Elisabeth-Vorstadt

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Stadtteilbild
Elisabeth-Vorstadt oberhalb des Hauptbahnhofs (weißes Flugdach) und hinter dem Hotel Europa (weißes Hochhaus).
Stadtteilkarte
Stadtteil elisabeth vorstadt.jpg
Daten (Stand 2019)
Fläche: 0,73 km² (1,11 %)[1]
Einwohner: 7 461 (4,78 %)[2]
Einwohner pro km²: 7 461
Haltestelle
öffentlicher Verkehr:
23
Nahversorger: 15
Altersverteilung: 14,0 % bis 14 Jahre
13,7 % 15–24 Jahre
32,6 % 25–44 Jahre
26,0 % 45–64 Jahre
13,7 % ab 65 Jahre
Grünflächen: 10,2 % Grünflächen
3,2 % locker bebaut
62,5 % dicht bebaut
24,1 % Sonstige
Wohnungsgrößen: 27,2 % unter 45 m²
24,6 % 45–59 m²
33,5 % 60–89 m²
9,8 % 90–120 m²
4,9 % über 120 m²

Elisabeth-Vorstadt ist ein Stadtteil im Norden der Stadt Salzburg.

Geografie

Grenzen (Lage)

Die Elisabeth-Vorstadt liegt zwischen der Neustadt im Süden, Itzling im Norden und Schallmoos im Osten. Im Westen wird der Stadtteil von der Salzach begrenzt. Im Norden bilden die Erzherzog-Eugen- und August-Gruber-Straße sowie der Engelbert-Weiß-Weg die Grenze zu Itzling, im Osten und im Süden die Gleisanlagen des Salzburger Hauptbahnhofs, die bis zur Eisenbahnbrücke reichen.

Stadtteil und seine Teile

Der Stadtteil besteht aus zwei Teilen: der Elisabeth-Vorstadt (im engeren Sinne) und Froschheim.

Elisabeth-Vorstadt

Der Ortsteil Elisabeth-Vorstadt liegt im Osten der Plainstraße und reicht bis zum Salzburger Hauptbahnhof. Umgangssprachlich wird dieser Teil auch als 'Plainviertel' oder 'Bahnhofsviertel' bezeichnet.

Froschheim

Hauptartikel: Froschheim

Der Ortsteil Froschheim liegt im Westen der Plainstraße und reicht im Westen bis zum Josef-Mayburger-Kai an der Salzach.

Katastralgemeinde

Die Katastralgemeinde Salzburg - Abteilung Froschheim ist gleichbedeutend dem Stadtteil 'Elisabeth-Vorstadt'.

Geschichte

Die Gegend wurde im Mittelalter als "Fieberbrunn" bezeichnet. Ab dem 18. Jahrhundert setzte sich allmählich der Name Froschheim für das zwischen Itzling, Schallmoos und der Salzach im Norden der jeweiligen Stadtmauer gelegene Gebiet durch. Der Name dürfte sich auf die zahlreichen Frösche beziehen, die vor der Salzachregulierung die Auen bevölkerten. Das „älteste" Froschheim begann beim Sauterbogen, wurde aber mit der herausrückenden Stadtmauer immer kleiner.

Das Bayrische Platzl war eine Stelle in der heutigen Elisabeth-Vorstadt, die zur Zeit der Fürsterzbischöfe eine Freistätte der Bayernherzöge (und deren Gesandter) war.

Froschheim war kein Dorf, sondern ein Vorort. Um 1830 umfasste es 20 Höfe. Die landwirtschaftlichen Gründe grenzten bis auf wenige Ausnahmen an die an der Froschheimer Hauptstraße – heute Elisabethstraße – gelegenen Anwesen. Die Siedlung bildete somit einen geschlossenen Komplex entlang der wichtigen Verkehrsverbindung zwischen der Stadt und den nördlich gelegenen Orten Bergheim und Oberndorf bei Salzburg.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verwandelte sich das bislang landwirtschaftlich genutzte Gebiet in ein städtisches Siedlungs- und Industriegebiet. Von entscheidender Bedeutung waren hierfür der Bau der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn (1860) samt dem in Froschheim gelegenen Salzburger Hauptbahnhof, die Schleifung der Stadtmauern (ab 1866), die Salzachregulierung sowie die Errichtung (1902) der Lehener Brücke. Diese bedeutenden Veränderungen stießen die planmäßige Aufschließung und Bebauung der landwirtschaftlichen Gründe Froschheims an. Die Urbanisierung fand in der Umbenennung des Stadtteils in Elisabeth-Vorstadt ihren sinnfälligen Ausdruck. 1865 wurde das Hôtel de l'Europe eröffnet, an dessen Stelle nach dem Zweiten Weltkrieg das Hotel Europa als erstes Hochhaus in der Stadt Salzburg errichtet wurde.

