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Lindenhof (Froschheim)

Der Lindenhof in Froschheim
Stadtansicht von Kulstrunk

Der Lindenhof war ein kleines historisches Bauerngut in Salzburg-Froschheim, genauer an der einstigen Froschheimer Landesstraße (heute Elisabethstraße). Er stand einmal dort, wo sich heute der Nordteil des Kieselgebäudes in der Elisabeth-Vorstadt befindet. Auf älteren Karten findet sich hier auch der Name Ziererhof.

Geschichte

Bis ans Ende der 1850er-Jahre als Salzburg noch Festungsstadt mit Wällen und Gräben war und keine Schienenwege zur alten fürsterzbischöflichen Residenzstadt führten, standen ziemlich weit außerhalb des damaligen Mirabelltores, vor dem eine Holzbrücke über die nassen Festungsgräben führte, entlang der "Froschheimer Landesstraße" vereinzelte kleine Bauerngüter.

Neben dem 'Plainweg' befand sich der kleine Lindenhof. Unweit dessen lag der Kugelfang der Schießstätte, die etwa an der Stelle des späteren Park-Hotel Nelböck (heute Wirtschaftsförderungsinstitut) stand. 1858 war der Bau der Elisabeth-Westbahn so weit fortgeschritten, dass auch der Hauptbahnhof zu bauen begonnen wurde.

Dadurch geriet der Lindenhof in Bedrängnis. Die meisten Felder um das kleine Gehöft herum wurden für Bahnanlagen benötigt, und schließlich stand der alte Bau im Zwickel der 'Froschheimer'- und der 'Westbahnstraße', getrennt von seinen übrigen Feldern. So kam es, dass der Lindenhof seine Funktion als Bauernhof verlor und - in Zeiten zunehmender Wohnungsknappheit - zu einem Miethaus wurde. Einige Jahre war er auch als Café-Restaurant genutzt.

1905 wurde die St.-Julien-Straße angelegt, wodurch der letzte Grundstreifen hinter dem Hause verloren ging. So stand der alte Lindenhof mit seinem kleinen Kartoffelacker nun auf einer Insel zwischen drei Straßen.

Besitzer

Die Geschichte des Hofes bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts ist nicht bekannt. 1730 wurde er vom alten Brunnfeldgut abgetrennt und bildete ein eigenes Bauerngut. 1737 erscheint der Eisenhändler Christoph Gschwendtner als Besitzer, 1764 der Metzger Georg Hörlein, 1794 der Lohnrüster Christoph Leeb. Im Hypothekenbuch heißt es: "Eine Hausstatt nebst Stall und Fleischbank in Froschheim Nr. 4. Daran liegender Feldgrund mit Einschluss ein Garten und Winkel bei der Schiessstätte, mit acht Tagbau und 884 Quadratklafter, insgemein der Lindenhof genannt..."

Im Jahr 1812 kaufte der Schustermeister Anton Hendel den Hof um 2.030 Gulden. 1860 wurde das auf dem Gut ruhende Servitut "dass der Lindenhof, in Burgfried liegend, von der Last, im Kriegsfall dem Fortifikationskommando zur Demolierung unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden müsste" aufgehoben. 1870 kaufte der Glasermeister Vinzenz Rehle den Hof, 1892 erbten ihn die Töchter, 1900 gehört er der Karoline Rehle, 1904 dem Josef Kaps, Gasthofbesitzer zur „Goldenen Krone". 1906 erwarb ihn der Hotelier Georg Jung.

1913 kaufte die OHG Kiesel den Besitz. Im Mai 1923 begann der Bau des großen Druckereigebäudes. Der alte Lindenhof wurde ganz klein, als um ihn herum die hohen Wände des Neubaues emporwuchsen. Seine Tage waren gezählt. Mit seinem Abbruch wurde begonnen. An seine Stelle trat eine, mit allen modernen Einrichtungen ausgestattete Buchdruckerei. "So muss im Leben das Alte weichen, um dem Neuen Platz zu machen." endete der Beitrag von Josef Eder.

Quelle