Naurerkapelle

Aus Salzburgwiki
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Einweihung der Kapelle 1978
Die Kapelle 2016

Die Naurerkapelle ist eine Hofkapelle nahe St. Wolfgang am Wolfgangsee im Salzkammergut in Oberösterreich.

Allgemeines

Wer auf der alten Wolfgangerstraße Richtung Bad Ischl fährt, sieht auf der rechten Seite auf einem kleinen Hügel beim Naurergut der Familie Eisl, Mönichsreith 2, welches im Urbar schon um 1376 unter Wolfel daez den awern genannt wird, eine kleine neu (2016) restaurierte Kapelle. Von hier aus bietet sich ein wunderbarer Ausblick ins Wolfgangtal, mit dem herrlichen Talschluss des Hochgebirges.

Einst war es der Brauch bei Unglücksfällen vielfacher Art, aus Dank fürs Überleben oder zum Gedenken für die Toten ein Marterl, ein Votivbild oder einen Gedenkstein zu setzen. Viele dieser historischen Kleinbilddenkmäler aus längst vergangener Zeit erinnern an diese Ereignisse. Schicksalsschläge bei Holzschlägerungen, Steinschlag im Gebirge, bei der Jagd oder bei Feuersbrünsten, Naturkatastrophen und Blitzschlag wie im Falle des Naurergutes werden zum Gedenken an die Toten in Erinnerung behalten. Bei diesem Großbrand durch Blitzschlag in den 1970er-Jahren erlitt Dachdecker-Spenglermeister Wolfgang Linsmayer aus St. Wolfgang 'in Erfüllung seiner aufopfernden Pflicht' den Stromtod. Durch seinen wagemutigen Eingriff schützte er das Leben einer Schar freiwilliger Helfer.

Diesen Schicksalsschlag nahm der Männergesangverein von St. Wolfgang wahr, um einen Gedenkstein für den Sangesbruder anfertigen zu lassen. Eine festliche Einweihung und Enthüllung der Gedenktafel an der Kapelle im Untergäu war für den MGV St. Wolfgang ein Herzensbedürfnis zum Auftakt des einhundertjährigen Jubiläums am 28. April 1978. Konsistorialrat Pfarrer Rafferzeder nahm die feierliche Einweihung vor. Vorstand Hotelier Fritz Vogler sprach Worte des herzlichen Gedenkens, Chorleiter Ferdinand Jocher leitete bei dieser Gedenkstunde die Chorvorträge. Abordnungen der Vereine wie eine Reitergruppe des St. Wolfganger Reitvereines gaben Wolfgang Linsmayer an diesen strahlenden Frühlingstag 1978 die letzte Ehre. Im Anschluss beim Festauftakt ließen es sich die Landeshauptleute von Oberösterreich und Salzburg mit ihren Gattinnen nicht nehmen, dem Jubelverein ihre Reverenz zu erweisen.

Die aus diesem Anlass so sorgfältig und sachgerecht restaurierte Kapelle vor dem Naurergut mit dem Tafelbild der Heiligen Familie und dem Gedenkstein für Wolfgang Linsmayer ist im besten Sinne heute wie damals ein gutes Beispiel zur Erhaltung alten Kulturgutes. Auf die hübsche Holzdachkonstruktion mit Schindeldeckung, die sich mit dem Altbestand harmonisch verbindet, wurde besonders Bedacht genommen. Die Gedenktafel für Wolfgang Linsmayer wurde vom Steinmetzmeister Wolfgang Mayer in Salzburg aus Antikmarmor angefertigt.

Quelle

  • Adele Sungler

Verfasser