Sylvester Oberberger, der als "Schöpfer" des Stadtteils gilt, gründete 1898 ein Komitee für die Umbenennung des Vorortes. Zunächst wollte er erreichen, dass Froschheim anlässlich des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums in Kaiser-Franz-Josef-Vorstadt umbenannt würde, dann wechselte er auf Kaiserin-Elisabeth-Vorstadt. Nach tatkräftiger Unterstützung durch Bürgermeister Franz Berger beschloss der Salzburger Gemeinderat am 12. Juli 1901 die Umbenennung Froschheims anlässlich der Kaiserfesttage zu Ehren von Kaiserin Elisabeth von Österreich in Elisabeth-Vorstadt.

Die OHG Kiesel erwarb 1925 den Lindenhof und ließ an seiner Stelle das Kieselgebäude errichten, wo u. a. bis 1979 die Salzburger Tageszeitung das Salzburger Volksblatt gedruckt wurde.

Der Stadtteil soll nach Angaben von Dr. Reinhard Medicus kurz nach dem Zweiten Weltkrieg (offensichtlich als Zeichen der demonstrativen Loslösung von monarchischen Vorbildern) wieder in Froschheim umbenannt worden sein (Quellenangaben dazu lassen sich nicht belegen; der Österreichische Amtskalender nennt einzig den Stadtteil Elisabeth-Vorstadt, womit eine offizielle Rückbenennung ausgeschlossen werden kann).

Religion

Die Stadtpfarrkirche ist die Stadtpfarrkirche St. Elisabeth. Der Weg der Wallfahrt Maria Plainbeginnt beim Bildstock in der Elisabethstraße 1.

Bauwerke

Stadtpfarrkirche St. Elisabeth

Hauptartikel: Stadtpfarrkirche St. Elisabeth

Zuerst war St. Elisabeth eine Filialkirche von St. Andrä und wurde von Kalasantiner-Patres, ab 1934 von Jesuiten-Patres betreut. 1938 wurde dann St. Elisabeth eine eigene Pfarre. 1931 bis 1932 stand hier eine Marienkapelle samt großem Keller, die als Krypta der geplanten Kirche gedacht war. Hermann Rehrl hatte sie entworfen. Der große kellerartige Raum, als Unterkirche geplant und 1935 erbaut, sollte später für einige Jahrzehnte der Elisabethbühne (seit dem Umzug nach Nonntal 1996 ist dort die Probebühne untergebracht) als viel besuchter Veranstaltungsort dienen. Der nur ansatzweise errichtete Kirchenneubau wurde 1944 durch Bomben schwer beschädigt und die Unterkirche nach dem Krieg wiederaufgebaut.

Bei der Stadtpfarrkirche befindet sich die Bibelwelt.

Oft ist der Pfarrhof jünger als die Kirche, hier ist es umgekehrt. Als Pfarrhof für die Elisabethkirche dient heute das von Giovanni Gaspare Zuccalli für die freieigenen Herren von Caspis im Jahr 1685 errichtete Caspisschlössl.

Nächstgelegen sind hier die Volks- und Technische Neue Mittelschule P40 untergebracht. Diese Schulgebäude wurden 19301931 erbaut und waren 1944 durch Bomben ebenfalls schwer beschädigt worden.

Bauten

(alphabetisch)

Nicht mehr bestehende Bauten

Brunnen und Denkmäler

Öffentliche Einrichtungen

Verkehr

Öffentlicher Personennahverkehr

Der Stadtteil ist durch die Obuslinien  1   2   3   5   6  und die Buslinien 25 27 mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Haltestellen

August-Gruber-Straße - Engelbert-Weiß-Weg - Erzherzog-Eugen-Straße - Gebirgsjägerplatz - Jahnstraße - Kiesel - Plainschule - Salzburg Hauptbahnhof - St. Julien-Straße

Straßen

alphabetisch, Hauptverkehrsstraßen sind kursiv gekennzeichnet

Plätze

Brücken

Betriebe und Unternehmen

Einkaufszentren

Gesellschaft und soziale Einrichtungen

Kino

Kultur

Museum

Persönlichkeiten

Verstorbene
  • Franz Berger, Viehändler, Bankier, Politiker und Bürgermeister der Stadt Salzburg
  • Sylvester Oberberger, ein Großgrundbesitzer und Grundstücksmakler in Salzburg; er gilt als "Schöpfer" des Stadtteils Elisabeth-Vorstadt.

Bilder

 Elisabeth-Vorstadt – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Elisabeth-Vorstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

  • SAGIS (Stadt- und Ortsteile)
  • Salzburger Stadtteilnamen
  • „Im Namen ihrer Majestät“, in Salzburger StadtAnzeiger 24.2.1999 S. 12.
  • Wohnen in der Stadt Salzburg, Marktbericht 2019, Herausgeber Team Rauscher Immobilien GmbH, 2019

Einzelnachweise

  1. Anteil an der gesamten Stadtfläche
  2. Anteil an der gesamten Stadtbevölkerung


Salzburger Stadtteile und Landschaftsräume in der Stadt Salzburg