Salzkammergut

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Ausblick vom Postalmgebiet auf den Wolfgangsee und den Schafberg
Wolfgangsee vom Schober aus, links der Schafberg, rechts im Hintergrund die Osterhorngruppe und das Dachsteinmassiv
Fuschlsee, links im Hintergrund der Schafberg, Bildmitte am rechten Seerand - Schloss Fuschl
Blick vom Schafberg über den Wolfgangsee in Richtung Postalm
Sommervilla im Saisonstil
das salzburgische Salzkammergut, Eintragung der Fläche nach den Angaben in der Karte von Hoffmann und Lipp 1981
Salzkammergut: Aberseeblick vom Aussichtspunkt Vitz, Gemeinde Strobl am Wolfgangsee
Salzkammergut:Blick von der Bleckwand nach Strobl
Ausblick vom Schober im Flachgau: links der Mondsee mit der Drachenwand, links im Hintergrund das Höllengebirge zwischen Atter- und Traunsee, der schneebedeckte Berggipfel in der Mitte ist der Schafberg, rechts davon der Wolfgangsee im Salzkammergut, ganz rechts die Bleckwand

Das Salzkammergut ist die Bezeichnung einer Region, die sich über Teile des oberösterreichischen Bezirkes Gmunden sowie über das Ausseerland[1][2] in der Steiermark und auch über Teile des Salzburger Flachgaues erstreckt.

Namenserklärung

Der Begriff Salz im Wort Salzkammergut geht auf die reichen Salzvorkommen im oberösterreichischen Hallstatt und Bad Ischl zurück.

Ein Kammergut war ein unmittelbarer beweglicher oder unbeweglicher (z. B. ein Land, eine Region) Besitz eines Landesherren. Die in diesem Kammergut vorkommenden Bodenschätze oder landwirtschaftlichen Erträge gehörten direkt diesem Landesherren und dienten zur Deckung seiner Lebenskosten. Im konkreten Fall war dies das Haus Habsburg mit seiner Grundherrschaft Wildenstein um Bad Ischl, die sich vom Traunsee bis zum Dachstein erstreckte. Die Erträge aus dem Salzhandel gingen also nach Wien in die habsburgische Privatschatulle. Es gelang den Habsburgern mit dem Salz aus dem Salzkammergut auf Kosten des Fürsterzbistums Salzburg im 17. und 18. Jahrhundert immer größere Absatzgebiete zu erobern. Der wirtschaftliche Aufstieg des Salzkammergutes war also mit dem Niedergang der Wirtschaftskraft des Landes Salzburgs verbunden. Historisch gehören naturgemäß keine Teile des früher eigenständigen geistlichen Fürstentums Salzburg zum Salzkammergut.

Geschichte

Historisches Salzkammergut

Hauptartikel Inneres Salzkammergut

Das historische Salzkammergut ist in Oberösterreich die salzreiche Region von Gmunden über Ebensee nach Bad Ischl und weiter bis Hallstatt und Obertraun, sowie das Ausseerland in der Steiermark. Salzburg hatte keinen Anteil am Salzkammergut, da es nicht habsburgisch war. Fremdenverkehrsaspekte führten dazu, dass sich heute zusätzliche Regionen in Oberösterreich und Salzburg als zum Salzkammergut gehörig bezeichnen. Durch die Eröffnung der Salzkammergut-Lokalbahn im Juli 1894 (seit 1890 waren nur Teilstücke befahrbar) wurde das Salzkammergut dann auch über Mondsee und St. Gilgen erreichbar.

Das Salzkammergut entwickelte sich dann ab Mitte des 19. Jahrhunderts aber allgemein zu einem beliebten Sommerfrischeziel. Von 1891 bis 1957 verband die Salzkammergut-Lokalbahn Salzburg mit Mondsee, St. Gilgen und Bad Ischl. Am 1. August 1893 nahm die Schafbergbahn ihren Dienst auf. Heute kann man zwischen Badeseen, Wandern, Operettenbesuch und vielen anderen Unterhaltungs- und Sportmöglichkeiten in dieser Region wählen.

Wie das Salzkammergut über sich hinausgewachsen ist!

