Wolfgang Amadé Mozart

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Barbara Krafft: Porträt des Wolfgang Amadé Mozart, 1819;
Maria Anna Mozart ("Nannerl"), ihr Bruder Wolfgang Amadé, deren Vater Leopold, an der Wand ein Portrait der verstorbenen Mutter, Anna Maria. Gemälde von Johann Nepomuk della Croce, um 1780.
Wolfgang Amadé Mozart auf einem zeitgenössischen Gemälde.
Eine Silberstiftzeichnung von Dora (Doris, Dorothea) Stock (* 1760; † 1832) von Wolfgang Amadé Mozart, angefertigt am 17. April 1789; eines von zehn weltweit anerkannten authentischen Mozart-Bildern, die nicht verschollen sind, im Besitz der Internationalen Stiftung Mozarteum.
Mozart-Denkmal auf dem Kapuzinerberg.
Das Denkmal für Wolfgang Amadé Mozart am Kapuzinerberg.
ein "Erinnerungsgrab" an Wolfgang Amadé Mozart am Wiener Friedhof St. Marx, denn die genaue Lage kennt man nicht.
Portrait
Portrait, Detail
Mozart im Kindesalter
Wolfgang Amadé Mozart, eine zeitgenössischen Darstellung 1879 im Zauberflötenhäuschen.
Faksimile eines unbekannten Klavierkonzerts von Wolfgang Amadé Mozart.

Wolfgang Amadé Mozart (* 27. Jänner 1756 in der Stadt Salzburg; † 5. Dezember 1791 in Wien)[1] war ein berühmter Komponist und ist Salzburgs bekanntester Sohn.

Name

Der Taufbucheintrag Mozarts lautet Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus,[2] während ihn sein Vater in einem Brief vom 9. Februar 1756 an Johann Jakob Lotter Joannes Chrisostomus, Wolfgang, Gottlieb nennt. Der erste und letzte Vorname erinnert an seinen Taufpaten Joannes Theophilus Pergmayr und Wolfgang an seinen Großvater Wolfgang Nicolaus Pertl. Später musste er sich nach seinem Firmpaten zusätzlich Sigismundus nennen lassen. Als Kind wurde er meist mit Wolferl gerufen, über ihn wurde mit das Wolferl gesprochen.

Sein Rufname war außerhalb der Familie durchgehend Wolfgang, dazu übersetzte er den griechischen Namen Theophilus ("Gottlieb") ins Französische, nämlich Amadé, nur auf seinen Italien-Reisen unterschrieb er mit Wolfgango Amadeo Mozart.

Die lateinisierte Variante setzte sich im 20. Jahrhundert durch, als sich E. T. A. Hoffmann in Würdigung des Künstlers Ernst Theodor Amadeus Hoffmann nannte. In der Folge wurde diese wenig authentische Schreibweise von Rundfunkanstalten und Medienkonzernen übernommen.

Ab seiner Paris-Reise 1777 schrieb er sich manchmal Wolfgang Amadè, manchmal Wolfgang Amadé.[3] Letztere Schreibweise wird nun von der Stiftung Mozarteum[4] und der aktuellen Mozartforschung verwendet.[5]

Leben

Seine Kinderjahre

Wolfgang Amadé Mozart wurde als siebentes Kind von Leopold Mozart, "Hochfürstlicher Salzburgischer Kammermusikus" (* 1719; † 1787), und seiner aus St. Gilgen am Wolfgangsee stammenden Gattin Anna Maria Walburga Pertl (* 1720; † 1778) geboren. Von Mozarts Geschwistern überlebte nur Maria Anna, genannt "Nannerl" (* 1751; † 1829).

Bei beiden Kindern, insbesondere beim jüngeren Bruder Wolfgang, machte sich früh eine außerordentliche musikalische Begabung bemerkbar. Der Vater schränkte sein eigenes musikalisches Schaffen zugunsten der Erziehung und Förderung seiner Kinder weitgehend ein.

