."

Beim Rundgang durch das Haus, das sie seit Februar 2010 leitet, quillt sie über vor Ideen. Ein wenig bremst sie sich dann auch selbst ein, indem sie sich vorsagt, "es kann alles nur Schritt für Schritt umgesetzt werden". Denn ohne die Hilfe von Sponsoren seien die Pläne nicht zu verwirklichen.

17 Jahre hat Huber in der Sozialabteilung des Landes gearbeitet, zuletzt im Behindertenreferat. "Im Konradinum kann ich die Erfahrung aus meiner jahrelangen Arbeit mit Behinderten mit Personalführung verbinden. Das ist für mich die Herausforderung." Gemeinsam mit den Mitarbeitern wolle sie das Haus verändern, offener machen, besser im Ort integrieren. "Es gibt immer noch sehr viele Berührungsängste."

Wie geht sie mit den schweren Schicksalen ihrer Schützlinge um? Ist das belastend oder bedrückend für sie? Eine Frage, die sich für Andrea Huber so nicht stellt. "Wenn das so wäre, müsste man den Job wechseln."

Eine frühere Kollegin, Gerlinde Brandstetter, sagt: "Die Arbeit passt gut zu Andreas Persönlichkeit, sie ist sehr sozial und kann gut mit Menschen umgehen. Ich denke mir, sie hat das Gefühl, sie kann etwas tun für die Leute. Das ist für sie sicher befriedigend."

Quelle