Pilgrim I.

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Pilgrim I. († 8. Oktober 923) aus dem Adelsgeschlecht der Aribonen war ein Salzburger Erzbischof und Abt des Benediktinerstifts St. Peter im 10. Jahrhundert.

Leben

Pilgrims Regentschaft begann unter schwierigen Bedingungen. Während seine Vorgänger sämtlich beim Antritt als Bischöfe zum Erzkaplan des Königs oder Kaisers ernannt wurden, wurde vorerst ein anderer Bischof Erzkaplan und Pilgrim erst 912.

Besonders schwierig machte die Lage des Erzbischofs die mehrmalige Vertreibung des bayrischen Herzogs Arnulf I. Der hatte 914 gegen die im November 911 erfolgte Wahl des 24-jährigen Konrad I. zum König (der dann Arnulfs Mutter zur Frau nahm) opponiert und wurde daraufhin aus Bayern vertrieben. Bei seiner ersten Rückkehr 916 wurde Arnulf blutig geschlagen und konnte sich erst nach erneuter Flucht 917/18 von der Stadt Salzburg aus wieder allmählich als bayrischer Herrscher behaupten. In der letzten Schlacht mit König Konrad siegte Arnulf, Konrad wurde schwer verwundet und starb an den Folgen der Verletzung, worauf die Herrscher Sachsens und Bayerns 919921 als Doppelkönige in Deutschland regierten, bis Heinrich I. ab 921 König wurde.

Pilgrim I., der eine vorsichtig königstreue Haltung gegenüber Arnulf eingenommen hatte, konnte so nur beschränkt und nur innerhalb seines engeren Herrschaftsbereiches tätig werden. Die Machtfülle der Salzburger Erzbischöfe mit ihrem weiten Wirkungskreis in Pannonien war zerschlagen, die Erzbischöfe wurden nicht mehr vom König ernannt, sondern ausschließlich vom bayrischen Herzog. Die Geschichte Salzburgs wurde für längere Zeit zu einem kleinen, wenig bedeutsamen Teil der bayrischen Geschichte. Bekannt sind die vermutlich sehr zahlreichen Tauschgeschäfte Pilgrims, die vor allem Kirchenbesitz im Raum des heutigen Bayern betrafen. Damit wollte Pilgrim vor allem sein Herrschaftsgebiet geschlossener gestalten. 909 erhielt Pilgrim etwa von König Ludwig IV. (Ludwig das Kind) die Abtei Traunsee (vermutlich im heutigen Ortsgebiet von Altmünster) auf Lebenszeit verliehen und die Salzburger Kirche erhielt vom König den Königshof Salzburghofen (heute Freilassing) samt den zugehörigen Abgaben aus Reichenhall.

Quelle

Zeitfolge


Zeitfolge


Salzburger Bischöfe, Erz- und Fürsterzbischöfe

Bischöfe, 7. bis 8. Jahrhundert
Rupert | Vitalis | Flobrigis | Johannes I. | Virgil


Erzbischöfe
8. bis 10. Jahrhundert
Arn | Adalram | Liupram | Adalwin | Adalbert I. | Theotmar I. | Pilgrim I. | Adalbert II. | Egilolf | Herold | Friedrich I. | Hartwig
11. Jahrhundert
Gunther von Meißen | Thietmar II. | Baldwin | Gebhard | Berthold von Moosburg | Thiemo
12. Jahrhundert
Konrad I. von Abenberg | Eberhard I. von Biburg | Konrad II. von Babenberg | Adalbert III. von Böhmen | Heinrich von Berchtesgaden | Konrad III. von Wittelsbach | Adalbert III. von Böhmen
13. Jahrhundert
Eberhard II. von Regensberg | Burkhart I. von Ziegenhain | Philipp von Spanheim | Ulrich I. | Wlodizlaus von Schlesien | Friedrich II. von Walchen | Rudolf I. von Hohenegg | Stephan von Niederbayern | Konrad IV. von Fohnsdorf
14. Jahrhundert
Weichart von Polheim | Friedrich III. von Leibnitz | Heinrich von Pirnbrunn


Fürsterzbischöfe
Ortolf von Weißeneck | Pilgrim II. von Puchheim | Gregor Schenk von Osterwitz
15. Jahrhundert
Eberhard III. von Neuhaus | Berthold von Wehingen | Eberhard IV. von Starhemberg | Johann II. von Reisberg | Friedrich IV. Truchseß von Emmerberg | Sigmund I. von Volkersdorf | Burkhard II. von Weißpriach | Bernhard von Rohr | Johann III. Beckenschlager | Friedrich V. von Schaunberg | Sigmund II. von Hollenegg
16. Jahrhundert
Leonhard von Keutschach | Matthäus Lang von Wellenburg | Ernst Herzog von Bayern | Michael von Kuenburg | Johann Jakob Kuen von Belasy | Georg von Kuenburg | Wolf Dietrich von Raitenau
17. Jahrhundert
Markus Sittikus von Hohenems | Paris Graf von Lodron | Guidobald Graf von Thun und Hohenstein
18. Jahrhundert
Franz Anton Fürst Harrach | Leopold Anton Freiherr von Firmian | Jakob Ernst Graf Liechtenstein | Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach | Hieronymus Graf Colloredo


Erzbischöfe, die noch den Titel "Fürsterzbischof" trugen, aber keine weltliche Macht mehr hatten
19. Jahrhundert
Sigmund Christoph von Zeil und Trauchburg | Leopold Maximilian von Firmian | Augustin Johann Joseph Gruber | Maximilian Josef von Tarnóczy | Franz de Paula Albert Eder | Johann IV. Evangelist Haller
20. Jahrhundert
Johann V. Baptist Katschthaler | Balthasar Kaltner | Ignaz Rieder | Sigismund IV. von Waitz | Andreas II. Rohracher


Erzbischöfe
Eduard Macheiner | Karl Berg | Georg Eder
21. Jahrhundert
Alois Kothgasser | Franz Lackner