Schmiedbauernhof

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Der Schmiedbauernhof der Familie Steger in der Stadt Salzburg in der Moosstraße 176 ist ein „Bio Austria“-Betrieb. Er ist einer von 80 Landwirtschaften in der Stadt Salzburg.

Tierhaltung

Hier leben acht Milchkühe, vier Kälber, ein paar Kalbinnen sind auf der Alm in Fusch, zehn Mutterschafe, ein Widder und 150 Legehühner mit ihren zwei Hähnen. „Zehn Altsteirer Hühner mit zwei Gockeln habe ich noch als Hobby“, sagt Marianne Steger.

Geschichte und Entwicklung bis 2014

Hinter dem Haus steht die fünfjährige Kuh Susi mit ihren Kolleginnen im geräumigen Auslauf. Das war nicht immer so. Der Hof ist seit 1880 in Familienbesitz, bis ins Jahr 2000 wurde herkömmlich Milch produziert.

Als die Tochter des Hauses, Marianne, 1985 den landwirtschaftlichen Meisterbrief machte, unternahmen die Prüflinge danach eine Fahrt in die Schweiz zu Hans Müller, den Vorreiter in Sachen Biolandwirtschaft. „Das hat meine Augen geöffnet und ich habe gesehen, was wir für eine große Verantwortung haben“, sagt die Bäuerin. Ihr Vater war von ihrer Bio-Idee nicht begeistert, 1991 übernahm sie den Hof und zehn Jahre später bewirtschafteten sie und ihr Mann Ernst bio.

Seither hat sich einiges zum Guten verändert. Die Tiere erhielten nach umfangreichen Investitionen einen großen Auslauf, der es ihnen ermöglicht, jederzeit ins Freie zu gehen. „Unsere Kühe haben durch die Bewegung auch leichtere Geburten und ihre Klauenprobleme haben stark abgenommen.“ Die Hühner erhielten einen großen Bereich abseits der Kühe, wo sie neben und mit den Schafen artgerecht gehalten werden. Gefüttert werden sie nur bio, so liefern sie 280 bis 300 Eier pro Jahr in bester Qualität. Ab und zu gibt’s Lammfleisch, aber hauptsächlich ist der Betrieb auf Milchproduktion ausgerichtet. Das Heu kommt von den eigenen Wiesen, wobei selbstverständlich kein Kunstdünger verwendet wird. Hauseigener Mist der Tiere, der mit Gesteinsmehl vermischt wird. Somit wird das beißend riechende Ammoniak gebunden. „Es sagen immer wieder Leute zu uns: Euer Mist stinkt gar nicht.“

So gut der Biobetrieb auch funktioniert, sind die Bauersleute immer wieder mit verschärfteren Bio-Richtlinien konfrontiert. Zurzeit (2014) würden noch 120 Kalendertage als sogenannte Austriebszeit genügen. Nun würde aber eine Ausweitung auf 200 Tage Auslauf auf die Weide diskutiert. Bei dem moorigen Bodenverhältnissen in Moos sei das undenkbar. „Im heurigen nassen Sommer zum Beispiel hätten wir das niemals einhalten können, weil dann sind unsere Wiesen kaputt“, sagen die Bauern. „Man muss den Bauern schon ein bisschen Eigenverantwortung lassen. Wir wirtschaften ohnehin so, dass es unserem Boden und den Tieren gut geht. Überhaupt wünschen wir uns, dass es nicht immer wieder in kurzen Abschnitten neue Richtlinien gibt.“ Die neue Regelung, die ab Jänner 2015 gelten könnte, würde das Aus für Familie Steger und ihren Biobetrieb bedeuten. „Wir müssten halt wieder konventionell produzieren“, sagt Steger.

Quelle