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Bauerngarten

Bauerngarten im Salzburger Freilichtmuseum
Rittersporn am Zaun eines Bauerngartens im Salzburger Freilichtmuseum
Fingerhut am Beetrand eines Bauerngartens am Taxenbacher Sonnberg
Blumen im Garten von Theresia Oblasser, Altbäuerin am Taxenbacher Sonnberg

Unter Bauerngarten versteht man einen Garten, der zum Bauernhof gehört und der Versorgung der bäuerlichen Familie mit Gemüse und Kräutern dient.

Inhaltsverzeichnis

Anlage

Jedes Bauernhaus verfügte im 20. Jahrhundert über einen sog. Bauerngarten, der von der Bäuerin – bis zur Mitte der 50er-Jahre meist unter Mithilfe weiblicher Dienstboten - betreut wurde und daher eigentlich Bäuerinnengarten heißen müsste.

Der Bauerngarten befand sich unweit vom bäuerlichen Wohnhaus in möglichst wachstumsbegünstigender Lage. Er war durch einen Holzzaun vor unbefugtem Zutritt von Mensch und Tier geschützt und konnte durch ein Gartentürl betreten werden. Im Inneren waren Beete angelegt, zwischen denen schmale Wege verliefen.

Bepflanzung

Im Bauerngarten befanden sich die gängigen Gemüsesorten wie Salat, Karfiol, Zwiebeln, Karotten Feldgurken u.a.m., eine Reihe von Küchenkräutern wie Schnittlauch und Petersilie und auch Zierpflanzen wie Pfingstrosen, Phlox, Rittersporn, Brennende Liebe, Tränendes Herz, Fingerhut u.a. mehr. Blumen und Blumenstauden wurden meist am Zaun entlang gepflanzt und sollten nicht zu viel Platz auf Kosten der Nutzpflanzen einnehmen.

Kraut und Erdäpfel, heute meist Kartoffeln genannt, wuchsen hingegen meist auf einem eigenen Acker außerhalb des Bauerngartens, da sie in den einst personenstarken bäuerlichen Familien in größerer Menge benötigt wurden. Auch Beerenstauden wie Ribisl (Johannisbeeren) oder Stachelbeeren fanden sich oft außerhalb des eigentlichen Gartens.

Funktion, Nutzen und Entwicklung

Gärten benötigen laufend Betreuung und sind arbeitsintensiv. Sie unterliegen Modeströmungen und verändern sich auch deswegen in ihrer Anlage und Bepflanzung. Nicht selten war der Bauerngarten als außerhäusliches Zeugnis ihrer Arbeit der Stolz der Bäuerin und konnte andererseits aus demselben Grund zum Druckfaktor geraten. Die Arbeit in den Bauerngärten brachte daher je nach dem neben ihrem faktischen Nutzen Entspannung und Freude oder war nur ein weiterer Belastungsfaktor im arbeitsreichen Leben einer Bäuerin.

Zukunft

Funktion und Bedarf bestimmen die Existenz. Auch wenn althergebrachte Pflanzen-, Blumen- und Gemüsesorten wieder an Ansehen gewinnen, so ist durch das noch anhaltende „Bauernsterben“, die veränderte Lebens- und Wirtschaftsweise und das Schrumpfen der bäuerlichen Familiengrößen voraus zu sehen, dass Bauerngärten, wie man sie bis heute noch dort und da kennt, bis auf wenige Ausnahmen völlig aus der Salzburger Kulturlandschaft verschwinden und letztlich nur mehr im Salzburger Freilichtmuseum in Großgmain und hier allerdings – von Gärtner oder Gärtnerin angelegt und betreut - in „Idealform“ zu bewundern sein werden.

Quellen