Säkularisation

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Unter Säkularisation ist die Aufhebung geistlicher Institutionen zu Gunsten weltlicher Institutionen zu verstehen. Im engeren Sinne war es die Einverleibung der geistlichen Fürstentümer, wie z. B. des Erzstiftes Salzburg, und Herrschaften des Heiligen Römischen Reiches durch größere Territorialstaaten im Jahr 1803.

Hintergründe

Als eine wesentliche politische Forderung der Anhänger der Französischen Revolution wurde die Säkularisation natürlich auch in all jene Staaten und Gebiete transportiert, die von französischen Truppen besetzt wurden. Der französische Staatschef Napoleon Bonaparte forderte zum Ausgleich für Gebietsverluste, die weltliche Fürsten durch die Abtretung des gesamten rechtsrheinischen Reichsgebiets an Frankreich infolge des am 9. Februar 1801 geschlossenen Friedens von Lunéville erlitten, die Säkularisierung der geistlichen Territorien. Damit wollte er wollte nicht nur die katholische Kirche, sondern auch das Reich selbst und das Kaisertum schwächen, das sich immer auch auf die geistlichen Fürsten gestützt hatte.

Der Reichstag berief am 2. Oktober 1801 eine Reichsdeputation zur Ausarbeitung eines Entschädigungsplanes ein. Diese Überlegungen brachten die territorialen, staats- und kirchenrechtlichen Strukturveränderungen, die als „Reichsdeputations-Hauptschluss“ am 24. März 1803 verabschiedet wurden.

Unter anderem wurden das Erzstift Salzburg, die Hochstifte Passau, Brixen und Trient sowie die Fürstpropstei Berchtesgaden säkularisiert.

Salzburg

Der letzte regierende Fürsterzbischof, Hieronymus Graf Colloredo (1772 - 1803), hatte schon am 10. Dezember 1800 Salzburg verlassen und war nach Wien geflüchtet. Von dort aus regierte er noch bis 1803, musste aber am 11. Februar 1803 in Wien seine Abdankungsurkunde zugunsten des seines angestammten Territoriums in Italien beraubten Großherzogs Ferdinand III. von Toskana unterzeichnen. Mit der formellen Besitznahme für den nunmehrigen Kurfürsten Ferdinand durch den Besitznahmskommissär Freiherrn von Crumpipen endete am 15. Februar 1803 die jahrhundertelange erzbischöfliche Herrschaft über das Land Salzburg.

In der Folge wurden auch in Salzburg zahlreiche Klöster aufgelöst (z. B. Raitenhaslach oder Augustinerchorherrenstift St. Zeno in Reichenhall). Der Grundbesitz der Stifte St. Peter und Nonnberg wurde ebenfalls teilweise säkularisiert.

Quellen