Mountainbiker versus Wanderer

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Mountainbiker und Wanderer sind auf Kollisionskurs in vielen Teilen des Bundeslandes Salzburg.

2013: Pinzgau

Als Mitverursacher des Ärgers im Pinzgau werden ausgerechnet Tourguides festgestellt, beispielsweise im Raum Zell am See.

Gerhard Schaffer, Berufsjäger, ist seit etwa 2003 in Thumersbach-Erlberg unterwegs. Er berichtet von Klagen von Wanderern im Bereich der Familienwanderwege beim Hundstein über undiszipliniertes Verhalten von Mountainbiker.

Obwohl es für Mountainbiker in diesem Gebiet zwei gut ausgeschilderte Routen gibt - von Bruck an der Großglocknerstraße nach Thumersbach und einen von Bruck an der Großglocknerstraße und Thumersbach zum Hundstein - werden die Fahrverbote auf allen anderen Wegen von Mountainbikern zunehmend missachtet.

Schaffer berichtet von Downhiller [Radfahrer, die mit ihrem geländegängigen Fahrrad von einem Berg bergab fahren], die die Wanderwege herunterrasen, rücksichtslos auf Wanderer zurasen, über Wege springen und dabei sich und Wanderer gefährden. Nicht zuletzt stören sie dabei auch das Wild. Wenn Schaffer die Mountainbiker aufzuklären versucht, versteht es zwar ein Teil, jedoch von vielen wird er beschimpft. Als Übel ortet Schaffer dabei ausgerechnet Tourguides, die mit ihren Gruppen rücksichtslos daherkommen.

Die Mountainbiker selbst bringen sich in Gefahr, wenn hinter einer uneinsichtigen Kurve ein Wagen mit Seilzug gerade Holz wegbringt.

Am schön ausgebauten Wanderweg zur Weberalm beobachtet Schaffer an manchen Wochenende bis zu 150 Biker, die das Fahrverbot missachten.

Leidtragendes Wild

Aufgeschrecktes Wild bringen sie in Stress, es traut sich nicht mehr auf die Äsungsflächen und verbeißt sich in Jungbäume, schält Fichten. Diese werden faul und brechen ab, forstwirtschaftlicher Schaden ist die Folge. Erschreckte Tiere legen oft kilometerlange Distanzen zurück, wenn sie in Stress geraten. Gerade auch, wenn Biker plötzlich auftauchen, Bremsen quietschen und irgendetwas klappert. Da sich Wanderer langsam nähern, kann sich das Wild darauf rechtzeitig einstellen.

2018

Am 3. September 2018 wurde eine Schweizer Wanderin bei Kollision mit Mountainbiker in Leogang schwerst verletzt. Das Ehepaar aus der Schweiz wanderte gerade auf einer Forststraße am Asitz im Bereich der “Alten Schmiede” und “Bergstation Muldenbahn”, als sie zwei von hinten herannahenden Mountainbikern Platz machten. Als ein weiterer Mountainbiker talwärts fuhr, wich er ebenso wie die beiden Wanderer auf das Gras neben der Forststraße aus. Dabei kam es jedoch zur fatalen Kollision. Die Frau erlitt laut Polizei schwere Blessuren und kam mit dem Notarzthubschrauber in die Tauernklinik Zell am See. Der 31-jährige Mountainbiker blieb unverletzt.[1]

Quelle

Einzelnachweis