Als Fünfjähriger trat Mozart am 1. September 1761 im Schuldrama „Sigismundus Hungariae Rex“ (Musik von Johann Ernst Eberlin, Text von P. Marian Wimmer) als tanzender Page in der Aula Academica der Benediktineruniversität Salzburg auf.

Erste Kompositionen

1761 entstanden die ersten Kompositionen Wolfgangs. Am 12. Jänner 1762 begab sich Leopold Mozart mit seiner Familie zum ersten Mal auf Reisen. Zunächst nach München, dann am 13. Oktober 1762 die erste Audienz bei der österreichischen Königin Maria Theresia.

Die Europareise 1763 bis 1766

Vom 9. Juni 1763 bis zum 29. November 1766 führte eine Reise die Familie Mozart nach Westeuropa: Deutschland, auch die − damals österreichischen − Niederlande, ferner Frankreich und Großbritannien (London) waren ihre Ziele. Allein im deutschen Sprachraum gastierten die Mozarts in mehr als 18 Städten von Wasserburg am Inn bis Aachen. Wolfgang war bei Reiseantritt sieben Jahre alt, seine Schwester Maria Anna elf.

Am 18. November 1763 traf die Familie in Paris ein, wo sie fünf Monate blieb. Am 24. November kam sie an den Hof im Schloss Versailles, wo König Ludwig XV., seine Gemahlin Maria Leszczynka, der Dauphin[6] und die Mitglieder des Hofes umsorgte die Familie zwei Wochen lang. Am 31. Dezember durften sie am Essen am könglichen Hof teilnehmen.

Am 10. April 1764 setzen sie ihre Reise nach Großbritannien fort, wobei sie ihre Reisekutsche in Calais zurücklassen. Sie erreichen am 23. April London. Bereits am 27. April wurden sie am Hof empfangen. Die Kinder muszierten vor dem 27jährigen König George III., der Königin Sophie Charlotte (aus dem Haus Mecklenburg-Strelitz), wofür Vater Leopold Mozart ein Honorar von 24 Guineen erhielt. Dann folgten Konzerte in der Metropole.

Im Sommer 1764 erkrankte Leopold Mozart lebensgefährlich. Die Familie zog aus Kostengründen in ein billigeres Quartier am Rand von London. Erst am 25. Oktober musizierten Nannerl und Wolfgang wieder am Hof. Die Krankheit von Vater Mozart war der Grund, dass die Familie erst 1. August 1765 zurück auf das Festland des europäischen Kontinents reisen konnte. Im nordfranzösischen Lille erkrankte nun Wolfgang. Die Familie musste wieder einen Monat Aufenthalt nehmen, bis Wolfgang wieder gesundet war. Dann ging es über Gent, Antwerpen über Rotterdam nach Den Haag. Nun aber fühlte sich Nannerl krank und so bestritten Vater und Sohn allein den Auftritt vor Prinzessin Caroline von Nassau-Weilburg.

Nannerl erkrankte ernsthaft an Bauchtyphus und erhielt am 21. Oktober 1765 ihre letzte Ölung. Jedoch gesundete auch sie wieder, allerdings erkrankte daraufhin Wolfgang am 15. November an Bauchtyphus und schwebte monatelang in Gefahr. Erst am 15. Jänner 1766 konnten die Kinder wieder gemeinsam auftreten. Im März 1765 setzte die Famlie ihre Reise wieder fort: Haarlem, Amsterdam, Brüssel, Paris, Dijon, Lyon, Genf, Lausanne, Bern und Zürich waren ihre Stationen bis Herbst 1766. In allen Städten traten Nannerl und Mozart auf. Schließlich ging es wieder nach Salzburg über München heim. In München spielten die Kinder noch einmal vor Kurfürst Maximilian Joseph III. Am 29. November 1766 waren sie wieder in Salzburg. Pater Beda Hübner, der Bibliothekar des Benediktinerstifts St. Peter hielt diese Rückkehr in seinem Tagebuch am 8. Dezember mit einem ausführlichen Eintrag fest.

