Chronik eines Niederganges

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Heustadl auf dem Keilberg in Schüttdorf

Stellvertretend für viele seinesgleichen wird hier die Chronik eines Niederganges anhand dieses Heustadels auf dem Keilberg in Schüttdorf sinnbildlich für die vergehende archaische bergbäuerliche Wirtschaftsform bildlich dargestellt.

Hintergrund

Hunderte, ja Tausende von Heustadeln prägten zusammen mit Einfriedungen wie dem Pinzgauer Zaun oder Klaubsteinmauern einst das Bauernland in den Salzburger Bergtälern und auf den Almen. Sie boten Bergeraum und Zwischenlager für das geerntete Heu und für das Grummet, die als Viehfutter dienten und je nach Bedarf im Winter mit Schlitten zum Bauernhof transportiert wurden.

Die Bewirtschaftungsmethoden haben sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nachhaltig geändert und in den letzten 60 Jahren wurden zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe voraussichtlich für immer eingestellt.

Manche für die Zufahrt mit Maschinen günstig gelegene Heustadel werden noch heute für ihren ursprünglichen Zweck genutzt, andere dienen der Strohballen- oder Hackschnitzeleinlagerung. In größeren Stadeln werden auch Maschinen untergestellt. Dazu wird die Heueinwurfluke bis zum Fundament geöffnet und verbreitert. Viele Heustadel sind schon verfallen und deren Reste gänzlich entfernt. Andere standen buchstäblich im Weg und wurden daher abgerissen.

Der Heustadel auf dem Keilberg war bis vor einigen Jahren noch intakt. Er wurde aber nicht mehr benötigt und daher auch nicht mehr instand gehalten. Das Dach wurde schadhaft, der Firstbaum durch die eindringende Nässe morsch und gab schließlich nach. Der Schneedruck im Winter 2011/2012 tat ein Übriges.

Spurlos verschwunden

Zwischen dem 1. Juni 2012 und dem 7. Juni 2013 wurde der Heustadel abgerissen und das Abrissmaterial spurlos verräumt.

Bildergalerie

Quellen