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Andrea Rieder

Andrea Rieder

Andrea Rieder (* 1962, aufgewachsen in Bramberg, Pinzgau) ist Lehrerin, Bäuerin und Mitbebründerin des "Hollersbacher Kräutergartens und Bienenlehrpfad".

Leben

Nach der Schule war Andrea Rieder zehn Jahre lang Lehrerin für Werken und Hauswirtschaft, bevor sie mit ihrem Mann Martin einen Bauernhof übernahm. Die beiden haben vier erwachsene Kinder.

Vorgestellt

Kräuter können schmecken, heilen, vorbeugen und färben. Und Andrea Rieder aus Hollersbach im Pinzgau ist überzeugt, dass sie auch gut für die Seele sind. "Wenn man an einem Zitronenthymian riecht, dann kann man nicht mehr böse schauen", sagt sie.

Ein Gespräch mit Andrea Rieder hat die gleiche Wirkung wie Zitronenthymian. Die Frau strahlt Lebensfreude aus. Vielleicht liegt es an ihrem intensiven Umgang mit den Kräutern, oder daran, dass sie mit niemandem auf der Welt tauschen möchte, wie sie sagt.

Dabei müsste sie eigentlich gestresst sein, bei dem, was sie alles macht. Sie ist Bäuerin und bietet Urlaub am Bauernhof an. Und daneben betreut sie den großen Kräutergarten in Hollersbach, macht dort Führungen und leitet Seminare.

Bis vor einigen Jahren baute der Kosmetikkonzern Yves Rocher in Hollersbach Kräuter an. Als er sich zurückzog, wollte man den Garten erhalten. Rieder gründete mit Josef Stöckl den Verein "Hollersbacher Kräutergarten und Bienenlehrpfad". Mit vielen Helfern in der Gemeinde hat sie aus der ehemaligen Plantage mitten im Ort einen Lehrgarten gemacht. Auf einem Hektar Fläche werden etwa 500 Pflanzenarten (einschl Pflanzensorten) präsentiert und erklärt.

Arbeit gibt es das ganze Jahr. "Im Winter schreibe ich Vereine und Schulen an. Jetzt beginnen wir mit dem Jäten und pflücken Wildkräuter. Ab Ende Mai ernten wir die Kräuter im Kräutergarten. Daraus machen wir unter anderem Salben, Salze, Tees und Essig. Einen Teil brauchen wir für die Kurse, in denen wir den Leuten zeigen, was sie mit den Kräutern machen können." Das Kräuterwissen der Großeltern sei bei den Jungen wieder sehr gefragt, sagt sie. "Vor allem Kinder sind begeistert. Und wenn man ihnen zeigt, wie Spitzwegerich gegen Insektenstiche hilft, geben sie diesen Wissen weiter."

Andrea Rieder macht alles ehrenamtlich. "Es war nicht vorhersehbar wie viel Arbeit das ist. Es hat uns einfach erwischt", sagt sie. "Und dann kann man nicht mehr aus. Wenn jeder seinen Teil in der Gesellschaft beiträgt, dann funktioniert es."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Anton Kaindl)