Wieder in Salzburg

Am 12. März 1767 wurde im Rittersaal der fürsterzbischöflichen Residenz ein Oratorium aufgefüht, dessen erste Akte Wolfgang komponiert hatte. Bei einer Tafelmusik am 29. März in der Residenz spielte Mozart zu Ehren eines spanischen Gesandten. In der Karwoche wird am 17. April im Salzburger Dom eine Grabmusik des elfjährigen Wolfgang aufgeführt. Am 13. Mai 1767 wurde seine Jugendoper „Apollo et Hyacinthos“ (KV 38) in der "Aula Academica" der Benediktineruniversität Salzburg uraufgeführt. Mozart komponierte diese Oper mit elf Jahren und spielte selbst am Clavicembalo.

Im selben Jahr ging es wieder auf Reisen, zum zweiten Mal nach Wien, wo die Familie am 15. September eintraf. Dann brach eine Blatterempidemie aus und die Familie floh nach Olmütz in Mähren. Wolfgang erkrankte und nach ihm auch Nannerl. Die Rückkehr nach Wien erfolgte erst im Jänner 1768. Aber am Hof in Wien hatte sich viel verändert. Der Kaiser war gestorben und der Mitregent von Maria Theresia, ihr Sohn Joseph II. war ein außerordentlich sparsamer Staatsmann. Auch galt Mozart mit seinen zwölf Jahren in Wien nicht mehr als Wunderkind, sondern wurde von den Wiener Musikern bereits als Konkurrent gesehen.

Als der Joseph II. den Wunsch nach einer Oper von Mozart äußert - dieser komponierte als erstes Werk für das Musiktheater "La finta semplice" - intrigiert Giuseppe Affligio, der Pächter der Hofoper, die Aufführung dieses Werkes. Affligio war zuvor Oberstleutnant, endete allerdings als Galeerensträfling. Vater Mozart wehrte sich gegen die Intrigen und übergab bei einer Audienz am 21. September 1768 ein Schreiben an den Kaiser. Erfolglos. Die Uraufführung erfolgte dann ein Jahr später in Salzburg.

Nach 16 Monaten kehrte die Familie Mozart am 5. Jänner 1769 wieder nach Salzburg zurück.

Mozart und das Gerichtsgebäude in Lofer

Am 13. Dezember 1769 war Wolfgang Amadé Mozart, damals 13 Jahre alt, mit seinem Vater Leopold Mozart im Gerichtsgebäude Lofer zu Gast. Sie befanden sich gerade auf der Reise zu den Opernhäusern in Italien. Vater Mozart berichtete über den Aufenthalt in Lofer in einem Brief an seine Frau und Tochter Nannerl:

Nachdem ich das Essen angeordnet, sind wir den Herrn Pfleger[7] besuchen gegangen, welcher sehr übl mit uns zufrieden war, dass wir nicht gleich bei ihm abgestiegen. Weil wir die Speisen schon angefriemt[8] hatten, so ließen wir solche in die Pfleg[9] bringen, aßen dort, schwätzten bis 10 Uhr, wurden allda mit einem schönen Zimmer und gutem Bethe[10] bedient. Ich trank morgens Caccalotte[11] und Wolfgang aß eine gute Suppe... In diesen Gegenden liegt erstaunlich viel Schnee[12].

Dass Wolfgang A. Mozart jemals geregelten Schulunterricht erhalten hätte ist durch keinen Beleg nachgewiesen. Alles Notwendige brachte ihm sein Vater bei, der besonderen Wert auf die Fremdsprachen Französisch, Englisch, Latein und Italienisch wert legte. Letztere Sprache konnte Wolfgang dann ab Dezember 1769 anwenden.

Die Italienreisen ab 1769

Am 15. Dezember 1769 reiste die Familie Mozart nach Italien, unterstützt mit 120 Dukaten vom Salzburger Fürsterzbischof Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach . Auftritte in Innsbruck, Rovereto (Trentino), wo Massimiliano Settimo Graf Lodron am 25. Dezember 1769 zu den erlauchten Gästen eines Konzertes, das der junge Mozart im Palazzo Todeschi in Rovereto gab und am 5. Jänner 1770 in Verona, Venetien, standen auf dem Programm. Dort entstand auch vom Maler Saverio della Rosa im Auftrag eines Gönners Mozarts, Pietro Lugiatis, am 6. und 7. Jänner eines der wenigen Portraits von Mozart. Dann ging es nach Mantua, wo nach einem großen Konzert die Zeitungen von einem Wunderkind berichteten. Es ging über Bozzolo und Cremona weiter nach Mailand. Unter anderen finden drei Konzerte beim Grafen Karl Joseph Gotthard Freiherr von Firmian statt, der ein großer Gönner Mozarts während dessen Aufenthalt in Mailand war.

