Gfrererwirtkasten

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Der Gfrererwirtkasten ist ein Getreidekasten in der Lungauer Gemeinde Muhr.

Geschichte

Laut dem Restaurator Heinz Michael entstand der heutige Kasten in drei Bauphasen:

  • Der ursprüngliche Bau lässt sich auf die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück führen.
  • Eine Erweiterung erfolgte Ende des 18. Jahrhunderts
  • Erweiterung in der 1.Hälfte des 19. Jahrhunderts

Im Laufe der Zeit fand der Gfrererwirt Kasten eine unterschiedliche Verwendung so z.B zur Lagerung von Getreide, Fleisch und Speck oder als Schutzraum zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Beschreibung

Der Kasten, nach Osten ausgerichtet und aus Stein gemauert, steht in der Dorfmitte hinter dem Gemeindeamt. Er stand früher im Besitz der zwei benachbarten Gasthöfe Gfrerer- und Schmiedwirt. Vom Gfrererwirt führte sogar ein unterirdischer Gang in den Keller, der Schmiedwirt hatte nordseitig einen ebenerdigen Zugang. Er wurde später durch ein Gitter verschlossen, der unterirdische Gang wurde im Zuge von Straßen- und Kanalbauarbeiten unterbrochen.

Der Kasten hat drei Geschoße, der Grundriss misst 4,25 m x 6,80 m, seine Firsthöhe ist 7,0 m. Die Wände haben eine Stärke von 62 cm und sind verputzt. Sie zeigen starke Verwitterungs- und Feuchtigkeitsschäden. Das Satteldach ist mit Lärchenbrettern gedeckt. Auf Grund der west- und nordseitigen künstlichen Erdaufschüttung und der nordseitigen Steinschlichtung ist nur eine reduzierte Fassadenhöhe sichtbar. Die geteilte Nutzung des Kastens ist bis heute aufrecht und prägt auch das äußere Erscheinungsbild. Ostseitig verfügt der Kasten über zwei Eingänge: a) eine segementbogige eisenblechbeschlagene Holztüre rechts in den der Gemeinde Muhr gehörenden Besitzteil und b) links eine viereckige Eisenblechtüre in den von der Familie Aigner genützten Teil. Das Erdgeschoß ist in der Mitte durch eine Holzwand getrennt. Nur der rechte Teil hat eine viereckige Lichtöffnung oberhalb der Türe. Von der linken Erdgeschoßhälfte erreicht man über eine Holzstiege das mit einem Tonnengewölbe abgeschlossene Obergeschoß. Licht und Belüftung bilden westseitig eine viereckige, vergitterte Öffnung und gegenüberliegend ein Ochsenauge mit einem Maschendrahtwerk. Der Kasten wird nur mehr als Lagerraum verwendet.

Quelle