Borkenkäfer

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Links Landesrat Josef Schwaiger mit Landesforstdirektor Michael Mitter bei Besichtigung eines Baumes, der von diesem Schädling befallen ist.

Die Borkenkäfer (Scolytinae) sind eine als Baumschädlinge bekannte Familie (oder Unterfamilie) der Käfer (Coleoptera).

Arten

In Europa gibt es etwa 154, weltweit 4000 bis 5000 Borkenkäferarten.

Nach der Lebensweise der Larven lassen sich die Borkenkäfer in Rindenbrüter und Holzbrüter einteilen:

  • Rindenbrüter: Ihre Larven ernähren sich von den saftführenden Schichten des Baumes in der Rinde (Bastgewebe). Da diese Schicht die Lebensader des Baumes darstellt, ist der Befall für diesen meist tödlich. Wichtige Rindenbrüter und ihre bevorzugten Baumarten sind:
  • Holzbrüter: Ihre Larven leben im Holzkörper und ernähren sich von Pilzrasen, die vom Muttertier angelegt worden sind. Ein wichtiger Holzbrüter ist
der Gestreifte Nutzholzborkenkäfer (Trypodendron lineatum), der liegendes Nadelholz bevorzugt.

2018: Der Borkenkäfer ist entlarvt

Eine digitale Landkarte der Entwicklungsstadien

In Salzburg haben Forstexperten des Landes und Meteorologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) eine digitale Borkenkäfer-Landkarte erstellt. Dort sieht man exakt, wo und wann sich der Vielfraß in welchem Entwicklungsstadium befindet. "So können Gegenmaßnahmen gezielt in Angriff genommen werden. Der Schädling wird für uns 'berechenbarer', dabei spielt die Temperatur eine wesentliche Rolle, wie mir die Experten versichert haben", sagt Landesrat Josef Schwaiger.

Salzburgs Forstschutzreferent Ludwig Wiener und Bernhard Niedermoser von der ZAMG haben in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur eine digitale Landkarte erstellt, die die Borkenkäfer in ihrem jeweiligen Entwicklungsstadium zeigen. Einfach gesagt: Unter acht Grad Celsius gibt es gar keine Aktivität des Schädlings. Von der Eiablage bis zum "Ausbohren" des fertigen Jungkäfers braucht es eine Temperatursumme von 550 Grad. Wenn es wärmer ist, wird diese Summe früher erreicht, bei Kälte später. So wird der Holzfresser berechenbarer, befallene Bäume können rechtzeitig identifiziert und bearbeitet werden.

Regionale Unterschiede, wann der Schädling ausfliegt

Beträgt die Temperatursumme, also die Summe der durchschnittlichen Tagestemperaturen, zum Beispiel bereits 450 Grad und ist eine warme Woche prognostiziert, kann man damit rechnen, dass der Käfer ausfliegt und dann andere Bäume befällt. "Regionale Unterschiede werden durch das Prognosemodell berücksichtigt. In Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern und Förstern kann rechtzeitig etwas unternommen werden", so Schwaiger, der sich von Landesforstdirektor Michael Mitter das System genau erklären ließ und auf die Profis vor Ort setzt: "Wenn wir wissen, wann das so genannte Einbohren stattfand, sind die Bezirksförster vorgewarnt."

Ganz Österreich "heiß" auf die Käfer-Landkarte

Das Prognosemodell "made in Salzburg" ist zurzeit im Bundesland Salzburg und in Tirol im Einsatz, ganz Österreich zeigt massives Interesse daran. "Der Klimawandel ist eine Tatsache, der Borkenkäfer liebt es warm, daher wird sich das Problem nicht nur in Salzburg verschärfen", sagt Meteorologe Bernhard Niedermoser. Und Landesforstdirektor Michael Mitter fügt hinzu: "Wir sind hier gemeinsam mit der ZAMG Vorreiter. Andere jammern über den Klimawandel, wir in Salzburg sind längst tätig geworden, um neue Herausforderungen bewältigen zu können." Und Landesrat Josef Schwaiger unterstreicht: "Die Borkenkäfer-Landkarte ist ein ausgezeichnetes Instrument für die Bezirksförster, um die Ausbreitung des Schädlings rechtzeitig zu erkennen und in weiterer Folge zu verhindern."

Weiterführend

Für Informationen zu Borkenkäfer, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Quellen