Nach sieben Wochen setzte die Familie ihre Italienreise fort: Parma, Modena, Bologna (Konzert beim Großherzog Leopold von Toscana, einem Sohn von Maria Theresia, dessen Sohn Ferdinand III. von Toskana Salzburger Kurfürst wurde) nach Rom, wo die Familie einen Monat blieb. Neapel erreichte sie dann am 14. Mai. Am 4. Juli 1770 ernannte Papst Clemens XIV. Wolfgang Amadé Mozart zum Ritter vom Goldenen Sporn. Am 5. Juli überreichte Kardinal Pallavicini dem 14jähirgen Wolfgang das goldene Kreuz am roten Band, den Degen und die Sporen, den zweithöchsten Orden für Verdienste um die römisch-katholische Kirche, womit ihn der Papst in den Adelsstand erhoben hatte. Mit diesen Insignien geschmückt wurde Wolfgang am 8. Juli dann vom Papst empfangen. Nur einmal noch trug Mozart diese Insignien, aus heiterem Anlass.

Die Reise ging weiter, Loreto, Imola nach Bologna, wo die Famlie sieben Wochen auf dem Landgut des Feldmarschalls Pallavicini wohnte. Diesmal wurde er als Mitglied in die Accademia Filarmonica am 9. Oktober um 16 Uhr aufgenommen, obwohl er das in den Statuten vorgeschriebene Mindestalter von 20 Jahren noch lange nicht erreicht hatte. In Bologna erhielt Wolfgang eine Lehrzeit und künstlerisches Reifen bei dem Franziskanerpater Giambattista Martini (* 24. April 1706 in Bologna). Martini, Sohn eines Violinisten, hatte eine umfassende musikalische Ausbildung erhalten und war 1721 dem Franziskanerorden beigetreten. Er wurde ein berühmter Kirchenmusikkomponist und noch mehr Musiklehrer.

Von Bologna ging es wieder nach Mailand. Die Aufführung seiner ersten für Italien komponierten Opera seria, "Mitridate, Re di Ponto" KV 87, fand in Mailand bei der Uraufführung im großherzoglichen Schloss, im Teatro Regio Ducal, am 26. Dezember 1770 außerordentlichen Beifall. Es folgten 22 hintereinander liegende Wiederholungen der Oper und ein neuer Auftrag für die Oper Lucio Silla, die dann 1772 in Mailand uraufgeführt wurde.

Weiter ging die Reise der Mozart' über Vicenza nach Verona. Dort wurde Mozart zum Ehrenkapellmeister der Philharomischen Akademie. Nun wendete sich die Familie wieder nach Norden und kehrte über Roverto, Brixen und Innsbruck nach fast 16 Monaten Abwesenheit am 28. März 1771 wieder nach Salzburg zurück. Vier Monaten blieb die Familie in Salzburg, bevor sie am 13. August 1771 zur zweiten Italienreise aufbrachen.

Sie führte Mozart über Verona und Brescia wieder nach Mailand, wo er einen weitere Auftrag erhielt für das Libretto zur Komposition "Ascanio in Alba. Er sollte als Hochzeitsgeschenk für Erzherzog Ferdinand, Sohn von Maria Theresia, anlässlich der Vermählung mit der reichen Erbprinzessin Maria Beatrix von Modena eine Festoper schreiben. Der Erzherzog war begeistert, trotzdem erhielt Mozart keine Stelle am Hof von Mailand. Nach etwa sechs Wochen fand am 17. Oktober die Uraufführung statt, abermals im Teatro Regio Ducal.

