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Elisabeth-Vorstadt

Der Salzburger Stadtteil Elisabeth Vorstadt
Elisabeth-Vorstadt
im Bild: oberhalb vom Hauptbahnhof (weißes Flugdach) und hinter dem Hotel Europa (weißes Hochhaus)

Elisabeth-Vorstadt ist ein Stadtteil im Norden der Stadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Bevölkerung

In Stadtteil wohnen 2015 ca. 7 500 Menschen

Geografie

Grenzen (Lage)

Die Elisabeth-Vorstadt liegt zwischen der Neustadt und Itzling. Der Stadtteil wird im Westen von der Salzach, im Norden von der Erzherzog-Eugen- und der August-Gruber-Straße, im Osten und im Süden von den Gleisanlagen des Hauptbahnhofs begrenzt, die bis zur Eisenbahnbrücke reichen.

Stadtteil und seine Teile

Der Stadtteil besteht aus zwei Teilen: der Elisabeth-Vorstadt (im engeren Sinne) und Froschheim .

Elisabeth-Vorstadt

Der Ortsteil Elisabeth-Vorstadt liegt im Osten der Plainstraße und reicht bis zum Hauptbahnhof. Umgangssprachlich wird dieser Teil auch als 'Plainviertel' oder 'Bahnhofsviertel' bezeichnet.

Froschheim

Hauptartikel: Froschheim

Der Ortsteil Froschheim liegt im Westen der Plainstraße und reicht bis zum Josef-Mayburger-Kai an der Salzach im Westen.

Katastralgemeinde

Die Katastralgemeinde Salzburg - Abteilung Froschheim ist gleichbedeutend dem Stadtteil 'Elisabeth-Vorstadt'.

Geschichte

Die Gegend wurde im Mittelalter als "Fieberbrunn" bezeichnet. Ab dem 18. Jahrhundert setzte sich allmählich der Name "Froschheim" für das zwischen Itzling, Schallmoos und der Salzach im Norden der jeweiligen Stadtmauer gelegene Gebiet durch. Der Name dürfte sich auf die zahlreichen Frösche beziehen, die vor der Salzachregulierung die Auen bevölkerten. Das „älteste" Froschheim begann beim Sauterbogen, wurde aber mit der herausrückenden Stadtmauer immer kleiner.

Das Bayrische Platzl war eine Stelle in der heutigen Elisabeth-Vorstadt, die zur Zeit der Fürsterzbischöfe eine Freistätte der Bayernherzöge (und deren Gesandter) war.

Froschheim war kein Dorf, sondern ein Vorort. Um 1830 umfasste es 20 Höfe. Die landwirtschaftlichen Gründe grenzten bis auf wenige Ausnahmen an die an der Froschheimer Hauptstraße – heute Elisabethstraße – gelegenen Anwesen. Die Siedlung bildete somit einen geschlossenen Komplex entlang der wichtigen Verkehrsverbindung zwischen der Stadt und den nördlich gelegenen Orten Bergheim und Oberndorf.

Am 12. Juli 1901 wurde Froschheim anlässlich der Kaiserfesttage zu Ehren von Kaiserin Elisabeth von Österreich in Elisabeth-Vorstadt umbenannt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verwandelte sich das bislang landwirtschaftlich genutzte Gebiet in ein städtisches Siedlungs- und Industriegebiet. Von entscheidender Bedeutung waren hierfür der Bau der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn (1860) samt dem in Froschheim gelegenen Salzburger Hauptbahnhof, die Schleifung der Stadtmauern (ab 1866), die Salzachregulierung sowie die Errichtung (1902) der Lehener Brücke. Diese bedeutenden Veränderungen stießen die planmäßige Aufschließung und Bebauung der landwirtschaftlichen Gründe Froschheims an. Die Urbanisierung fand in der Umbenennung des Stadteils in „Elisabeth-Vorstadt ihren sinnfälligen Ausdruck.

Sylvester Oberberger, der als "Schöpfer" des Stadtteils gilt, gründete 1898 ein Komitee für die Umbenennung des Vorortes. Zunächst wollte er erreichen, dass Froschheim anlässlich des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums in Kaiser-Franz-Josef-Vorstadt umbenannt würde, dann wechselte er auf Kaiserin-Elisabeth-Vorstadt. Nach tatkräftiger Unterstützung durch Bürgermeister Franz Berger beschloss der Salzburger Gemeinderat am 12. Juli 1901 die Umbenennung Froschheims in „Elisabeth-Vorstadt“.

