Pfleggericht Mattsee (Gebäude)

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Das Pfleggericht Mattsee
Das ehemalige Gefängnis neben dem Pfleggerichtsgebäude.

Das Gebäude des Pfleggerichts Mattsee beherbergte bis 1850 das Pfleg- und Landgericht Mattsee, eines der Salzburger Pfleggerichte. Es zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in Mattsee.

Beschreibung

Das Gebäude befindet sich am Fuße des Schlossbergs. 1686 wurde es als sogenanntes Gerichtsschreiberstöckl von Hofbaumeister Bartholomäus von Obstall erbaut. Der Umbau zum Pfleggerichtsgebäude begann 1768 unter Fürsterzbischof Sigismund Graf Schrattenbach begonnen, der hier für sich einen Sommersitz einrichten wollte. 1770 war das Haus bis zur neu Mansardischen Dachung fertiggestellt. Die prunkvolle Ausstattung führte zu scharfer Kritik des Nachfolgers und letzten Fürsterzbischof des Fürsterzbistums Salzburg Hieronymus Graf Colloredo. Deswegen wurde auch das geplante Portal mit den Insignien seines Vorgängers nicht mehr angefertigt.

Nach der Aufhebung des Pfleggerichts in Mattsee war der Gendarmerieposten Mattsee in diesem Gebäude untergebracht. 1987 wurde eine durchgreifende Sanierung vorgenommen. Dabei wurden die Stuckdecken von Benedikt Zöpf (um 1770) im Stil des Rokoko im Obergeschoss restauriert. Der Hauptraum im ersten Obergeschoss besitzt intarsierte Flügeltüren mit einer geschwungenen Sturzausführung. Im Dachgeschoss ist der alte geschmückte Dachstuhl erhalten geblieben. Im Dachraum befindet sich auch ein Stiegenabschluss in Form eines reichgeschmückten Holzgeländers und gebauchten Säulchenbalustern.

Wenige Meter neben dem Pfleggerichtsgebäude befand sich das in den Fels des Schlossbergs gebaute Gefängnis, das heute eine öffentliche Toilettenanlage ist.

Quelle