Platzsturm bei SK Hallein vs. SAK 1914 (1964)

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Der Platzsturm bei SK Hallein vs. SAK 1914 ereignete sich im Herbst 1964 bei einem Landesligaspiel der beiden Vereine in Hallein.

Schatztruhe

Die letzten Tage im Oktober, die ersten im November des Jahres 1964 hatten es in sich – in der Geschäftsstelle des Salzburger Fußballverbandes (SFV) mussten Überstunden gemacht werden. Was war geschehen? Zuerst brachte ein frühzeitiger Wintereinbruch das Meisterschaftsprogramm völlig durcheinander, nach dem Schneesturm ereignete sich ein bis dahin nicht bekannter Platzsturm, der schwere Strafen nach sich zog.

Der Westen Österreichs ging vor 50 Jahren im Schnee unter, Austria Salzburg konnte nicht in Kufstein spielen, viel schlimmer war es im eigenen Bundesland. Am Spieltag wurden in Bad Gastein 70 cm, in Kaprun 30 cm Neuschnee gemessen, an Fußball war nicht zu denken. So mussten auf einen Schlag 42 Matches der Kampfmannschaften abgesagt werden.

Was dem SFV aber noch mehr zu schaffen machte, war ein Ereignis auf dem Platz des Halleiner SK. Der Tabellenzweite der Landesliga hatte im Spitzenspiel den SAK zu Gast. 800 Zuschauer sahen ein spannendes Spiel. Es stand 2:2, als in der 84. Minute der Halleiner Weikl den SAK-Torhüter Volkmann grob foulte. Daraufhin wurde Weikl von einem SAK-Verteidiger gewürgt, in der Folge sprachen die Fäuste. Das war zugleich das Signal für den Platzsturm von mindestens 100 Halleiner "Fans", die auf dem Feld Jagd auf die SAK-Spieler machten. Für Ordnung sorgte erst die Gendarmerie, die den ersten Platzstürmer auch festnahm. Einige Spieler mussten im Unfallkrankenhaus Salzburg verarztet werden.

Noch nie zuvor hatte es im Salzburger Fußball einen derartigen Publikumswirbel gegeben. Entsprechend lange dauerte das Verfahren beim SFV. Dessen Straf- und Meldeausschuss führte zahlreiche Einvernahmen durch und fällte mehrere Wochen später, am 25. November, das Urteil wegen "Versagen des Ordnerdienstes": 2 Punkte und 3:0 Tore für den SAK. Kein Spieler wurde bestraft, weil keiner ausgeschlossen worden war.

Übrigens: Genau zehn Jahre später wurde das Spiel Straßwalchen gegen ASV bei 2:1 abgebrochen, da wurde der schuldige Spieler sehr wohl bestraft: Kogler vom ASV erhielt eine zweijährige Sperre, die bislang längste im Fußballverband. Er hatte Referee Bermoser einen Kinnhaken verpasst.

Quelle

  • Joachim Glaser: 1964: Erst der Schneesturm, dann der Platzsturm, SN 3. November 2014