Landwirtschaft in der Stadt Salzburg

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Landwirtschaft in der Stadt Salzburg wird von 80 Landwirten betrieben (Stand 2014).

Allgemeines

In der Stadt Salzburg gibt es von 80 Bauern lediglich neun, die ihre Landwirtschaft bio bewirtschaften. Generell wird ihre Situation immer schwieriger, auch für Familie Steger in der Moosstraße.

Der Schmiedbauernhof der Familie Steger in der Moosstraße 176 ist ein „Bio Austria“-Betrieb. So gut der Biobetrieb auch funktioniert, sind die Bauersleute immer wieder mit verschärfteren Bio-Richtlinien konfrontiert. Zurzeit (2014) würden noch 120 Kalendertage als sogenannte Austriebszeit genügen. Nun würde aber eine Ausweitung auf 200 Tage Auslauf auf die Weide diskutiert. Bei dem moorigen Bodenverhältnissen in Moos sei das undenkbar. „Im heurigen nassen Sommer zum Beispiel hätten wir das niemals einhalten können, weil dann sind unsere Wiesen kaputt“, sagen die Bauern. „Man muss den Bauern schon ein bisschen Eigenverantwortung lassen. Wir wirtschaften ohnehin so, dass es unserem Boden und den Tieren gut geht. Überhaupt wünschen wir uns, dass es nicht immer wieder in kurzen Abschnitten neue Richtlinien gibt.“ Die neue Regelung, die ab Jänner 2015 gelten könnte, würde das Aus für Familie Steger und ihren Biobetrieb bedeuten. „Wir müssten halt wieder konventionell produzieren“, sagt Steger.

Das wäre schade, denn es gibt viele Bio-Aspekte, mit denen sich das Land Salzburg rühmen kann: Region mit dem höchsten Anteil an Biobauern in Europa, rund 3500 biologisch wirtschaftende Betriebe, österreichweit höchster Pro-Kopf-Konsum an Bioprodukten. Die aktuellen Zahlen aus dem Bundesland Salzburg sind rückläufig. Demnach sank die Anzahl von 3 579 Biobauern im Jahr 2013 auf 3 462 im Jahr 2014. Zur sinkenden Zahl der Bio-Landwirte passt, dass gerade zwischen der EU und Österreich Verhandlungen zum Agrar-Umweltprogramm laufen und zum Programm für ländliche Entwicklung für die kommenden Jahre. Darunter fallen auch die Rahmenbedingungen (Förderungen, Verwaltung etc.) für die Bio-Landwirtschaft. Auch die EU-Kommission sagt in ihrer Stellungnahme klar, dass das geplante österreichische Programm die komplizierteste Bio-Maßnahme in der EU wäre, eine hohe Fehleranfälligkeit hätte und die Prämien geringer würden, bei gleichzeitig anspruchsvolleren Verpflichtungen für die Bauern.

Bezirksbauernkammer-Obmann Rupert Quehenberger, selbst aktiver Biobauer in Annaberg, sieht in den aktuellen Entwicklungen eine heiße Phase. „Erstens wird über die EU-Bioverordnung verhandelt. Die schaut momentan sehr streng aus, dann könnten viele Bauern die Kriterien nicht mehr erfüllen, das haben viele EU-Staaten kritisiert. Zweitens wird über die ländlichen Entwicklungsprogramme verhandelt.“ Die Kriterien würden den Anreiz für die Bauern immer geringer werden lassen – auch für Familie Steger in Salzburg-Moos.

Quelle