Heinz Michael

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Heinz Michael

Heinz Michael (* 19. November 1964 in St. Michael im Lungau, Lungau) ist Restaurator, Vergolder und Kirchenmaler.

Vorgestellt

Der letzte Sohn der Familie sollte Priester werden. Das war im Lungau nichts Besonderes und bei Maria Michael der Herzenswunsch. "Ich war im Borromäum und im Juvenat von St. Peter", erzählt Heinz Michael im Gespräch. "Aber anstelle des Priesterberufs zog es mich zum Restaurator hin."

Selbst da hatte die Mutter ihren Anteil daran. Als der Vater gestorben war und das mütterliche Bauernhaus einem Straßenbau weichen musste, verdingte sich Maria Michael im Stift St. Peter als Köchin. Sohn Heinz lebte im Juvenat, dem Jugendheim der Benediktiner in der Stadt Salzburg. Er blieb bis zu seinem 19. Lebensjahr in enger Beziehung zur benediktinischen Gemeinschaft.

"Die Patres haben mir den Weg gewiesen", ist der Lungauer Restaurator heute überzeugt. Zu dieser Zeit war Kirchenmaler Heinz Dallendörfer mit der Restaurierung der Stiftskirche betraut. Heinz Michael: "Das hat mich ungemein beeindruckt."

Ausgestattet mit dem künstlerischen Talent seines Vaters – "Er hat in der Bauernstube Stillleben und Landschaftsbilder gemalt" – wendete sich der junge Mann dem Kunstgewerbe zu.

Er wurde Lehrling bei Dallendörfer, absolvierte seine Schuleinheiten in der Berufsschule Graz und wurde nach vier Jahren Lehrzeit Geselle. Ab 1999 arbeitete er als freischaffender Restaurator, 2004 erlangte er die Gewerbeberechtigung als Vergolder und Maler. Schwerpunkte: Mauer und Holz.

"Es war nicht einfach, das Vertrauen der Fachleute, vor allem im Bundesdenkmalamt, zu erreichen", erinnert sich Michael. "Man traute den Praktikern nichts zu."

Die Erfahrung des Lungauers: "Bei Gemälderestaurierungen werden noch heute lieber akademisch gebildete Restauratoren herangezogen, aber langsam erkennen auch die Experten die fachliche Qualität handwerklich gut ausgebildeter Gesellen."

Rüstzeug für seinen Beruf sammelte Michael bei unzähligen Projekten: Im Belvedere in Wien, im Toskanatrakt in der Stadt Salzburg, bei Kirchenrenovierungen bis nach Südtirol. Seine Restaurierung des Renaissancesaales in Mauterndorf oder des Rathauses von Tamsweg reichte er für den Handwerkspreis der heimischen Wirtschaft ein, einen Anerkennungspreis errang er schließlich 2007 mit dem Hochaltar in seiner Heimatpfarre.

"Die Kirchenrenovierung St. Michael ist meine größte Aufgabe bisher", schwärmt Michael. Schon als Ministrant habe ihm die Kirche gefallen und später habe er gehofft, einen Beitrag bei einer Restaurierung leisten zu können. "Und jetzt mache ich alles." Stolz schaut er auf Altar, Seitenaltäre, Orgelportativ – alles trägt die Handschrift von Heinz Michael. Der Renovierungsabschluss wird am 10. Mai 2008 gefeiert. Ganz "Michee" freut sich darauf.

O-Ton

  • Ich bin froh, dass das Gespür gewachsen ist, den ursprünglichen Zustand der Gebäude und Objekte zu erhalten, und dass mit so großer Sorgfalt damit umgegangen wird. Man ist heute bemüht, den Ist-Zustand der Ästhetik der Jahrhunderte wirken zu lassen.
  • Mit der Restaurierung der Pfarrkirche von St. Michael ist mir ein Traum in Erfüllung gegangen. Bei den Arbeiten an der Raumschale war ich noch Partner, für den Innenraum und das Interieur hab ich den Auftrag erhalten.

Quelle