Rotbuche

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Bucheckern an einer der Buchen am Eingang zum Riedingtal, die zu den Naturdenkmälern des Landes zählen
Herbstlich verfärbte Krone einer Buche im Naturschutzgebiet Zeller See
Blick in die Kronen zweier Bäume des Naturdenkmals Buchen am Eingang zum Riedingtal
Rotbuchenstamm am Leopoldskroner Weiher
Rotbuche in der Auerspergstraße beim Sanatorium Wehrle.jpg

Die Rotbuche (Fagus silvatica Linné) ist ein Laubbaum, der in allen Bezirken im Bundesland Salzburg heimisch ist, jedoch nur in den Bezirken Außer Gebirg in größeren Beständen vorkommt.

Allgemeines

Die Rotbuche ist ein mittelgroßer bis großer Baum, der im Bestandschluss einen geraden Stamm mit hoch angesetzter Krone aufweist, während er im Einzelstand (Freistand) tief angesetzte Äste entwickelt. Der Baum wächst in den ersten fünf Jahren sehr langsam. Mit etwa 120 Jahren ist die Buche 25 bis 30 Meter hoch. Sie erreicht ein Alter von 120 bis 160 Jahren. Sie kann aber auch bis zu 300 Jahre alt werden und in diesem Fall einen Stammdurchmesser von bis zu 1,5 Metern erreichen.

Erscheinungsbild und Botanisches

Die Rinde ist beim jungen Baum graubraun, glänzend und glatt. Später wirkt sie weißgrau gefleckt und die Rinde alter Bäume erscheint perlmutterglänzend silbergrau. Die Blätter sind auf ihrer Oberseite glänzend und weisen einen welligen, nach der Spitze zu buchtig gezähnten Rand auf. Die Rotbuche wird im Freistand mit 40 bis 50 Jahren mannbar, im Bestandsschluss erst mit 60 bis 80 Jahren. Die Blütezeit ist im Mai, die Samen reifen in den Monaten September bis Oktober und fallen je nach Reifungszeitpunkt im Oktober, bzw. im November ab. Sie sind maximal zu 80 % keimfähig und bleiben dies bis zum darauf folgenden Frühjahr.

Die Rotbuche kommt auch in den Gebirgsbezirken vor und zählt damit auch zu den Bäume im Nationalpark Hohe Tauern.

Standort und Verbreitung

Die Rotbuche hat erhebliche Ansprüche an den Boden und ist ein Baum des atlantischen Klimas. In der Regel wächst die Rotbuche in Tallagen bis zu einer Seehöhe von 1 400 m ü. A. Ihr Anteil an der gesamtösterreichischen Waldfläche beträgt an die zehn Prozent und sie nimmt damit knapp über 50 % der österreichischen Laubwaldfläche ein. Die Rotbuche steht – was die Häufigkeitsreihe heimischer Holzarten betrifft – an zweiter Stelle.

Sie erreicht ihren größten Waldanteil im Wienerwald. Auch in Oberösterreich ist sie häufig. In einigen Bezirken von Niederösterreich, der Steiermark, von Kärnten, Vorarlberg, des Burgenlandes und im Bundesland Salzburg kommt sie häufig vor. In Tirol ist sie im Unterinntal heimisch. In den Salzburger Gebirgsbezirken kommt die Rotbuche eingesprengt vor und einige Tauerntäler wie das Kapruner Tal oder das Fuscher Tal weisen kleinere Rotbuchenbestände auf, die früher u.a. beim Kalkbrennen als Brennmaterial in den Kalköfen eine Rolle spielten.

Der Ortsname Bucheben im Rauriser Hüttwinkltal leitet sich nicht - wie manche meinen - von dort vorkommenden Buchenbeständen sondern vom bergmännischen Pochen ab.

