Rupert von Worms

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Hl. Rupert, Fresko in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Bad Reichenhall
Darstellung der Taufe von Herzog Theodos durch Bischof Rupert
Rupert von Worms in einer Darstellung mit Salzfass in der Salzburger Kollegienkirche.
Der heilige Rupert, Festung Hohensalzburg
Schutzmantel-Rupertus-Statue in der Wallfahrtskirche Zu Unserer Lieben Frau Maria Himmelfahrt, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, unterhalb der Bergknappen ist das Salzfass zu sehen, mit dem der Heilige seit dem 15. Jahrhundert dargestellt wird.

Rupert von Worms, auch Rupert von Salzburg, Hrodbertus oder Ruprecht (* um 650; † 27. März 716/718 in Worms, Deutschland), war Bischof und Abt und ist der Landespatron von Salzburg, der am 24. September gefeiert wird. Er ist einer der heilig gesprochenen Personen der Erzdiözese Salzburg.

Leben

Der Salzburger Gründerheilige und erste Abt von St. Peter gehörte dem fränkischen Hochadel an und war verwandt mit dem merowingischen Königshaus (möglicherweise stammte er aus der Familie der Robertiner). Im späten 7. Jahrhundert wirkte er als Bischof von Worms. Vermutlich haben ihn persönliche Gegensätze mit dem fränkischen Hausmeier Pippin II. veranlasst, Worms zu verlassen, denn dieser Schritt stand eigentlich im Widerspruch zu den kanonischen Bestimmungen. Der bayerische Herzog Theodo II. (ca. * 680; † 718) lud ihn nach Bayern ein und übertrug ihm wichtige kirchliche und politische Aufgaben. Rupert war mit Theodos Frau Folchaid verwandt. In der bayerischen Herzogsstadt Regensburg bekehrte Rupert den Herzog mitsamt seinem Gefolge zum katholischen Christentum. Der Überlieferung nach hat er sogar Herzog Theodo getauft. Die Taufe war ein Symbol für den Beginn der Christianisierung des ganzen Herzogtums, welche Rupert zum "Apostel der Bayern" hat werden lassen.

Nach seinem erfolgreichen Wirken in Regensburg erhielt er den Auftrag zur Mission im gesamten Herzogtum und darüber hinaus, was mit umfassenden Vollmachten verbunden war. Wahrscheinlich sollte Rupert die Organisation der bayerischen Kirche aufbauen und die Gründung von Bistümern vorbereiten. Der Herzog verfolgte damit auch ein politisches Ziel: Durch die Missionierung im Süden und Osten sollte die Erweiterung des bayerischen Herzogtums in diese Richtungen in die Wege geleitet werden.

Zunächst reiste Rupert auf der Donau nach Osten in die alte Römerstadt Lauriacum (Lorch bei Enns, Oberösterreich). Die Enns bildete den bayerischen Grenzfluss zum Reich der Awaren. Vielleicht wollte Rupert dort eine Basis zur Missionierung der Awaren errichten. Die Gefahr von kriegerischen Einfällen durch die Awaren veranlasste ihn, weiter ins Landesinnere Bayerns zu ziehen. Sein Ziel war nun das Zentrum des ehemaligen römischen Iuvavum, die heutige Altstadt von Salzburg, welche der wichtigste Stützpunkt der Herzöge im südöstlichen Bayern war. Als ehemaliges römisches Municipium galt Iuvavum als geeigneter Ort zur Errichtung eines kirchlichen Zentrums.

Zunächst ließ Rupert sich aber für etwa ein Jahr am Wallersee nieder, wo er noch christliche Romanen antraf. Im heutigen Seekirchen am Wallersee erbaute er eine Kirche zu Ehren des Apostels Petrus. Von dort aus verhandelte Rupert mit Theodebert, dem Sohn Herzog Theodos, der auf der Salzpurch (Obere Burg) auf dem Salzburger Festungsberg residierte. Zur Errichtung eines Klosters überließ der Herzog dem Missionar schließlich 696 das Areal im früheren Iuvavum zu Füßen der Oberen Burg. Dort waren romanische und bayerische Bewohner ansässig und auf der Nonnbergterrasse stand eine dem heiligen Martin geweihte Kapelle. Vielleicht gab es sogar eine kleine klösterliche Gemeinschaft.

