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Ewald Moser

Ewald Moser

Ewald Moser (* 1949 in Kärnten) ist Leiter der Schulpsychologie in der Stadt Salzburg.

Der Sohn eines Arbeiters und einer Hausfrau besuchte zunächst die Lehrerbildungsanstalt in Klagenfurt und studierte dann an der Universität Salzburg Psychologie und Pädagogik.

Vorgestellt

Ewald Moser hatte Glück. Er galt von Beginn an als guter Schüler und wurde von den Lehrern gehätschelt. Ganz anders erging es seinem Schulfreund Walter. Der war von der ersten Schulwoche an der Versager, er wurde von den Lehrern beschimpft und an den Haaren gezogen.

Moser ist heute Hofrat, Leiter der Schulpsychologie in der Stadt Salzburg und Chef der Schulpsychologen für die Höheren Schulen im Bundesland. Er ist verheiratet und Vater zweier strebsamer Kinder.

Walter beging mit 32 Selbstmord.

Was immer seinen Freund dazu gebracht hat: Für Moser wurde diese Schulerfahrung zu einem "Schlüsselerlebnis". Schon in der Volksschule war ihm klar geworden: Wer einmal abgestempelt ist, bleibt es für immer. "Labelling" nennt es der Psychologe. "Ich sage Dir: 'Du bist dumm.' Und Du wirst dumm."

Heute kümmert sich Moser um Schüler, die Probleme haben wie einst sein Freund. Kinder mit Lernschwächen, Legastheniker, Schüler mit Ängsten, Mobbing-Opfer, hyperaktive und verhaltensauffällige Kinder sind seine Klienten.

Aufgewachsen ist Moser in Döbriach am Millstätter See. Schon früh hatte ihm sein Vater eingetrichtert: "Bub, lern was, Wissen ist Macht." Der Junge folgte dem Rat, machte eine Lehrerausbildung und ging zum Studieren nach Salzburg. Noch bevor er damit fertig war, bot ihm Josef Steidl, damals Leiter der Schulpsychologie, eine Stelle an.

Die Frage, warum es manche so leicht haben im Leben und andere so schwer, beschäftigt den gebürtigen Kärntner noch immer. "Ich bin immer auf der Seite der Schwächeren", versichert Moser. Die Schwächeren: Das sind oft jene Schüler, die im Schulbetrieb aus den unterschiedlichsten Gründen unter die Räder kommen.

Manches liege am System, sagt Moser, dem vor allem das "Defizitorientierte" sauer aufstößt – also die permanente Suche nach Fehlern, die schon vor dem ersten Schultag, beim "Schulreife"-Test beginnt. "Wir müssen das ändern. Niemand will über Fehler definiert werden." Dazu kamen in den vergangenen Jahren neue Herausforderungen an die Schulpsychologie, wie das Internet. Was tun, wenn Jugendliche, wie zuletzt in Salzburg, in Computerspielen virtuell Lehrer erschießen? Die Eltern müssten jedenfalls den Überblick darüber wahren, was die Kinder im Internet anschauen, sagt Moser.

Trotzdem sei nicht alles schlecht. "In drei Viertel der Fälle funktioniert die Erziehung und die Familie erfüllt die Anforderungen ihrer Zeit."

O-Ton

  • Meine Familie ist meine Tankstelle, weil ich hier keine Reibungsverluste habe.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Thomas Hödlmoser)