Am 15. Dezember 1771 ist die Familie dann wieder in Salzburg zurück. Einen Tag später starb der große Gönner der Familie, Fürsterzbischof Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach. Am 29. April 1772 trat Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo sein Amt an, mit dem sich in Folge Wolfgang Amadé Mozart zerwarf und Salzburg verließ. Doch bis dahin gab es noch anderer Ereignisse im Leben Mozarts.

Im Herbst, am 24. Oktober 1772 reiste er nur in Begleitung seines Vaters zum dritten Mal nach Italien. Mozart hatte eine neue Oper, den „Lucio Silla“, komponiert. Die Uraufführung am 26. Dezember 1772 in Mailand wurde aber zu einer Katastrophe: Der Erzherzog kam mit einer dreistündigen Verspätung, vorher durfte man nicht anfangen. Die Sänger und das Publikum waren müde und ausgehungert, als die Aufführung nach Mitternacht endete. Es war Mozarts letzte Reise nach Italien. Vater und Sohn kehrten am 15. März 1773 wieder in Salzburg zurück.

Trotz seiner Erfolfe während dieser drei Italienreisen konnte Mozart keine dauerhafte Existenz in Italien gründen. Doch lernte er, italienisch zu komponieren, Singstimme virtuos und Melodie zu handhaben. Das führte dazu, dass Mozart all das, was Italien ihm künstlerisch bot, in eigene Form und Gestalt zu verwandeln. Diese Entwicklung, die sich durch das ganze Leben von Wolfang zieht, stand mit den Opern wie "Le nozze di Figaro" und "Don Giovanni" am Ende dieser Entwicklung.

Unter Fürsterzbischof Colloredo

Als Fürsterzbischof Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach, ein verständnisvoller Förderer Mozarts, 1771 starb, fand Wolfgang in seinem Nachfolger Hieronymus Graf Colloredo, einem modernen Fürst der Aufklärung, der 1772 Salzburger Fürsterzbischof wurde, keinen so verständnisvollen Fürsten mehr. Es bedeutete dies auch für Salzburg politische und gesellschaftliche Neuerungen. Mozart war gezwungen, wieder ein streng geregeltes Leben zu führen. Dieser Umstand führte zu einem lang andauernden Konflikt mit seinem Dienstherrn.

Die verzweifelte Suche auf weiteren Reisen nach Italien, Wien und München nach einer geeigneten Anstellung für den jungen Musiker und Komponisten, der seit 1769 unbesoldeter, seit 21. August 1772 besoldeter Hofkonzertmeister der Salzburger Hofmusik war, blieb jedoch erfolglos. So übersiedelte die Familie 1773 in das Haus am Hannibalplatz, dem heutigen Makartplatz (Mozart Wohnhaus), wo zahlreiche Sinfonien, Serenaden, Divertimenti, fünf Konzerte für Klavier ("Lützow-Konzert" KV 246, "Jeunehomme-Konzert" KV 271), "Il Rè pastore" KV 208 sowie Teile des "Idomeneo" KV 366 entstanden.

Am 23. September 1777 brach Mozart um 6 Uhr früh nur in Begleitung seiner Mutter Anna Maria zu einer Reise in Richtung Mannheim und Paris auf, da das Urlaubsgesuch des Vaters von Fürsterzbischof Hieronymus Graf Colloredo abgelehnt worden war. Er übernachtete in Waging am See. Nach dem Tod seiner Mutter in Paris am 3. Juli 1778 drängte ihn sein Vater zur Heimreise nach Salzburg, wo Wolfgang Amadé am 17. Jänner 1779 mit einem Jahresgehalt von 450 Gulden als Hoforganist erneut in den Hofdienst aufgenommen wurde. Die erfolgreiche Aufführung des "Idomeneo" am 29. Jänner 1781 am Münchner Hoftheater war der Beginn des Endes seiner Tätigkeit beim Salzburger Fürsterzbischof. Am 12. März 1781 reiste Mozart nach längerem Aufenthalt in München auf Weisung des Fürsterzbischofs ab, um dessen Hofstaat nach Wien zu folgen, wo es zum Bruch mit Colloredo und Verbleiben in Wien kam. Der Fußtritt in Wien des erzbischöflichen Angestellten Karl Joseph Felix Graf von Arco am 10. Mai 1781 beendete das Arbeitsverhältnis Mozarts mit dem Fürsterzbischof und am 8. Juni kam es zum endgültigen Bruch mit dem Fürsterzbischof.