Rupert gründete zusammen mit seinen Gefährten Chuniald und Gislar, sowie weiteren Helfern, in Iuvavum das Kloster St. Peter und ließ die dem Apostel Petrus geweihte Klosterkirche im Bereich des heutigen Kapitelplatzes erbauen. Als erster Abt stand er dem Kloster St. Peter vor. Es war kein Kloster mit Mönchen, sondern ein Missionskloster, von welchem aus Geistliche das ganze umliegende Land zum Christentum bekehrten. Die Benediktinerregel mit ihrer strengen Ortsgebundenheit setzte sich erst zweihundert Jahre später durch. Rupert und seine Nachfolger leiteten bis zur Gründung des Bistums Salzburg (739) als Äbte (nicht als Bischöfe) die Missionierung des bayerischen Südostens und Karantaniens (Kärntens).

Die besonders reichen Schenkungen der bayerischen Herzöge an das Kloster schufen bereits zur Zeit Ruperts die wirtschaftliche Basis für den späteren Aufstieg Salzburgs zum Metropolitansitz (Sitz des Erzbischofs als Mittelpunkt der bayerischen Kirchenprovinz). Besonders wichtig war die Schenkung von einem Drittel der Soleschüttung und 20 Salzsiedeanlagen in Reichenhall. Rupert besaß damit den größten Anteil an der Saline. Das kommt auch durch den seit etwa 755 verwendeten deutschen Namen für Iuvavum zum Ausdruck: "Salzburg" ist abgeleitet vom Salz aus den Reichenhaller Salinen und der Herzogsburg am Festungsberg. Der Name weist auf die damalige führende Position Salzburgs in der Salzproduktion und im Salzhandel hin.

Als Stützpunkt zur Missionierung im Pongau gründete Rupert 711/712 ein weiteres Kloster, die Maximilianszelle im heutigen Bischofshofen. Nach mehreren Zerstörungen verlieren sich die Spuren dieses Klosters im frühen 9. Jahrhundert. Das große Waldgebiet im Pongau jedoch, welches Herzog Theodbert an die Maximilianszelle schenkte, wurde später zur Keimzelle des Landes Salzburg.

Herzog Theodbert und seine Frau Regintrud hatten Rupert außerdem den Auftrag zur Gründung eines Frauenklosters erteilt. Weil es aber in Bayern selbst noch kein Frauenkloster gab, das eine Äbtissin und einige Nonnen für die Gründung hätte stellen können, holte Rupert 712 seine Nichte Erentrudis, die eine Nonne war, und weitere Helfer aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg. Erentrudis, die etwa von 650 bis 718 lebte, wurde als erste Äbtissin des Klosters eingesetzt und bald nach ihrem Tod als Heilige verehrt. Das Kloster gründete man zwischen 713 und 715 auf dem östlichen Ausläufer des Festungsberges, dem heutigen Nonnberg, unterhalb der Oberen Burg. Das Kloster war in deren äußere Befestigungsanlage integriert und damit Bestandteil der Burg. Die Abteikirche weihte Rupert zu Ehren der Gottesmutter Maria.

Nach dem Tod seines Gegners Pippin im Jahr 715 kehrte Rupert an seinen Bischofssitz in Worms zurück. Dort starb er an einem 27. März zwischen 716 und 718. In Salzburg geriet er trotz seiner bedeutenden Leistungen bald in Vergessenheit. Erst sein späterer Nachfolger Virgil ließ anlässlich der Domweihe am 24. September 774 die Gebeine Ruperts aus Worms nach Salzburg überführen.

Verehrung als Heiliger

Formell wurde Rupert nie heilig gesprochen. Seit der Überführung seiner Gebeine nach Salzburg im Jahre 774 entwickelte sich ein Kult, den der Papst später anerkannte. Rupert wurde zum Schutzheiligen des Salzburger Doms und verdrängte ab 987 (Trennung von Kloster und Erzbistum) das Petrus-Patrozinium allmählich ganz auf die Klosterkirche St. Peter. Schließlich stieg er zum Salzburger Landespatron auf. Zunächst gab es zwei Gedenktage, den Todestag am 27. März ("Rupert in der Fasten") und den 24. September ("Herbstruperti"), der Tag, an dem Ruperts Gebeine in den Dom gebracht wurden. Der Tag der Überführung der Gebeine hat sich als Rupertitag zum Hauptfest des Heiligen entwickelt und ist Salzburger Landesfeiertag. Zu diesem Termin wird auch der Rupertikirtag, früher auch Dult genannt, gefeiert.