Salzburg, das seinen Namen vom Reichenhaller Salz und der Herzogsburg der Agilolfinger hat, war nicht habsburgisch und hatte daher nie einen Anteil am echten, historischen „Salzkammergut“, welcher Name erstmalig 1656 in den Urkunden aufscheint. Die Landschaften im südöstlichen Salzburger Flachgau, rund um den Fuschlsee, Hintersee und Wolfgangsee und auch einige in Oberösterreich, wie jene um Irrsee, Mondsee und Attersee gehörten nicht zum „Kammergut der Habsburger“, zu ihrem landesfürstlichen Privatbesitz. Der oberösterreichische Teil des Salzkammergutes, dessen Verwaltungszentrum für die Gewinnung des „weißen Goldes“ der Region, das Salzoberamt in Gmunden war, erstreckte sich von Gmunden, über den Traunsee bis Ebensee, Bad Ischl, Bad Goisern am Hallstättersee, über den Hallstättersee und Hallstatt bis nach Obertraun und unterstand der Wiener bzw. niederösterreichischen Hofkammer.

Für das Ausseerland, dem steirischen Salzkammergut, gab es ab dem 16. Jahrhundert ein eigenes Organisationsstatut. Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts unterstand es nicht dem Gmundner Salzoberamt, sondern der Grazer, der innerösterreichischen Hofkammer. Dass sich im Laufe der Zeit immer mehr Gegenden der werbeträchtigen Salzkammergut-Region zugehörig betrachteten, ist dem Bestreben der verständlicherweise um Wachstum bemühten Fremdenverkehrswirtschaft zuzuschreiben. Das „Tourismus-Salzkammergut“ weitete sich über die Grenzen des historischen, echten Kammergutes aus und umfasst seit einiger Zeit daher auch einige Nachbarregionen in Oberösterreich, der Steiermark und auch in Salzburg.

In einer Übersichtskarte aus dem Jahre 1981 von Alfred Hoffmann (* 1904; † 1983), Universitätsprofessor, Wirtschaftshistoriker, ehemaliger Landesarchivar von Oberösterreich, und Franz Carl Lipp (* 1913; † 2002), Universitätsprofessor, Volkskundler und ehemaliger Direktor des Landesmuseums Linz, wird die Region Salzkammergut in ein „östliches“ und ein „westliches“ Salzkammergut unterteilt.

Das östliche umfasst die historischen, ursprünglichen Salzregionen und ihre Zubringergebiete für Holz und Nahrungsmittel, während das westliche aus jenen Gebieten besteht, die der Aufschwung der Fremdenverkehrswirtschaft im 19. und 20. Jahrhundert zum Salzkammergut gebracht hat. Dieses westliche Salzkammergut, umfasst nach den Vorstellungen von Hoffmann und Lipp das Mondseeland, den Attergau, das Wolfgangseegebiet und die Fuschlseeregion. Die Westgrenze des westlichen Salzkammergutes verläuft nach deren Karte in unserer Umgebung vom Gamsfeld über den Hohen Zinken und über das Gennerhorn zum Faistenauer Schafberg. Weiter über den Filbling und dann gerade noch in einer Schlinge das Ortszentrum von Hof bei Salzburg umfassend östlich der Fuschler Ache nach Thalgau-Oberdorf; von dort Richtung Osten bis zur Landesgrenze und dieser nach Norden folgend über den Kolomansberg zum Irrsberg.

Einerseits ist diese Grenze sicherlich mit der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung des Fremdenverkehrs begründet, andererseits hat der Oberste Gerichtshof nach einem Rechtsstreit 2014 festgestellt, dass für das Salzkammergut „keine exakte geografische Gebietsabgrenzung“ bestehe. Die heutige Fremdenverkehrsregion „Salzkammergut“ hat ein Flächenausmaß von rund 2 500 km², also nahezu die Größe des Bundeslandes Vorarlberg. Der salzburgische Anteil bezieht sich auf die Gesamtflächen der Gemeinden Strobl, St. Gilgen und Fuschl am See, sowie auf Teile der Gemeindegebiete von Thalgau, Hof bei Salzburg, Faistenau und Hintersee und beträgt insgesamt ungefähr 265 km² mit rund 13 000 Einwohnern. Der gesamte Flachgau hat ein Flächenausmaß von rund 1 000 km² und eine Einwohnerzahl von ungefähr 151 000 Personen. Damit stellen die „Salzkammerguatler“ nur rund 8,6 % der Einwohnerzahl des Flachgaues.

Das Wachstum vom ehemaligen Kernbereich, nämlich der Grundherrschaft Wildenstein in Oberösterreich (später zeitweise auch „Ischlland bzw. „österreichische Schweiz“ genannt, 680 km²) zusammen mit dem Ausseerland (120 km²) bis heute, zeigt die Attraktivität der „Marke“ Salzkammergut für die Fremdenverkehrswirtschaft. Wegen der Einzigartigkeit dieses „Paradieses“ sagt Alfred Komarek in seinem Buch „Salzkammergut. Reise durch ein unbekanntes Land“ - nicht ganz zu Unrecht: „Österreich besteht aus neun Bundesländern und dem Salzkammergut“.