Merkmale des Holzes und seine Verwendung

Im Normalfall sind Kern und Splint rötlichweiß, es kommen aber auch sog. Rotkerne oder Braunkerne vor. Sie sind widerstandsfähiger gegen Pilzbefall und weisen meist bessere technische Eigenschaften auf als das umgebende Splintholz. Das Holz der Rotbuche ist ziemlich schwer, es ist hart und leicht spaltbar. Alle Oberflächenbehandlungen und auch das Tränken und das (Druck)Imprägnieren sind gut möglich, wodurch die an sich nicht so gute Witterungsbeständigkeit in eine sehr hohe Gebrauchsdauer umgewandelt werden kann. Wird das Holz der Rotbuche gedämpft, nimmt es einen schönen rötlichen Farbton an. Ein Nachteil ist aber der hohe Schwindungswert des Holzes.

Die Verwendungsmöglichkeiten des Rotbuchenholzes sind sehr vielseitig. Es werden Furniere und Sperrholz hergestellt und Sitzmöbel, Küchengeräte, Spielwaren, Werkzeugteile und Bürsten erzeugt. Stabparkett und Mosaikparkett, sowie Eisenbahnschwellen (nach Druckimprägnierung) sind weitere Einsatzgebiete des Rotbuchenholzes. Buchenholz wird aber auch als Brennholz verkauft und für die Herstellung von (Textil-) Zellstoff und die Erzeugung von Holzwerkstoffplatten verwendet.

Die Buche als Salzburger Naturdenkmal

Unter den Naturdenkmälern Salzburgs kommt die Buche ebenfalls vor, jedoch bei weitem nicht so häufig wie Linde und Berg-Ahorn. Die Buche in Salzburg-Aigen, Drei Buchen in Goldegg, Buchen am Eingang zum Riedingtal in Mühlbach am Hochkönig, Rotbuche in Hammer in Mauterndorf und die Rotbuche nahe dem Gappmaieranwesen Sauerfeld in Tamsweg wurden bisher zu Naturdenkmälern erklärt.

Andere Buchenarten

Blutbuche

Eine Spielart der Rotbuche ist die Blutbuche (Fagus sylvatica f. purpurea). Sie weist grünrote bis schwarzrote Blätter auf. Sie ist anspruchsvoll, meidet niederschlagsarme Zonen und benötigt ein feuchtwarmes Klima. Die Blutbuche ist gegen starke Kälte, Dürre und große Hitze empfindlich. Sie gedeiht am besten auf mineralreichen und kalkhaltigen Böden. Die Blutbuche ist ein Baum der Ebene und der Mittelgebirge.

Hainbuche

Die (Gemeine) Hainbuche (Carpinus betulus), auch Weißbuche, Hornbaum oder Hagebuche genannt, ist entgegen ihrem Namen keine nähere Verwandte der (Rot‑)Buche, sondern gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae).

Sie ist ein mittelgroßer Baum, der im Normalfall nicht über 25 Meter hoch wird und dessen Stammdurchmesser maximal einen halben Meter erreicht. Die Hainbuche gedeiht auch auf kalten Böden und in Frostlagen. Ihre Wärme– und Lichtansprüche sind gering. Sie ist eine ausgezeichnete Heckenpflanze. Ihr Holz ist gelblichweiß und zäh und nach dem des Speierlings das härteste heimische Holz.

Hopfenbuche

Die (Europäische) Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) ähnelt der Hainbuche und gehört ebenfalls zu den Birkengewächsen. Sie ist ein kleiner bis mittelgroßer Baum, dessen Heimat in Süd- und Südosteuropa liegt.

Quellen

  • Amann, Gottfried : Bäume und Sträucher des Waldes, Neumann Verlag, 13. Auflage, 1980
  • Holzartenmustermappe „Heimisches Holz“, Bundesholzwirtschaftsrat, Wien 1975
  • Salzburgwiki, Stichworte „Listen“ und „Naturdenkmäler
  • Wikipedia, Stichworte „Hainbuche“ und „Hopfenbuchen