Der Stadtteil soll nach Angaben von Dr. Reinhard Medicus kurz nach dem Zweiten Weltkrieg (offensichtlich als Zeichen der demonstrativen Loslösung von monarchischen Vorbildern) wieder in Froschheim umbenannt worden sein (Quellenangaben dazu lassen sich nicht belegen; der Österreichische Amtskalender nennt einzig den Stadtteil Elisabeth-Vorstadt, womit eine offizielle Rückbenennung ausgeschlossen werden kann).

Sehenswürdigkeiten

Stadtpfarrkirche St. Elisabeth

Hauptartikel: Stadtpfarrkirche St. Elisabeth

Zuerst war St. Elisabeth eine Filialkirche von St. Andrä und wurde von Kalasantiner-Patres, ab 1934 von Jesuiten-Patres betreut. 1938 wurde dann St. Elisabeth eine eigene Pfarre. 1931 bis 1932 stand hier eine Marienkapelle samt großem Keller, die als Krypta der geplanten Kirche gedacht war. Hermann Rehrl hatte sie entworfen. Der große kellerartige Raum, als Unterkirche geplant und 1935 erbaut, sollte später für einige Jahrzehnte der Elisabethbühne (seit dem Umzug in das Nonntal 1996 ist dort die Probebühne untergebracht) als viel besuchter Veranstaltungsort dienen. Der nur ansatzweise errichtete Kirchenneubau wurde 1944 durch Bomben schwer beschädigt und die Unterkirche nach dem Krieg wiederaufgebaut.

Die Kirche St. Elisabeth wurde in wesentlichen Teilen dann erst 19531955 in Form einer mächtigen dreischiffigen Basilika errichtet, die an frühchristliche Bauelemente und damit auch an frühchristliches Gedankengut anknüpfen will. Bekannt ist die Kirche für ihre gute Akustik, die sie für geistliche Musikdarbietungen besonders geeignet macht. Der ebenfalls geplante mächtige Kirchturm wurde aus Kostengründen aber nicht verwirklicht. Die Pläne der Kirche stammen von Bruno Apolloni-Ghetti. Diese Kirche wurde anfangs Europäische Friedenskirche St. Elisabeth genannt, sie war durch Spenden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz finanziert worden und die erste Pax-Christi-Kirche Österreichs.

Oft ist der Pfarrhof jünger als die Kirche, hier ist es umgekehrt. Als Pfarrhof für die Elisabethkirche dient heute das von Giovanni Gaspare Zuccalli (dem Erbauer der Erhardkirche und Kajetanerkirche) für die freieigenen Herren von Caspis im Jahr 1685 errichtete Caspisschlössl, das später auch Schloss Schöneck und danach Villa Haimerle genannt wurde. Es lag vor der Salzachregulierung fast unmittelbar am Salzachufer. Nach dem kleinen, aber gediegen ausgestatteten und gut erhaltenen Schlösschen waren lange die umgebenden Felder Caspisfelder und die dortige Au Caspisau benannt.

Nächstgelegen sind hier die Volks- und Hauptschule untergebracht. Diese Schulgebäude wurden 19301931 erbaut und waren 1944 durch Bomben ebenfalls schwer beschädigt worden.

weitere Sehenswürdigkeiten

Bauten und Gebäude

Verkehr

Betriebe und Unternehmen

Gesellschaft und soziale Einrichtungen

Kultur

Persönlichkeiten

Verstorbene
  • Franz Berger, Viehändler, Bankier, Politiker und Bürgermeister der Stadt Salzburg
  • Sylvester Oberberger, ein Großgrundbesitzer und Grundstücksmakler in Salzburg; er gilt als "Schöpfer" des Stadtteils Elisabeth-Vorstadt.

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Bilder

 Elisabeth-Vorstadt – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Elisabeth-Vorstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

  • SAGIS (Stadt- und Ortsteile)
  • Salzburger Stadtteilnamen
  • „Im Namen ihrer Majestät“, in Salzburger StadtAnzeiger 24.2.1999 S. 12.
  • verwandte Salzburgwiki-Artikel

Fußnoten