Musikalienbestand des Franziskanerklosters Salzburg

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Dieser Artikel berichtet vom Musikalienbestand des Franziskanerklosters Salzburg aus dem 18. Jahrhundert.

Einleitung

Seit seiner Gründung 1583 gehört das Franziskanerkloster in der Stadt Salzburg zur alten Oberdeutschen Franziskaner-Rekollekten-Provinz („Provincia Argentina“). Diese wurde einem Reformzweig des Franziskanerordens zugerechnet und erstreckte sich früher vom Elsass im Nordwesten Europas über ganz Süddeutschland bis nach Böhmen. Es umfasste im Gebiet des Fürsterzbistums Salzburg das Kloster in der Stadt Salzburg sowie die im Zuge der Rekatholisierung der Salzburger Gebirgsgaue 1736 gestiftete Missionsstation Hundsdorf (heute St. Anton im Pinzgau). Diese Oberdeutsche Provinz ist aber mit der Säkularisierung und den politischen Umwälzungen der napoleonischen Zeit aufgelöst worden. Etliche Klöster wurden aufgelassen, manche von anderen Franziskanerprovinzen übernommen, darunter die Konvente Salzburg und Hundsdorf, die 1818 von der Tiroler Provinz übernommen wurden.

Eine kleine Vorstellung der einstigen Bedeutung im Bereich der Geisteswissenschaft, der Künste und der seelsorglichen Aufgaben der Rekollekten gibt die Bibliothek, Archiv und Musikarchiv des Klosters in Salzburg.

Musikgeschichte der Provincia Argentina am Beispiel des Klosters Salzburg

Einen repräsentativen Einblick in die Musiktradition der Rekollektenprovinz bekommt man durch die im Salzburger Kapuzinerkloster erhaltenen Musikalien aus der Zeit des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Die Bedeutung ist umso größer, da man wissen muss, dass Musikalien bei den häufigen Versetzungen der Organisten und Chorregenten oft mitgenommen und dadurch in der Provinz regelmäßig ausgetauscht wurden. Besitzvermerke der Klöster Augsburg, Lechfeld, Passau und Eger beziehen sich häufig auf den Bestand im Salzburger Kloster.

Im Rahmen der Festschrift zum 400jährigen Bestand des Salzburger Klosters wurde ein kursorischer Überblick zu den Beständen erstellt. Leider wurde dabei in der Darlegung des ordensrechtlichen Kontexts die ursprüngliche Zugehörigkeit des Klosters zur Provincia Argentina übersehen. Es wurden fälschlicherweise die diesbezüglichen Bestimmungen der gegenüber Wissenschaft und Kunst konservativer eingestellten Tiroler Reformatenprovinz verwendet. Die Reformaten waren bis 1897 ebenfalls ein eigenständiger Zweig des Franziskanerordens. Dieser Zweig bemühte sich besonders um regeltreue Lebensweise, die unter anderem eine möglichst einfache Liturgiepraxis zum Inhalt hatte.

Im Zuge der Einrichtung eines eigenen Musikarchivs im Salzburger Franziskanerkloster von Pater Oliver Ruggenthaler OFM wurden im Jahr 2005 die Drucke von den Handschriften getrennt und nach Autoren geordnet. Die in der Klosterbibliothek eingereihten und dort belassenen Musikhandschriften (meist Sammelbände des 18. Jh.) wurden mittlerweile in einer eigenen Publikation erfasst.

Aus der Zeit vor der Säkularisierung und dem damit in Zusammenhang stehenden Untergang der Oberdeutschen Rekollekten-Provinz hat sich eine handschriftliche Quelle (Provinz-Schematismus von 1780) mit den Namen herausragender Musiker und Organisten dieser Provinz erhalten, von denen in der zweiten Hälfte des 18. Jh. mehrere zeitweise im Salzburger Konvent wirkten.

Quelle