„ … – anstatt daß graf Arco meine bittschrift angenommen, oder mir audienz verschafet, oder gerathen hätte selbe nachzuschicken, oder mir zugeredet hätte die sache noch so zu lassen, und besser zu überlegen, afin, – was er gewollt hätte – Nein – da schmeist er mich zur thüre hinaus, und giebt mir einen tritt im hintern. – Nun, das heisst auf teutsch, daß Salzburg nicht mehr für mich ist; ausgenommen mit guter gelegenheit dem hr. grafen wieder ingleichen einen tritt im arsch zu geben, und sollte es auf öfentlicher gasse geschehen. – ich begehre gar keine satisfaction deswegen beym Erzbischof, denn er wäre nicht im stande sie mir auf solche art zu verschaffen, wie ich sie mir selbst nehmen muß; sondern ich werde nächster tägen dem hr. grafen schreiben, was er sich von mir zuverlässig zu gewarten hat, sobald das glück will daß ich ihn treffe, es mag seyn wo es will, nur an keinen ort wo ich respect haben muß; –.“ (Wolfgangs Brief an den Vater vom 13. Juni 1781)[1]

Mozart geht nach Wien

Mozart versuchte sich daraufhin in Wien als freischaffender Künstler und finanzierte seinen Lebensunterhalt vornehmlich als Opernkomponist ("Die Entführung aus dem Serail" KV 384, "Der Schauspieldirektor" KV 486, "Le nozze di Figaro" KV 492), als Klaviervirtuose mit eigenen Kompositionen und als Lehrer. Am 4. August 1782 heiratete er im Wiener Stephansdom Constanze Weber (* 1762, ↑ 1842). Von Seiten der Nachwelt wurden ihr später Verschwendungssucht, Gefühlskälte und (nach dem Tode ihres Mannes) Geschäftstüchtigkeit vorgeworfen.

Im 1719 vom Stuckateur Alberto Camesina erworbenen Haus in Wien in der Schulerstraße 845 („Figarohaus“ bzw. „Mozarthaus Vienna“, heute Domgasse 5) wohnte Mozart von 1784 bis 1787. Mozart schrieb in dieser Wohnung einige seiner bekanntesten Werke, darunter die am 1. Mai 1786 uraufgeführte Oper „Le nozze di Figaro“, die Vertonung des Johann Wolfgang von Goethe-Gedichtes „Das Veilchen“ (Juni 1785) und die Joseph Haydn gewidmeten Streichquartette (1785).[13]

Mozart reiste mit seiner Frau 1783 nach Salzburg, 1787 zwei Mal nach Prag zur Aufführung von "Le Nozze di Figaro" und zur Uraufführung des "Don Giovanni" KV 527. Ignatz Anton von Weiser[14] lieferte als Librettist die literarische Vorlage zu Wolfgang Amadé Mozarts erstem Auftragswerk "Die Schuldigkeit des Ersten Gebots“, das er 1767 gemeinsam mit Anton Cajetan Adlgasser und Michael Haydn komponierte (Erster Teil KV 35). Dieses geistliche Singspiel ist das früheste Bühnenwerk des damals elfjährigen Wolfgang Amadé Mozart. Der zweite Teil wurde von Michael Haydn, der dritte von Anton Cajetan Adlgasser komponiert. Leider ist nur der von Mozart komponierte Teil erhalten.

Seine beiden letzten Opernerfolge erzielte Mozart mit seiner am 6. September 1791 in Prag uraufgeführten Krönungsoper "La Clemenza di Tito" KV 621 und der "Zauberflöte" KV 620 im Freihaustheater in Wien.

In einem Brief am 4. Jänner 1783 schrieb Mozart in einem Brief an seinen Vater, dass die im Herbst 1782 begonnene C-Moll-Messe als Dankesgabe für Constanze gedacht war[15].

