Bad Ischl (Brandstätter Verlag)

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Titelbild Buch Bad Ischl (Brandstätter Verlag)

Buchtipp Bad Ischl (Brandstätter Verlag), mit und ohne Kaiser

Autoren: Nadia Rapp-Wimberger, Christian Rapp
Verlag: Christian Brandstätter Verlag Wien
Erscheinungsjahr: 2016
ISBN 978-3-85033-991-9

Beschreibung vom Verlag

Einst war das habsburgische Kaiserhaus Entdecker der vielfältigen Schönheiten und Qualitäten des Ischllandes. Mit der Regentschaft Franz Josephs I. wurde seine geliebte Ischler Sommerresidenz jährlich für wenige Wochen zum politischen und kulturellen Mittelpunkt des bald schon zerfallenden Reiches der Donaumonarchie. Hier begegnete er „Sisi“, hier feierten sie ihre Verlobung. Ein Mythos war geboren, der bis heute Filme, Bühnenstücke und Ischl-Besuche inspiriert.

Zwischen Schönheit und Schicksal oszillieren somit auch die historischen Streifzüge und archivarischen Abbildungen. Entlang von stimmungsvollen Fotografien wird die Gegenwart durchschritten: von faszinierenden Landschaften über städtisch-ländliche Architektur hin zu Bad Ischls ewig-heutigen Menschen, die zwischen Geschichte und Welt ihren Weg gefunden haben.

Das Buch porträtiert das Erbe der Sommerfrische in einer liebenswerten Leichtigkeit des Seins.

Rezension 1

Salz, Bühnen, Sommerfrische – Bad Ischl war mehr als nur der Kaiser und das zeigt dieses Buch eindrucksvoll

Beim Anschauen der vielen, teilweise seitenfüllenden Schwarzweiß- und Farbabbildungen (150 an der Zahl, u. a. mit Bildern von Leonhard Hilzensauer) und beim Lesen der übersichtlich gehaltenen Texte ist mir so das Gefühl gekommen, Bad Ischl ist stets etwas Besonderes gewesen.

Während anderswo die Protestanten ihre Heimat verlassen mussten, war das Haus Habsburg im Ischler Raum auf sie anwiesen und ließ sie mehr oder weniger ihren Glauben leben. Denn es arbeiteten doch 90 Prozent aller Salz-„Kammergut“-Bewohner direkt oder indirekt für die Salzgewinnung. Selbst die Besetzung durch die Franzosen Anfang des 19. Jahrhundert zeigte sich im Nachhinein als „gut angelegte“ Werbung in den französischen Offizierskreisen. Sie kehrten als Gäste später nach Ischl. Es waren die Anfänge des Fremdenverkehrs. Ein Arzt für die Salinenarbeiter entdeckte die Heilwirkung der Sole und als dann die bis dahin kinderlose Kaiserin Sophie ihre „Salzprinzen“ gebar, fand sich der gesamte europäische Hochadel in Ischl ein.

Was in den letzten Tagen vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Bad Ischl geschah und der Abdruck des Manifests „An meine Völker“, das Kaiser Franz Joseph als eine Art Kommentar zur Kriegserklärung in der Kaiservilla in Bad Ischl schrieb - beide Themen werden von den Autoren ausführlich behandelt.

Nach dem Ersten Weltkrieg blühte Bad Ischl noch einmal auf: Alfred Grünwald, Karl Kraus, Richard Tauber, Franz Lehár und andere Persönlichkeiten machten Bad Ischl zu ihrem Sommerfrische-Ort. Lederhosen, Dirndlstoffe und Seitlpfeifen waren und sind Markenzeichen der Stadt. Das dunkle Kapitel des Nationalsozialismus wird auf zehn Seiten in Wort und Bild ungeschönt dargestellt. Die „Sissi“-Filme oder „Hofjagd in Ischl“ (u. a. mit Gunther Philipp) waren nach dem Zweiten Weltkrieg Versuche der Stadt, an ihre Blütezeiten anzuschließen. Die Einstellung der Salzkammergut-Lokalbahn von Salzburg nach Bad Ischl im Jahr 1957 war ein schmerzlicher Einschnitt für die Ischler. Das Kaiserfest, das seit 1982 rund um des Kaisers seinen Geburtstag in der ersten Hälfte des August zelebriert wird, die Landesgartenschau 2015 und die süßen Verführungen der Konditorei Zauner beleb(t)en wieder die Stadt. Davon und von anderen Ereignissen berichtet dieses Buch.

Den beiden Autoren ist es wirklich sehr gut gelungen, den gut tausendjährigen Bogen der Geschichte auf gut 200 Seiten in Worten und mit Bildern so dem Leser zu präsentieren, dass dieser weder gelangweilt ist noch überfordert wird. Villa Blumenthal, das mondäne Hotel Bauer oder die Operette „Im Weißen Rössl“ – es gibt vieles im Buch zu entdecken, das im gewohnt perfekten Druck im Brandstätter Verlag im Sommer 2016 erschienen ist.

Rezension 2

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