Stefan Planitzer

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Stefan Planitzer (* 1999) aus Wölting im Lungau ist Maler und gewann 2019 bei der Berufs-Weltmeisterschaft in Kazan in Russland zwei Goldmedaillen.

1 000 Stunden investierte er 2019 in die Vorbereitungen

Wenn um 01 Uhr in der Früh die Dorfmusik Wölting antritt, viele Einwohner, Arbeitskollegen und Freunde inklusive Bürgermeister Spalier stehen, dann muss etwas Außergewöhnliches passiert sein. Der 20-jährige Stefan Planitzer setzte sich in Kazan die Krone auf. "Mein Jubel kannte keine Grenzen. Wenn das ganze Stadion bebt, und du stehst ganz oben - es war einfach unbeschreiblich." 40 000 Menschen feierten die neuen Berufs-Weltmeister im WM-Stadion. Auch Präsident Vladimir Putin stellte sich mit Grußworten ein.

In den Tagen zuvor ging es um präzise Arbeit. 1 600 Teilnehmer aus über 60 Nationen sind angereist. 24 Teilnehmer aus der ganzen Welt qualifizierten sich bei den Malern. Stefan Planitzer: "Eine Stunde vor dem Wettbewerb haben wir unser Projekt erfahren. Mein Training war speziell auf das Malen von Kreisen, Dreiecken oder Vierecken aufgebaut. Im Prinzip geht es um Sauberkeit, um Deckkraft und um Präzision. Schlussendlich sind die genauen Proportionen entscheidend. Es geht um Toleranzen im Millimeterbereich."

Insgesamt hatte er in der Vorwoche an vier Tagen 20 Stunden an seinen WM-Projekten gearbeitet. Neben Malen ging es um freie Technik - Gestaltung einer leeren Wand oder Tapezieren. "Ich habe mir schon gedacht, dass alles riesig aufgezogen wird. Wie es vor Ort zuging, hat aber alle meine Erwartungen übertroffen. 250 000 Besucher waren im Gelände unterwegs und feuerten uns bei den Bewerben an."

Die Nervosität wurde von Tag zu Tag schlimmer: "Am dritten Tag reiste meine Familie nach, das ließ meinen Puls zusätzlich in die Höhe steigen. Es braucht bis zum Schlusspfiff höchste Konzentration." In der Vorbereitung blieb Planitzer eisern und konsequent. "Die letzten zwei Monate war ich von der Arbeit freigestellt. Intensives Training gab es seit Februar." In Summe waren es 1 000 Stunden in seinem Elternhaus. "Einen großen Anteil hat auch mein Trainer Michael Tobisch. Wir hatten jeden Tag Kontakt, er war auch mit in Kazan. Er kennt Großereignisse in- und auswendig und gilt in unserer Branche als der beste Trainer der Welt." Am Ende erreichte der Wöltinger von der Firma Malermeister Gautsch 775 von 800 möglichen Punkten. Mit dieser Punktzahl erhielt er eine zweite Goldmedaille als bester von 46 österreichischen Teilnehmern.

"Begonnen hat alles mit Lehrlingswettbewerben. Endstufe ist die Weltmeisterschaft. Die Bewerbe gaben mir immer mehr Ansporn. Ich wollte und will auch weiterhin alles aus mir herausholen. Mit einem Ziel vor Augen kann man alles schaffen." Nächstes Ziel: Die Meisterprüfung.

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