1784 kam sein zweiter Sohn Karl Thomas zur Welt, der eines der beiden überlebenden Kinder von Mozart sein sollte. Am 15. Jänner 1785 wurden in Mozarts Wohnung in Anwesenheit des Widmungsträgers drei der sechs Haydn-Quartette aufgeführt, darunter das Quartett KV 387 und das dramatische Quartett KV 421; die Quartettspieler waren Mozart, sein Vater Leopold und die beiden Brüder Tinti.

Am 26. Jänner 1790 fand die Uraufführung der Opera buffa Così fan tutte (KV 588) in Wien statt. Im selben Jahr, am 23. September reiste Mozart zur Krönung Leopolds II. nach Frankfurt/Main über Linz, Regensburg, Nürnberg ("eine häßliche Stadt"), Würzburg ("eine schöne prächtige Stadt") und Aschaffenburg.

Sein Todesjahr

Am 9. Mai 1791 wurde Mozart unbesoldeter stellvertretender Kapellmeister zu St. Stephan in Wien und am 26. Juli wurde Mozarts sechste Kind, Franz Xaver Wolfgang geboren. Noch am 6. September wohnte Mozart der Uraufführung seiner Krönungsoper "La Clemenza di Tito" (KV 621) bei, die zur Feier der Krönung Kaiser Leopolds II. zum König von Böhmen stattfand. Noch ein letztes Mal dirigierte Mozart am 30. September die Erstaufführung der "Zauberflöte" auf der Wieden in Wien, dann starb er am 5. Dezember 1791 im Alter von 35 Jahren an "hitzigem Frieselfieber" in seiner Wohnung in der Rauhensteingasse in Wien, in der er die "Zauberflöte" und sein unvollendet gebliebenes "Requiem" KV 626 komponiert hatte. Vier Wochen nach seinem Tod, am 7. Jänner 1792, veröffentlichte das Salzburger Intelligenzblatt eine Anekdote über den anonymen Auftrag an Mozart für das Requiem: "Er erhielt einige Monathe vor seinem Tode ein Schreiben ohne Unterschrift mit dem Belangen, ein Requiem zu schreiben, und zu begehren, was er wollte".

Sein Begräbnis fand am 6. Dezember auf dem Friedhof St. Marx in Wien statt, wo heute ein Grabmal an der mutmaßlichen Stelle seines Grabes steht. Um sein Begräbnis gibt es Spekulationen, die jedoch durch Fakten widerlegt sind.

Familie

Wolfgang Amadé Mozart war mit Constanze, geb. Weber (* 1762 in Zell im Wiesental, Vorderösterreich; † 1842 in der Stadt Salzburg), verheiratet. Mozart und Constanze Weber lernten sich 1777 in Mannheim, damals Pfalzgrafschaft bei Rhein (kurz "Kurpfalz" genannt), kennen. Zunächst war Mozart in ihre Schwester Aloysia verliebt. 1781 traf Mozart die inzwischen nach Wien übersiedelte Familie Weber wieder. Seine verehrte Aloysia hatte zwischenzeitlich geheiratet. In Wien wohnte Mozart eine Zeit lang bei den Webers, musste jedoch „wegen des Geredes der Leute“ die Wohnung wechseln. Am 4. August 1782 heirateten dann aber Constanze und Wolfgang Amadeus. Wolfgang Amadeus und Konstanze bekamen in acht Jahren sechs Kinder, von denen aber nur zwei älter als ein Jahr wurden.

Kinder

Name Geburtsdatum Todesdatum
Raimund Leopold Mozart 17. Juni 1783 19. August 1783
Karl Thomas Mozart 21. September 1784 31. Oktober 1858
Johann Leopold Mozart 18. Oktober 1786 15. November 1786
Theresia Mozart 27. Dezember 1787 29. Juni 1788
Anna Mozart 16. November 1789 16. November 1789
Franz Xaver Wolfgang Mozart 26. Juli 1791 29. Juli 1844

Werke

Hauptartikel Werke von Mozart

Wolfgang Amadé Mozart komponierte 626 Musikwerke, die nach dem von Ludwig Ritter von Köchel (* 1800; † 1877) angelegten Verzeichnis, dem Köchelverzeichnis, aufgelistet sind. Auch wenn es mehrmals korrigiert und erweitert wurde, stellt es heute ein unentbehrliches Hilfsmittel zur Bestimmung der mehr als 600 Kompositionen Mozarts dar.

