Diskussion:Kapitelplatz

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Schaffung des Kapitelplatzes, um dem geplanten Dom eine bessere Wahrnehmbarkeit und Wirkung zu verschaffen

Ich glaube, diesen Punkt im Konkreten und die Anlage des Kapitelplatzes an sich sollten wir noch besser recherchieren.

Im Buch zur Landesausstellung Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau auf Seite 197 gibt es eine Ansicht eines Stadtmodells aus dem Jahr 1612. Auf diesem kann man sehr gut die freie Fläche des heutigen Mozart-, Residenz- und Domplatzes sowie des heutigen Doms erkennen. Nicht frei ist jedoch der Platz des heutigen Kapitelplatzes - dort stand 1612 noch das Domkloster. Dombaumeister Vincenzo Scamozzi hatte aber bereits 1606/1607 die Pläne für den Domneubau vorgelegt (die ja dann so nicht realisiert wurden). Dass also das Domkloster dem Neubau des Domes weichen muss, steht so nicht fest.

Weiters ist durch noch keine Quelle belegt, ob die freie Fläche des heutigen Kapitelplatzes für das Längsschiff des von Scamozzi geplanten Domes geschaffen wurde oder wie derzeit im Artikel steht, zur besseren Wahrnehmbarkeit und Wirkung des Domes. Diese Theorie allerdings habe ich bisher noch in keiner Literatur finden können. Wer kann es also genauer sagen fragt --Peter Krackowizer (Diskussion) 10:41, 20. Jan. 2017 (CET)


  • Faktencheck
Domkloster... wurde zwischen 1602 bis 1606 abgetragen; demzufolge ist entweder unser Salzburgwiki-Artikel falsch oder das Modell von 1612 ist falsch.
  • ad: These
eine These gilt erst dann als unrichtig, wenn ein Beweis gelingt, dass sie objektiv falsch ist; die These selbst muss jedoch nicht mit einer lückenlosen Beweiskette versehen sein, um als richtig gelten zu können. Wer die alten Stadtansichten genau betrachtet, sieht, dass das alte Münster und der mittelalterliche Bischofspalast sehr nahe oder sogar beieinander stehen. Es gab nur einen einzigen öffentlichen großen Platz, den Frauenhof. Das ist ein ins Auge springender Unterschied zu heute. Welche architektonischen Antworten die Renaissance gegenüber dem Mittelalter entwickelt hat, habe ich auf der Grundlage meines besten Wissens hier einfließen lassen. Zufällig bin ich vor 30 Jahren in der Walters Gallery of Art in Baltimore/USA über ein außergewöhnliches Originalgemälde gestolpert. Title: View of an Ideal City. Italian, unknown painter, 15th century. Einen Faximiliedruck davon samt Literatur habe ich käuflich erworben und aus den USA mitgebracht. Mit dem Thema habe ich mich bereits sehr ausführlich befasst. Wem das hier umgesetzte Ergebnis noch zu wenig ist, darf es gerne selbst noch "besser recherchieren". Xxlstier (Diskussion) 17:40, 20. Jan. 2017 (CET)


wurde zwischen 1602 bis 1606 abgetragen ... dürfte so nicht ganz stimmen:
Auf einem Bild aus dem Jahr 1612 sieht man zumindest einen Teil des Klosters noch als viereckiger Bau zwischen dem Erzstift St. Peter und der Kapitelschwemme (Quelle Salzburg, die Geschichte einer Stadt, Seite 291). Und auch auf einer Zeichnung von Matthäus Merian aus dem Jahr 1644 erkennt man neben dem bereits neu errichteten Dom noch vorher genannten Gebäudekomplex unmittelbar an den Dom anschließend. Auch in der Quelle "Kleine Geschichte Salzburgs" ist eine Zeichnung um das Jahr 1607 zu sehen, auf dem einerseits der Grundriss des geplanten neuen Doms zu sehen ist und andererseits der genannten Klostergebäudekomplex unmittelbar anschließend.
Im Begleitbuch Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau zur gleichnamigen Landesausstellung 1987 schreibt Architekt Dr. Georg W. Seunig, dass der von Wolf Dietrich geholte Baumeister für den Domneubau Vincenzo Scamozzi sich am italienischen Baumeister Andrea Palladio orientierte. Palladio, dessen geschriebenes Hauptwerk «Dell'idea della architettura universale» ("Von der Idee der universalen Architektur") hieß, dürfte somit nicht dem Renaissance-Modell einer idealen Stadt' verhangen gewesen sein. Welche Ideen der Fürsterzbischof und Scamozzi tatsächlich hatten, kann auch Seunig in seinem Beitrag nicht sagen. Jedenfalls schreibt Seunig, dass Wolf Dietrich zwischen 1606 und 1608, während der zweiten Abrissetappe des abgebrannten romanischen Doms, auch die nördlich gelegene ältere Hälfte des Domklosters abgerissen, um Platz für Scamozzis Domprojekt zu schaffen. Ein beträchtlicher Teil des Domklosters, der Südwesttrakt, blieb jedoch erhalten und wurde erst um 1680 abgebrochen. (Seite 198).
Das untermauert meine Ansicht, dass der Kapitelplatz wohl eher zur Schaffung des niemals realisierten gigantischen Doms von Wolf Dietrich gedient hätte, nicht aber um den später - ja auch von einem anderen Baumeister - unter einem anderen Fürsterzbischof errichteten Domneubaus in ein besseres Licht zu stellen meint --Peter Krackowizer (Diskussion) 20:57, 20. Jan. 2017 (CET)
Schaffung des Kapitelplatzes, um dem geplanten Dom eine bessere Wahrnehmbarkeit und Wirkung zu verschaffen
Es gibt noch ein Argument, weshalb diese These für diesen Platz nicht zutreffen kann: Der geplante Dom von Vincenzo Scamozzi hätte 139 m lang werden sollen. Misst man vom nördlichen Rand des Residenzplatzs bis zum südlichen Rand des Kapitelplatzes, so ergibt sich eine Länge von ca. 200 Metern. Zieht man davon die geplante Länge des Domes ab, blieben rund 60 Meter, aufgeteilt auf Norden und Süden also etwa 30 Meter Freiheit zu den nächsten Gebäuden. Da wäre wohl kaum von besserer Wahrnehmbarkeit und Wirkung zu reden gewesen sein meint recherchierend --Peter Krackowizer (Diskussion) 11:01, 21. Jan. 2017 (CET)