Pestfriedhof-Gedenkkapelle

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Pestfriedhof-Gedenkkapelle ist eine Kapelle im Salzburger Stadtteil Maxglan.

Geschichte

Im Jahr 1613 wurde in unmittelbarer Nähe des Seuchenspitals St. Rochus ein kleiner Pestfriedhof eröffnet, in dessen Mitte ein großes Kreuz aufgestellt war. Nach der Umwandlung zu einem Zucht- und Arbeitshaus wurde der Friedhof aufgelassen. Vom alten Pestkreuz blieb nur das Fundament erhalten. 1913 gelangte dieses Fundament auf Wunsch des Brauereidirektors Heinrich Kiener in die neu errichtete Kapellennische in der Mauer zur Stieglbrauerei. Ein restauriertes Schmiedeisenkreuz erinnert seither an den ehemaligen Pestfriedhof.

Beschreibung

Der 2,5 mal 3,4 m große Kapellenbildstock mit einer Tiefe von 1,4 m ist in die Umfassungsmauer der Stieglbrauerei integriert. Die nach Westen ausgerichtete Frontfassade springt aus der Mauerflucht. Das weiß gestrichene Feinputzband, das die Rundbogennische rahmt ist markant und von weitem sichtbar. In der Giebelfläche befindet sich ein weißes Stuckkreuz.

Ein mit Spiralornamenten versehenes Schmiedeeisengitter schützt den überwölbten Innenraum. Durch zwei vergitterte Seitenfenster dringt zusätzliches Licht. Den Nischenboden bedeckt ein grob behauener Konglomeratblock. Im Zentrum, befestigt auf einem aus Untersberger Marmor gefertigtem Sockel befindet sich ein geschmiedetes Kreuz mit gezahntem, annähernd spitzbogigem Dach. Die Bekrönung bildet ein zweigestrichenes Wetterkreuz. Einzelne Elemente des zierenden Rankenwerks, wie Verbindungsbänder, Blüten, Kreisblättchen, Dachzahnung und Kreuz sind mit Goldfarbe hervorgehoben. Die Inschriften auf der reich konturierten, zweiteiligen Blechtafel lauten:

„ Zur Erinnerung / an den hier / vor 300 Jahren / bestandenen / Pestfriedhof / 1613“ und: „DIESES KREUZ WURDE / ANNO 1913 ERRICHTET AUS PIETÄT / VON HEINRICH KIENER / BRAUEREIDIREKTOR“.

Quelle