Saalfelden am Steinernen Meer: Eigentümer von Sportplatz gesucht

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In Saalfelden am Steinernen Meer wird der Eigentümer von Sportplatz wird gesucht

Vorgeschichte

Die veralterte Sportplatzanlage der Stadt sollte 2012 erneuert werden. Dabei stieß die Stadtgemeinde auf eine unangenehme Tatsache: das geplante Areal ist gar nicht im Besitz der Stadtgemeinde. Der schriftliche Bescheid des Landesagrarsenats bestätigt die Zweifel an den Besitzverhältnissen in der Saalfeldener Bürgerau.

Worum geht es?

Es geht um eine Grundfläche von 9,5 Hektar, darunter jene Flächen, auf denen sich die Sportanlage mit Fußball- und Tennisplätzen und die Vereinsheime der Stockschützen und der Bergrettung befinden sowie die umliegenden Wälder. Als Ende des 19. Jahrhunderts das noch heute gültige Grundbuch erstellt wurde, ist die Gemeinde als Eigentümer der Fläche eingetragen worden. Dabei könnte laut Agrarsenat ein Fehler passiert sein.

Relevante Grundlage für die Eintragung und damit das Eigentumsrecht der Gemeinde ist ein Lokalerhebungsprotokoll vom 27. März 1880. In diesem erklärte der damalige Bürgermeister Alois Thalmeier unter Berufung auf eine Schenkungsurkunde des Fürsterzbischof Michael von Kuenburg aus dem Jahr 1556, dass die Fläche der Gemeinde gehöre. Das steht laut Senat aber in Widerspruch zur Regulierungsurkunde von 1868 und zum vorherigen Grundbuch, dem Hofurbar. In diesem wird die Weidegenossenschaft der Marktgemeinde Saalfelden als Besitzer angeführt und nicht die Marktgemeinde Saalfelden. Die Weidegenossenschaft bestand aus den Besitzern mehrerer Höfe, von denen es heute 17 Rechtsnachfolger gibt. Nur einer davon ist die Gemeinde.

Nu soll die Agrarbehörde umfangreiche Ermittlungen aufnehmen, wem die Fläche gehört. Danach dürfte es einen Rechtsstreit geben. Bis Rechtssicherheit herrscht, könnten so zehn bis 15 Jahre vergehen. So lang ist der von der Gemeinde geplante Umbau der desolaten Anlage wohl unmöglich.

Vizebürgermeister Erich Rohrmoser (SPÖ) hofft, dass man mit allen Beteiligten eine Einigung erzielen kann. Für die bald startende Fußballsaison sollen statt der schimmligen Kabinen und Duschen neue Umkleidecontainer samt Nasszellen gemietet werden.

Siegfried Kainz, Präsidiumsmitglied des Fußballvereins FC Pinzgau, der auf der Anlage spielt, sagt, die Situation in der Bürgerau sei so vertrackt, dass es am besten wäre, die Zelte dort abzubrechen und an anderer Stelle eine neue Sportanlage zu bauen.

Quelle