Fingerhut

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fingerhut am Beetrand eines Bauerngartens am Taxenbacher Sonnberg
Roter Fingerhut im Garten von Theresia Oblasser
Blüten des Roten Fingerhutes
Fingerhut im Bauerngarten von Erna Hörbiger, Kleinsonnberg, Taxenbach

Der Fingerhut ist ein Braunwurzgewächs, das in den Alpen sowohl wildwachsend als auch kultiviert vorkommt und zu den im Bundesland Salzburg heimischen Giftpflanzen zählt.

Vorkommen

Wild wachsend kommen in den Alpen der Großblütige Fingerhut (Digitalis grandiflora) und der Gelbe Fingerhut (Digitalis lutea) vor. Sie zählen zu den Pflanzen im Nationalpark Hohe Tauern, da sie auch im Nationalpark Hohe Tauern heimisch sind.

Kultiviert findet man den Fingerhut als Zierpflanze in unterschiedlichen Farben wie rot und weiß häufig vor allem in Bauerngärten.

Beschreibung der wild wachsenden Arten

Großblütiger Fingerhut

Der Großblütige Fingerhut weist 20 bis 40 blassgelbe Blüten in einer langen Traube auf. Innen sind sie mit einer netzartigen dunkelbraunen Zeichnung versehen. Die dreizipfeligen Unterlippen der Blüten und die Blüten selbst sind behaart. Die Pflanze wächst oft auf kalkarmen, mäßig basen- und stickstoffreichen (Lehm)Böden. Man findet sie in Berg- und Mischwäldern, auf Lichtungen, an Gebüschen und auf Bergwiesen. In den Alpen wächst sie bis zur Laubwaldgrenze verstreut sowohl über Kalk, als auch über Granit und Gneis.

Gelber Fingerhut

Der Gelbe Fingerhut weist mit 15 bis 40 etwa gleich viele, aber kleinere Blüten als der Großblütige Fingerhut auf. Sie erscheinen kurz gestielt an einer einfachen langen einseitwendigen Traube. Ihre Blütenkrone ist hängend und zwei bis zweieinhalb Zentimeter lang. Ihre Farbe ist schwefelgelb bis weißlich gelb. Der Stängel ist kahl und aufrecht, die Blüten und ihr zweilippiger Saum sind außen behaart. Der Gelbe Fingerhut bevorzugt basisch-kalkhaltige, humos-steinige Lehmböden und wächst auf Waldlichtungen. In den Nord- und Südalpen wächst er verstreut über Gneis, Granit und Kalk und steigt bis zur Laubwaldgrenze auf.

Bemerkenswertes

Fingerhut, eine hochgiftige Pflanze, wird in der Medizin gegen Herzschwäche eingesetzt. Literarische Berühmtheit hat die Pflanze durch Agatha Christie erlangt. „Sie“ vergiftete mit Fingerhut.

Quellen

  • Bruno P. Kremer: Was blüht in den Alpen?, KOSMOSnaturführer S. 130 – 131, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart, 2001
  • Daniele Pabinger, Giftig, heilend, himmlisch, Lokalteil der SN S. 6 und 7, 9. Juni 2011