Hag

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Hecken am Wiesenrain als Form der Einfriedung von Bramberger Weideland
Steinhag im Felbertal
Pinzgauer Zaun in St. Georgen bei Salzburg im Pinzgau

Hag bedeutet Einfriedung und solche kommen im Laufe der Jahrhunderte im Bundesland Salzburg in vielerlei Gestalt vor. Neben dem eigentlichen Zweck sind Einfriedungen aus heutiger Sicht auch landschaftstrukturierende Elemente.

Herleitung des Namens

Hag, althochdeutsch und mittelhochdeutsch hac in der Bedeutung von „Dornstrauch, Gebüsch, Einfriedung, umfriedeter Wald“ bildete in Salzburg den Ursprung von etwa 20 Siedlungsnamen (z. B. Hagenpichl, Hagenroith) und von einigen Familiennamen (z. B. Hagenauer, Hagenhofer).“

Funktion und Form

Ur- und Frühgeschichte

Einfriedungen sind schon aus prähistorischer Zeit in Form von Erdwällen, Palisadenzäunen und Steinhagen bekannt, das sind Steinwälle, die aus Klaubsteinen in Form von Trockenmauern errichtet wurden und zur Sicherung der frühen Siedlungsplätze dienten.

Almwirtschaft von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart

In der Almwirtschaft, die zumindest an bestimmten Stellen wie im Bockharttal in der Umgebung des Oberen Bockhartsees nachweislich bereits in der Jungsteinzeit einsetzte, wenngleich man sich dabei nicht eine Milchwirtschaft im heutigen Sinn, sondern eher eine saisonale Weidewirtschaft vorstellen muss, wurden durch die Errichtung von Klaubsteinmauern Weideflächen entsteint und gleichzeitig für die Einfriedung von Bereichen, in denen für das Vieh Absturzgefahr bestand, gesorgt. In Form von Pferchen dienten solche Klaubsteinmauern zum nächtlichen Schutz des Viehs vor wilden Tieren wie dem Bären, dem Wolf und dem Luchs, bevor diese flächendeckend ausgerottet wurden.

Völkerwanderungszeit und Mittelalter

In geschichtlicher Zeit wurden die Fliehburgen, das waren Plätze auf natürlicherweise geschützten Anhöhen – in Salzburg seltener auch in Sumpfgebieten -, auf denen die umliegende Bevölkerung in unruhigen Zeiten Zuflucht suchte, anfangs mit Erdwällen als zusätzlichem Schutz umgeben. Palisadenzäune verstärkten zuerst die Schwachstellen in den Erdwällen und wurden später überhaupt anstelle dieser errichtet. Aus Erdwällen und hölzernen Palisadenzäunen entwickelten sich noch später Trockenmauern, die im Laufe der Zeit, als in den Fliehburgen das sog. Feste Haus als Vorgänger der Hochmittelalterlichen Burg errichtet wurde, in mörtelgebundenes Mauerwerk übergingen.

Neuzeit

In der Landwirtschaft der vergangenen Jahrhunderte entwickelten sich lokal unterschiedliche Einfriedungen von baulichen Objekten und von Weideland, die meist aus Holz bestanden. Ein lokales Beispiel ist der Pinzgauer Zaun, der in mehreren Kleinregionen in abgewandelter Form vorkommt. Heute dominieren meist Stacheldrahtzäune und elektrische Weidezäune, die gelegentlich schon mittels Solarzellen gespeist werden, eine moderne Innovation in der langen Geschichte des Hages.

Quellen

  • Salzburgwiki, Stichworte Steinhag, Pinzgauer Zaun, Pferch
  • „Lebendige Mauern“, Katalog zur Ausstellung der Handwerkspflege in Bayern im März 1989, Hrsg. Bayrischer Handwerkstag e. V., München 1989
  • 5. Symposion Nationalpark Hohe Tauern
  • Franz Hörburger, „Salzburger Ortsnamenbuch“, Hrsg. Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982
  • Leopold Ziller, „Die Salzburger Familiennamen“, Hrsg. Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1986