Ferdinand Faber

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Ferdinand Faber (zweite Person von rechts)

Hofrat i. R. Dr. Ferdinand Faber (* 1948/49) war Leiter des Legislativ- und Verfassungsdienstes des Landes Salzburg.

Leben

Ferdinand Faber absolvierte das Studium der Rechtswissenschaften.

Am 17. September 1973 trat er seinen Dienst als Verwaltungsjurist beim Amt der Salzburger Landesregierung in der Abteilung 4, Grundverkehrslandeskommission, an. Mit 1. Jänner 1975 wurde er dem Legislativ- und Verfassungsdienst zur Dienstleistung zugewiesen.

Nachdem Dr. Herfried Hueber zum Landesamtsdirektor bestellt worden war, stieg Faber, bis dahin Leiter des im Legislativ- und Verfassungsdienst eingerichteten Referats „Legislativangelegenheiten“, mit 1. Jänner 1988 zum Leiter des Legislativ- und Verfassungsdienstes auf. Diese Stellung bekleidete er 26¾ Jahre hindurch.

In den knapp 27 Jahren seiner Amtsführung wirkte der „Landeslegist“ Hofrat Faber an 1.552 Gesetzen mit und vertrat das Amt der Landesregierung in rund 200 Landtags- und rund 600 Ausschusssitzungen. Seine Expertise im Ausschuss, unzählige Beratungsgespräche mit den einzelnen Fraktionen, die Begleitung von Initiativen und nicht zuletzt das Gesetz über die Geschäftsordnung des Salzburger Landtages, das er überwiegend in seiner Freizeit formulierte, zeugten von seinem steten Einsatz für die Salzburger Gesetzgebung. Immer wieder nahm der „Chefjurist des Landes“ aus rechtlicher Sicht zu brisanten Fragen der Landespolitik Stellung.

Mit 30. September 2014 wechselte Hofrat Dr. Faber 65-jährig in den Ruhestand.

Porträt

Ferdinand Faber: Eine Karriere zwischen Politik und Paragrafen

Nach 27 Jahren geht der oberste Jurist des Landes in Pension. Mit seiner spitzfindigen Art hat er die Politik oft zur Weißglut gebracht.

Ferdinand Faber: Eine Karriere zwischen Politik und Paragrafen

LH Wilfried Haslauer senior hat ihn 1988 eingesetzt, unter Haslauer junior tritt er jetzt ab.„Mein Wunsch war es immer, dem Land zu dienen.“‘‘

Das Pressebüro des Landes Salzburg in einer Aussendung: „In 27 Jahren an 1552 Gesetzen mitgewirkt“. Hofrat Ferdinand Faber geht also mit 30. September in Pension. Dem Landeslegisten fällt in dieser Aussendung sofort auf, dass in der ersten Zeile ein Beistrich zu viel ist. Er hat den Fehler mit schwarzer Tinte markiert. Wie er es immer macht. „Ich verleugne ja nicht, dass ich aus einem Lehrerhaushalt stamme“, sagt der 65-Jährige. Für andere mag es Haarspalterei sein, für ihn bedeutet es Korrektheit.

Im Land Salzburg war er seit 1988 die juristische Instanz schlechthin. Wilfried Haslauer senior hat Faber damals nach 13 Jahren im Legislativ- und Verfassungsdienst zu dessen Leiter bestellt. Dass er heute unter Haslauer junior abtritt, der ihn im März noch einmal um sechs Monate im Dienst verlängert hat, macht ihn besonders stolz. Der Kreis schließt sich.

„Der Faber“ als schlagendes Argument

„Der Faber sieht's auch so“, hat man von Politikern oft gehört, wenn es um komplexe Rechtsmaterie ging. „Den Faber“ auf seiner Seite zu wissen, war für sich schon ein schlagendes Argument. Oft genug war er mit seiner Rechtsauslegung aber anderer Meinung als gewünscht. „Ich habe der Politik nicht alles ermöglicht, ich habe mich nie dafür verbogen. Meine Wirbelsäule ist noch gerade. Ich war aber sicher nicht einfach zu handhaben, deswegen wird es manche geben, die vielleicht froh sind, wenn ich jetzt weg bin“, sagt der streitbare Hofrat. Er habe eben stets nach seinen Grundsätzen gelebt.

