Städtetourismus

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Städtetourismus im klassischen Sinn findet nur in der Stadt Salzburg statt. Im erweiterten Sinn (siehe Gründe für eine Städtereise) zählen auch Orte im Gasteinertal, St. Johann im Pongau (Kongresshaus), Zell am See und Hallein dazu.

Geschichte

Den Begriff „Städtetourismus“ wird seit etwa Mitte der 1980er Jahre verwendet, obwohl sich die Anfänge dieser Art der Reise bereits über 2.000 Jahre rückverfolgen lassen. Schon die Griechen und später die Römer unternahmen Städtereisen. Die Gründe damals waren Geschäftsreisen, aber auch politischen Gründe und manchmal auch schon touristischer Art wie beispielsweise der Besuch der Gladiatorenkämpfe in Rom oder der Olympischen Spiele in Griechenland.

Natürlich bestimmte zunächst der Pilger- und Geschäftsreiseverkehr den Städtetourismus. Doch spätestens in der Renaissance begann man auch Privatreisen durchzuführen. Diese waren aber meist den Adeligen vorbehalten. Sie bereisten während ihrer „Grand Tour“, die sich über Jahre hinweg zog, die wichtigsten Höfe und Städte Europas. Beispiele dafür wären unter anderem die Reisen von Wolfgang Amadé Mozart oder von Alexander von Humboldt.

Somit kann man Städtereisen als die „Urform des Reisens“ bezeichnen [1].

Definition

Der Begriff „Städtetourismus“ wird laut Leser [2] wie folgt definiert:
Städtetourismus ist eine Reise in eine historisch oder kunstgeschichtlich bedeutsame oder durch ihre natürliche Lage, ihre Einkaufsmöglichkeiten oder ihr Freizeitangebot attraktive Stadt zum Zweck eines relativ kurzfristigen Aufenthalts, in der Regel ein bis vier Tage. Städtetourismus wird als Individual- oder Gesellschaftsreise – häufig im Rahmen einer Rundreise – durchgeführt und findet häufig an Wochenenden statt.

Gründe für Städtereisen

Der Begriff Städtetourismus stellt einen Sammelbegriff für viele Fremdenverkehrsarten dar, zu denen zählen [3]:

  • Städtebesuch, Englisch: Sightseeing
  • Besuch von Veranstaltungen, Englisch: Eventtourism
    • Tagungsveranstaltungsverkehr
    • Kongress- und Konferenzverkehr
    • Messereiseverkehr
  • private Einkaufsreisen
  • Geschäftsreiseverkehr
  • Kur- und Badeverkehr
  • Pilgertourismus

Entwicklung Österreichweit

2007 wurden in den Landeshauptstädten 7,36 Mio. Ankünfte (+5,0% gegenüber 2006) und 15,38 Mio. Nächtigungen (+2,4%) registriert.

Die Landeshauptstädte zeichneten damit für 12,7% aller Nächtigungen und 23,7% aller Ankünfte österreichischer Gäste verantwortlich.

Wien nimmt innerhalb der Landeshauptstädte natürlich eine dominierende Rolle ein: 57% aller Ankünfte und 63% aller Nächtigungen in den Städten entfielen 2007 auf die Bundeshauptstadt.

Stadt Salzburg

Hauptartikel Fremdenverkehr Stadt Salzburg

Die Stadt Salzburg hatte 2007 einen Anteil von 15,9 Prozent am gesamten österreichischen Städtetourismus.

Overtourisme

Das Überfluten eines Ortes mit Touristen, so genannter Overtourism, ist seit etwa 2017 ein großes Thema für die Tourismusbranche. Dass sich Einheimische über Overtourism aufregen, tritt mittlerweile immer häufiger auf. So wehrt sich zunehmend die Bevölkerung im spanischen Barcelona, im portugiesischen Lissabon, im kroatischen Dubrovnik oder im italienischen Venedig gegen das Anschwellen von Touristenströmen.

Bei Overtourism geht es darum, dass eine immer größere Anzahl von Besuchern in eine Stadt kommt, bevorzugt nur in die Innen- oder Altstadt, und nur kurz bis sehr kurz dort verweilt. Meist haben sie keine Zeit, um größere Geldbeträge auszugeben und kaufen Dinge, die ihnen entlang der Hauptwege angeboten werden. Auch Instagram, Facebook & Co. sorgen für Unmut bei der heimischen Bevölkerung, da viele für ein "besonderes" Foto keinen Halt mehr kennen und über Absperrungen klettern oder dafür in private Bereiche eindringen.

Eine 2019 veröffentlichte Studie der Internationalen Hochschule IUBH in Bad Honnef (bei Bonn), Deutschland, hatte herausgefunden, dass eine Mehrheit von 53 Prozent der Befragten sagte, auch wenn ein Urlaubsziel von Overtourism betroffen ist, würden sie sich nicht davon abhalten lassen, dorthin zu reisen.[4]

Einzelnachweise

  1. vgl. Christian Oliver (2004): Städtetourismus in Barcelona und Madrid unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Reisenden. Seite 6, Köln (dl.: http://kups.ub.uni-koeln.de [Stand: 6.7.06])
  2. Leser, Hartmut (Hrsg.) (1997): Diercke Wörterbuch Allgemeine Geografie. München, Braunschweig
  3. Neuenfeldt, Henrike; Rose Olaf (1997): Stadttourismus als Wirtschaftsfaktor in Aachen. Göttingen (dl.: Uni Göttingen [Stand: 7.6.06])
  4. Quelle www.fvw.de/destination/news/hochschulstudie, fvw, 2019, nur für Abonnenten abrufbar

Quellen