Salz im Salzkammergut

Hauptartikel: Salz im Salzkammergut

Salzabbau und Salzhandels waren Monopole der Landesfürsten, d. h. im Salzkammergut der Habsburger. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts hob Kaiser Joseph II. diese Sonderstellung auf.

Bedeutung für den Salzburger Fremdenverkehr

Die Seen im Salzburger Anteil der Tourismusregion Salzkammergut sind Landschaftsschutzgebiete.

Zur Fremdenverkehrsregion Salzkammergut zählen heute:

  • im Bundesland Steiermark:
    • das Ausseerland mit Bad Aussee[3], Altaussee[4], Bad Mitterndorf[5] und Grundlsee.[6] , sowie Toplitzsee.

Geschichtlich von Bedeutung sind viele Orte des echten und des erweiterten Salzkammergutes, neben Gmunden, Ebensee, Bad Ischl, Bad Aussee vor allem Hallstatt, wonach eine ganze, bedeutende Geschichtsperiode benannt ist. Auch St. Gilgen, wo Mozarts Mutter Anna Maria Walburga Pertl am 25. Dezember 1720 und ihr Vater Wolfgang Nikolaus Pertl am 6. Dezember 1667 geboren wurde. Die Schwester von Wolfgang Amadé Mozart, Maria Anna Walburga Ignatia Mozart, genannt Nannerl, heiratete am 23. August 1784 einen Amtsnachfolger ihres Großvaters, Reichsfreiherr Johann Baptist Berchtold zu Sonnenburg.

Weitere Orte, Ausflugsziele oder Wanderungen sind

Kultur

Die Operette Im Weißen Rössl hatte ihren Ursprung im Gasthaus Weißes Rössl in Lauffen, im südlichen Stadtgebiet von Bad Ischl.

Unterkünfte (Auszug)

Landgasthof Batzenhäusl, Parkhotel Billroth, Seegasthof Gamsjaga Gasthof Fürberg, Hotel Hintersee, Hotel Gasthof zur Post St. Gilgen, Berghotel Schafbergspitze, Scalaria u.a.

Bilder

 Salzkammergut – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Literatur

  • Brandstätter, Christian; Stifter, Christian H. (Hrg): Salzkammergut Die Welt von gestern in Farbe, Wien, München 2009.
  • Dirninger, Christian; Hellmuth, Thomas; Thuswaldner, Anton: Salzkammergut schauen. Ein Blick ins Ungewisse. Wien, Köln, Weimar 2015 (Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Salzburg Bd. 51).
  • Gschwandtner, Martin: Hofgeschichten. Eine künstliche Insel im Fuschlsee und andere Überraschungen. München, Norderstedt 3. Aufl. 2018, S. 21 - 35.
  • Hellmuth, Thomas; Hiebl, Ewald; u. a. (Hrsg.): Visionäre bewegen die Welt - Ein Lesebuch durch das Salzkammergut. Salzburg 2005.
  • Maier, Doris: Feinspitz im Salzkammergut. Salzburg 2015.
  • Komarek, Alfred: Salzkammergut. Reise durch ein unbekanntes Land. 2. Aufl. Wien 1994.
  • Kurz, Michael: Geschichte(n) vom Salzkammergut. Bewohner, Besucher, Begebenheiten. Weitra 2007.
  • Oberhammer, Monika: Sommervillen im Salzkammergut. Die spezifische Sommerfrischenarchitektur des Salzkammergutes in der Zeit von 1830 bis 1918. Galerie Welz, Salzburg 1983, ISBN 3-85349-098-0
  • Pirker, Herbert; Frischmuth, Barbara: Faszination Salzkammergut, Wien, Graz, Klagenfurt 2009.

Quellen

Weblinks

Fußnoten

  1. siehe Ennstalwiki → enns:Ausseerland
  2. Verlinkung(en) mit "enns:" beginnend führ(t)en zu Artikeln, meist mit mehreren Bildern, im Ennstalwiki, einem Schwesternwiki des Salzburgwikis
  3. siehe Ennstalwiki → enns:Bad Aussee
  4. siehe Ennstalwiki → enns:Altaussee
  5. siehe Ennstalwiki → enns:Bad Mitterndorf
  6. siehe Ennstalwiki → enns:Grundlsee