Der Klerus im Früh- und Hochmittelalter

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Der Salzburger Klerus im Früh- und Hochmittelalter beinhaltet kurze Hinweise auf die Lebenswelt des Salzburger Klerus bis etwa 1 000 n.Chr.

Hoher Klerus

An der Spitze des Fürsterzbistums Salzburg stand nach der Vorstellung der frühmittelalterlichen Menschen nicht der Erzbischof sondern die Schutzheiligen. Solange die Personalunion von Erzbischof und Abt von St. Peter bestand, war Salzburg die Kirche des Apostelfürsten Petrus und des heiligen Ruperts, nach der Trennung 987 die ecclesia s. Ruperti. An diese Heiligen fielen auch alle Schenkungen und Priviligierungen von König und Adel.

Nach dem bayerischen Stammesrecht sind die Bischöfe durch den fränkischen König eingesetzt worden oder vom Adel gewählt. In der Realität wurden alle Bischöfe des Frühmittelalters vom König selbst oder nach dessen Willen eingesetzt. Der Einfluss, den der Adel hatte, wird in der Tatsache deutlich, dass alle Bischöfe von Arn bis Hartwig dem bayrischen Adel entstammten. Von Pilgrim bis Hartwig waren auch alle Bischöfe eng miteinander verwandt. Erst Heinrich II. brach mit dieser Tradition und ernannte mit Gunther von Meißen ein Mitglied seiner Regierung zum Bischof, der keine nähere Beziehung zu Salzburg hatte.

Da alle Salzburger Bischöfe aus dem Hochadel hervorgingen, hatten sie alle die notwendige nobilitas, der mehr Bedeutung als Lebenswandel und Bildung zugeschrieben wurde. Arn, Adalram und Hartwig, bei denen ihr geistiges Niveau und die hervorragenden Sitten hervorgehoben wurden, dürften die Ausnahmen gewesen sein.

Die meisten Erzbischöfe führten ein durchaus weltliches Leben, gingen gerne auf die Jagd und führten das militärische Aufgebot an. Bisweilen waren sie vor Antritt ihres Amtes verheiratet. Während man für die oben angeführten Vorbilder durchaus annehmen darf, dass sie schreiben konnten, wird man das bei anderen bezweifeln müssen. So mussten auf Wunsch des Papstes die Zeugen einer königlichen Bestätigung des Besitzes dser Kurie in Italien alle eigenhändig unterschreiben. Erzbischof Friedrich war unter den geistlichn Zeugen der einzige, der nicht schreiben konnte und vom Bischof von Chiemsee vertreten wurde. Trotzdem kann man sagen, dass sie ihre Aufgaben als Metropoliten erfüllt haben.

Niederer Klerus

Der Klerus bevorzugte, wie die Erzbischöfe, einen durchaus weltlichen Lebenswandel. Viele Priester waren verheiratet, und es ist sogar vorgekommen, dass das Amt vom Vater auf den Sohn vererbt wurde. Ein Priester, der wie ein Laie nur eine Frau hatte, galt schon als fromm und heilig. Die rauen Sitten, die im Klerus herrschten, zeigen Briefe des Papstes an Erzbischof Adalwin, die von der Tötung eines Heiden und dem Totschlag eines Diakons durch einen Priester berichten.

Die gebildeten Priester und Mönche waren nur eine kleine Minderheit. Eine möglichst vornehme adelige Herkunft war auch beim niederen Klerus eine Voraussetzung zur Karriere. Auch beim Eintritt in ein Kloster war adelige Herkunft von Nutzen. Nach dem 9. Jahrhundert riss eine Verweltlichung und Lockerung der Sitten ein, der dann die großen Reformbewegungen von Cluny und St. Maxim in Trier entgegenwirkte.

Literatur

  • Dopsch, Heinz: VI. Die Zeit der Karolinger und Ottonen. In: Geschichte Salzburgs- Stadt und Land, Band I/1, hg. von Heinz Dopsch, 2. Aufl. Salzburg 1984, S. 157-228, hier S. 214-216.