Und seine Grundsätze – exakt nach Wortlaut und stets korrekt auf Punkt und Beistrich – haben so manche Politiker zur Weißglut gebracht. Besonders in Erinnerung sind seine Scharmützel mit der anderen Salzachseite. Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) war ob seiner Auslegungen nicht nur einmal stocksauer, ganz besonders aber im Zusammenhang mit dem Rehrl-Platz. Faber sagte, Schaden könne nicht über einen Bebauungsplan abstimmen lassen und diesen dann nicht kundmachen. Für diesen Kommentar gab es 2012 eine saftige Kopfwäsche von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller. „Der Rehrl-Platz ist baulich gesehen ein Paradebeispiel dafür, wie man es nicht machen kann. Da werde ich aktiv bleiben, im Interesse der [Altstadt“, sagt Faber heute.

Auch in der Freizeit Gesetze bearbeitet

Die Altstadt ist dem Stadt-Salzburger eine Herzensangelegenheit. Dort ist er aufgewachsen. Geblieben ist er bis heute ein Traditionalist. Sein Wunsch sei immer gewesen, dem Land zu dienen. Dafür hat der Landeslegist auch in seiner Freizeit unzählige Gesetze bearbeitet. Ohne seine fünf Juristen im Team wäre aber all das nicht zu bewältigen gewesen, resümiert er.

Chefjurist des Landes“ steht in der Aussendung. So wollte er nie genannt werden, auch nicht „Kronjurist“: „Wir leben in einer Republik. Landeslegist, das genügt.“ Detailverliebt wie eh und je hat er das Wort „Chefjurist“ unterstrichen. Mit schwarzer Tinte.

Zu einer anderen Kopfwäsche musste er antreten, als er zur 380-kV-Leitung keine eigene Arbeitsgruppe leiten wollte. „Ich habe nur ungeschminkt meine Meinung gesagt. Das ging, weil ich pragmatisiert war. Ich weiß nicht, wie ich mich geäußert hätte und wie ich der Politik entgegengetreten wäre, wenn ich kündbar gewesen wäre.“

Nicht umsonst nennen ihn manche wegen seiner Präzision den „menschgewordenen Paragrafen“, versessen auf Kleinigkeiten. „Der Faber“ sei sich schon bewusst, dass er gebraucht werde. Und das mache den Beamten der alten Schule durchaus eitel. „Nennen Sie es ruhig Arroganz“, sagt er selbst.

Gesetzesentwürfe online einsehbar

Was von ihm bleibe? „Ich hinterlasse eine gut geordnete Landesrechtsordnung. Mit viel Transparenz in der Gesetzgebung: Jeder Gesetzentwurf ist im Internet auffindbar. Jeder Bürger ist eingeladen, eine Stellungnahme dazu abzugeben.“

Als letztes großes Werk hat der Landeslegist am Donnerstag das neue Nationalparkgesetz auf den Weg geschickt. Unterzeichnet mit schwarzer Tinte. „Das macht mir Freude, wenn darin meine Handschrift merkbar ist.“ Für die Pension gebe es außer der Fertigstellung seines Hausumbaus keine großen Pläne. Eventuell kaufe er ein neues Klavier. Er habe vieles vernachlässigt, da gebe es einiges nachzuholen.

In der Presseaussendung des Landes hat Faber noch einen Fehler gefunden und markiert. „Grundverkehrskommission“ steht da. Der Richtigkeit halber heiße es „Grundverkehrslandeskommission“, in der er 1973 angefangen habe. „Aber als Korrektor will ich nicht in die Geschichte eingehen.“ Punkt.

Quelle

Zeitfolge