Boxvergleichskampf Salzburg vs Bukarest 1955

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Der Boxvergleichskampf Salzburg vs Bukarest 1955 hätte am 27. August 1955 im Volksgarten stattfinden sollen, wurde aber kurzfristig abgesagt.

Schatztruhe

Der Salzburger Boxverband erwartete über Vermittlung seiner Wiener Kollegen eine Auswahl von Bukarest zu einem Vergleichskampf. Die Rumänen gehörten damals zur internationalen Spitzenklasse. Nachdem sie in Wien 14:6 gewonnen hatten, reisten sie nach Salzburg weiter. Der Kampfabend war für Samstag, 27. August 1955 im Volksgarten angesetzt – er kam nicht zustande. Die Rumänen hatten in der Nacht zuvor Salzburg fluchtartig verlassen.

Was war geschehen? Beim Abendessen am Freitag im Gasthof Drescher in Lehen versuchten Exil-Rumänen mit den Sportlern ins Gespräch zu kommen. Der Bukarester Delegationsleiter versammelte danach seine zehn Athleten und erklärte ihnen, man werde wegen dieser "Bedrohung" umgehend abreisen. Die zum Schutz der Gäste eingeteilten Polizisten mussten die Fahrt zum Bahnhof organisieren, um drei Uhr früh stiegen die Rumänen in den Zug nach Wien. Für den Gastwirt blieb ein Zettel zurück: "Zimmer und Essen nicht bezahlt, Rechnung an Landesgruppe Salzburg." Die musste letztlich für die Unkosten von rund 5.000.- Schilling aufkommen.

Die wahren Gründe für die Flucht der Rumänen kamen nie ans Tageslicht. Dass die Staffel von einem halben Dutzend "Aufpassern" begleitet und kontrolliert wurde, sah man schon nach der Ankunft am Freitag. Die vom Salzburger Verband bereitgestellten Kleinbusse wurden abgelehnt, man verlangte einen großen Bus, stieg dann aber in fünf Taxis. Die Fahrt vom Gasthaus zum Empfang durch den Salzburger Bürgermeister Pacher wurde dann im großen Bus absolviert, die anschließend geplante Stadtbesichtigung abgelehnt. Die angeforderte Polizeibewachung im Quartier wurde durchgeführt, nach der angeblichen Bedrohung wurde für den Kampfabend im Volksgarten ein 80-köpfiges Polizeiaufgebot zugesagt. Es nützte alles nichts: Die Rumänen verschwanden bei Nacht und Nebel.

Eine Entschuldigung gab es nie. Kenner der damaligen Verhältnisse in Rumänien meinten, man hätte Angst gehabt, dass sich Athleten in den Westen absetzen. Deshalb war auch der "Personenschutz" mit dabei, inklusive Geheimpolizei "Securitate", getarnt als Betreuer.

Quelle