Rathgeber spielt Theater

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Monika Rathgeber spielt Theater als Monika Rathgeber auf der Bühne: Die Schlüsselfigur des Salzburger Finanzskandals als Schauspielerin in einem Stück der Regie-Abteilung der Kunstuni Mozarteum hat heftige Reaktionen ausgelöst.

Stöckl: "Kein Verständnis für derartiges Theater"

Finanzreferent LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) sprach in einer Aussendung am 20. Mai 2014 von einer "Provokation gegenüber der gesamten Salzburger Bevölkerung". Stöckl argumentierte, dass die Salzburger jetzt unter großer Kraftanstrengung den finanziellen Scherbenhaufen beseitigen und den Finanzskandal aufarbeiten müssten: "Ich kann nur den Kopf schütteln, dass jemand, der im Finanzskandal bekanntlich eine tragende Rolle gespielt und im Land so ein Chaos hinterlassen hat, jetzt auch noch für ein Theaterstück zur Verfügung steht. Das grenzt schon an Realitätsverweigerung."

Die Tatsache, dass die ehemalige Leiterin des Budgetreferates in einem Theaterstück sich selbst spielt, habe seit der Aufführung des Stückes am vergangenen Samstag, den 17. Mai 2014 im Kunstquartier des Mozarteums zu zahlreichen empörten Anrufen aus der Bevölkerung geführt. "Ich kann mich nur wundern und habe kein Verständnis für ein derartiges Theater. Dass der Finanzskandal für das Land und die Bevölkerung ein Drama ist, wissen wir auch ohne Inszenierungen", so der Finanzreferent.

SPÖ kritisiert ÖVP

Von Realitätsverweigerung sprach auch Walter Steidl, Landesparteichef der oppositionellen SPÖ. Die Einseitigkeit, in der die Verantwortung an diesem Skandal der SPÖ zugeschoben werde, sei "mehr als bedenklich". Steidl kritisierte aber nicht nur die "Schauspielerin" Monika Rathgeber und das Theater, sondern vor allem auch die ÖVP. Stöckl und seine Partei hätten die Basis gelegt für dieses zwar "problematische aber nicht ruinöse" Finanzdesaster und versuchten jetzt, Kapital daraus zu schlagen. "Denn sachlich betrachtet macht der Finanzskandal nur 13 Prozent der Gesamtschulden des Landes aus."

"Der Kaufmann von Salzburg"

Das Stück selbst trägt den Titel "Der Kaufmann von Salzburg". Studenten der Abteilung Schauspiel und Regie hatten sich mit dokumentarischem Theater beschäftigt und die vierteilige Reihe "Erkundungen der Wirklichkeit - Salzburg on Stage" auf die Bühne gebracht. Im vierten Teil wurden Texte von Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" mit Texten von Rathgeber sowie dem ehemaligen ORF-Moderator Michael Mair und dem Welle 1-Moderator Erwin Himmelbauer kombiniert.

Zwischen Casino-Spieltischen und Moderatoren-Sprechkabinen präsentierten sich Rathgeber und Co. nicht als Laienschauspieler, sondern als reale Figuren, die durch den Theaterraum, eine Reihe von Proben, Beleuchtung und Publikum in einen künstlerisch-theatralischen Kontext eingebunden wurden. "Das Risiko einer gewissen Einseitigkeit war uns durchaus bewusst", so Jutta Wallerich, Disponentin und PR-Verantwortliche der Schauspiel-Abteilung des Mozarteums. "Aber durch die beiden Journalisten war ein Gegengewicht vorhanden. Und theatralisch hat dieses Projekt hervorragend funktioniert."

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