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Siegfried Kamml

Siegfried Kamml

Siegfried Kamml (* 1967) ist ein aus Unken stammender und in Berlin lebender Produzent, Regisseur und Autor.

Vorgestellt

Ach, Hollywood! Für den Unkener Siegi Kamml war die Stadt der cineastischen Träume drei Jahre lang Lebensmittelpunkt.

Er holte sich dort das Rüstzeug für eine erfolgreiche Karriere als Film- und Fernsehproduzent. Am Anfang stand freilich das Wort. Kamml schrieb Fußballberichte für die Pinzgauer Nachrichten und Reportagen für ein längst eingestelltes Magazin namens "Gras".

"Es war brotlose Kunst, aber hoffentlich Kunst", erinnert er sich mit einem Lachen. Parallel zum Studium in München arbeitete er für Radiosender.

Aber es blieb der Wunsch nach mehr: "Der visuelle Bereich reizte mich immer. Ich wollte zum Film. Ich kannte aber niemanden." Kamml schlug in den gelben Seiten des Telefonbuchs die Rubrik "Filmproduzenten" auf, legte den Finger auf irgendeine Adresse. "Ich rief an und bekam einen Job als Helfer." Er machte ihn gut. Bald arbeitete er für Bravo TV – nach acht Monaten sogar als Redaktionsleiter.

"Doch mein Traum war Los Angeles. Zumindest für ein halbes Jahr wollte ich in Hollywood bei den ganz Großen lernen. Ich dachte, ich bin jung und schaffe es ohne Netzwerk."

Ein Bekannter aus Deutschland, der in L. A. arbeitete, bot Kamml 1999 an, für deutsche Sender als Hollywood-Reporter zu berichten. Als "Batman" in Hollywood Premiere feierte, war Kamml dabei. "100 TV-Teams und 200 Journalisten lauerten auf die Stars. Alle flippten aus, als Arnold Schwarzenegger kam. Ich stand am Eingang und wusste, ohne O-Ton kann ich die Story vergessen. Ich rief auf Deutsch: 'Hey, Arnie, Österreich will von dir hören.' Er kam zu mir. Ich bekam als Einziger ein Interview."

Kamml lernte das Filmemachen von der Pieke auf. "Am American Filminstitut und am Hollywood Filminstitut. Ich habe auch bei Independent-Filmen gearbeitet. Wochenlang. Gratis. Wenn du etwas wirklich willst, dann schaffst du das."

Kammls Debütfilm "Murder by Numbers" bekam 2000 den "Sapphire Halo Award" beim Hollywood-Film-Festival. Der Streifen setzt sich satirisch mit dem Talk- und Gerichtsshow-Wildwuchs im TV auseinander.

Dann kam unerwartet ein Anruf aus Deutschland. Christian Popp von Nostro Film Berlin bot Kamml an, für SAT1 die Krimiserie "Wolffs Revier" zu produzieren. Kamml tat das mehrere Jahre mit Erfolg.

2007 machte er sich in Berlin als Produzent, Regisseur und Autor selbstständig. "Ich will in nächster Zeit wieder mehr Projekte angehen, die mich interessieren. Ich liebe TV-Serien zwar sehr, möchte aber herausragende Einzelstücke fürs Fernsehen machen."

Sein Film "Sommersonntag" wurde 2008 von der deutschen Filmförderungsanstalt (FFA) zum erfolgreichsten deutschen Kurzfilm gekürt. 2009 produzierte Kamml zwei Spielfilme. In Zusammenarbeit mit der ARD "Der Mann, der über Autos sprang" mit Jessica Schwarz und Robert Stadlober und ebenfalls für die ARD "Das geteilte Glück" mit Tatort-Kommissar Udo Wachtveitl. Bei "Sommersonntag" gibt es mittlerweile Angebote, eine Langversion entstehen zu lassen.

Quelle