Patronate

Rupert ist der Patron des Landes Salzburg und zusammen mit Virgil und Erentrudis Patron des Erzbistums Salzburg. Er gilt als Schutzheiliger des Salzwesens (Salinen, Salzbergwerke). In Bayern wird er neben Maria ("Patrona Bavariae") als Landespatron ("Apostel der Bayern") verehrt. Er ist Patron der Stadt Bad Reichenhall und Namensgeber für den Rupertiwinkel und das "Museum der Moderne Rupertinum". Heute gibt es über 120 Kirchen, die den heiligen Rupert zum Haupt- oder Nebenpatron haben.

Ikonographie

Ursprünglich wurde Rupert als Bischof, oft mit einem Buch in der Hand, dargestellt. Die am weitesten verbreitete Darstellung als Bischof mit einem Salzfass entwickelte sich erst nach der Mitte des 15. Jahrhunderts. Dieses Salzfass ist eine typische Halleiner Kufe, die nur dort als Transportverpackung Verwendung fand. Mit der Halleiner Saline, die kurz vor 1200 eröffnet wurde, hatte Rupert nichts zu tun. Nach dem Willen der Erzbischöfe aber sollte Rupert das für Salzburg wirtschaftlich immens wichtige Halleiner Salz repräsentieren und wurde daher (von der Reichenhaller Saline) auf den Dürrnberg verpflanzt. Erst dadurch ist er allgemein zum "Salzheiligen" geworden. Sehr selten sind Darstellungen Ruperts, bei denen das Salzfass durch einen Salzstock oder eine Salzschale (für den Esstisch) ersetzt wurde.

Von den drei großen bayerischen Glaubensboten Rupert, Emmeram († 715) und Korbinian († um 730) ist Rupert der weitaus erfolgreichste gewesen. Die Bekehrung des Herzogs und seines Gefolges und der Missionierungsauftrag für das gesamte Herzogtum unterstreichen seine herausragende Stellung. Die Taufe des Herzogs durch Rupert, den "Apostel der Bayern", ist das Symbol für die Christianisierung ganz Bayerns. Diese Taufe wurde sehr häufig, vor allem in der Zeit des Barock, dargestellt.

Daneben gibt es die Darstellung des heiligen Rupert als Bischof mit Salzfass und dem Gnadenbild von Altötting in Händen. Nach einer Legende soll die Altöttinger Gnadenkapelle von Rupert errichtet worden sein.

Die Darstellung des so genannten "Reichenhaller Rupertus" ist auf ein kleines Gebiet beschränkt. Bekannt ist sie nur im Bereich der Salinenorte Reichenhall, Berchtesgaden, Traunstein und Rosenheim. Einer Legende zufolge hat Rupert die verschütteten Reichenhaller Solequellen wieder zum Entspringen gebracht, indem er mit seinem Bischofsstab an die Stelle schlug, an der sie sich seither ergießen.

Eine nur auf einen einzigen Ort begrenzte Darstellung findet sich in der Kirche St. Rupert in Kals am Großglockner (Osttirol). Dort ist die Legende der Kirchengründung dargestellt: Rupert steht auf den Abhängen der Glocknergruppe und schleudert seinen Stab ins Tal. An der Stelle, wo der Stab im Boden stecken bleibt, lässt er eine Kirche erbauen.

In der Erzabtei St. Peter in Salzburg wird Rupert auch als Benediktinerabt dargestellt, weil er der erste Abt dieses Benediktinerklosters war. In Salzburg und in Hallein erinnern die Rupertgasse und der Rupertusplatz an ihn.

Bilder

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Quellen und Literatur

Zeitfolge
Vorgänger

keiner

Bischof von Salzburg
um 696716/718
Nachfolger

Vitalis


Zeitfolge
Vorgänger

keiner

Abt von St. Peter
um 696716/718
Nachfolger

Vitalis


Salzburger Bischöfe, Erz- und Fürsterzbischöfe

Bischöfe, 7. bis 8. Jahrhundert
Rupert | Vitalis | Flobrigis | Johannes I. | Virgil
Erzbischöfe
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12. Jahrhundert
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13. Jahrhundert
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14. Jahrhundert
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15. Jahrhundert
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16. Jahrhundert
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17. Jahrhundert
Markus Sittikus von Hohenems | Paris Graf Lodron | Guidobald Graf von Thun und Hohenstein
18. Jahrhundert
Franz Anton Fürst Harrach | Leopold Anton Freiherr von Firmian | Jakob Ernst Graf Liechtenstein | Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach | Hieronymus Graf Colloredo
Erzbischöfe, die noch den Titel "Fürsterzbischof" trugen, aber keine weltliche Macht mehr hatten
19. Jahrhundert
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20. Jahrhundert
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Erzbischöfe
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21. Jahrhundert
Alois Kothgasser | Franz Lackner