Eingeteilt werden die Werke in folgende Musikgattungen: Adagios, Allegretto, Allegros, Andantes, Arien, Ballette, Bearbeitung, Bühnenmusiken, Capriccio, Konzerte für Cello & Cembalo, Cembalosonaten, Choräle, Chorwerke, Divertimenti, Duette, Duos, Fagottkonzerte, Fantasien, Flötenkonzerte & -quartette, Fugen, Geistliche Werke, Hornkonzerte & -quintett, Instrumentationen, Sonstige Kammermusiken, Kanons, Kantaten, Klarinettenkonzert & -quintette, Klavierwerke, -konzerte, -quartette, -sonaten & -trios, Konzerte, Largo, Lieder, Märsche, Menuette, Messen, Motetten, Notturni, Oboenkonzerte, Oboenquartett, Opern, Oratorien, Sonstige Orchesterwerke, Ouvertüren, Polonaise, Präludium, Quartette, Quintette, Romanze, Rondos, Serenaden, Sextett, Sonaten, Streichquartette, -quintette & -trio, Suiten, Symphonien, Tänze, Terzette, Transkriptionen, Trios, Trompetenkonzert, Variationen, Violinkonzerte & -sonaten sowie Sonstige.

Literatur

  • Wolfgang Hildesheimer: Mozart. Suhrkamp Verlag, 1977, ISBN 3518370987
  • Paumgartner, Bernhard: Mozart. Piper, München, 1991
  • Dirk Böttger: Wolfgang Amadé Mozart. dtv portrait, München, 2003, ISBN 978-3-423-31071-0
  • Ludwig Kusche: Liebe zu Mozart. Süddeutscher Verlag, München, 1958
  • Joseph Heinz Eibl: Wolfgang Amadé Mozart - Chronik eines Lebens, dtv/Bärenreiter, München 1977
  • Silke Leopold (Hg.): Mozart Handbuch. Bärenreiter/Metzler 2005, ISBN 978-3-476-02077-0
  • Maynard Solomon: Mozart.Ein Leben. Bärenreiter/Metzler 2005, ISBN 978-3-476-02084-3
  • Eva Gesine Baur: Zu Gast bei Mozart. Collection Rolf Heyne 2006 (2. Auflage), ISBN 978-3-89910-220-8
  • Internationale Stiftung Mozarteum (Hg.): Mensch Mozart! Antworten auf die 100 häufigsten Fragen. Verlag Anton Pustet 2006, ISBN 978-3-7025-0517-2
  • Manfred Hermann Schmid: Mozart in Salzburg. Ein Ort für sein Talent, Verlag Anton Pustet, 2006, ISBN 978-3-7025-0530-1
  • Internationale Stiftung Mozarteum (Hg.): Mozart-Bilder – Bilder Mozarts, Verlag Anton Pustet 2013, ISBN 978-3-7025-0699-5
  • Das Leben Mozarts

Weblinks

 Wolfgang Amadé Mozart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

Einzelnachweise

  1. Sterbebuch der Dompfarre 01, Wien, Band 36, S. 173.
  2. AES, Salzburg-Dompfarre, Taufbuch TFBIX/2 1756–1814, siehe data.matricula-online.eu, Bildnummer 03-Taufe_0002, aufgerufen am 5. November 2018.
  3. Digitalisat
  4. Quelle Dr. Armin Brinzing, Leiter der Bibliotheca Mozartiana der Stiftung Mozarteum im Gespräch mit Peter Krackowizer am 2. November 2018.
  5. Vergl. z. B.: Hildegard Herrmann-Schneider: Die Spaur-Messe KV 257 von Wolfgang Amadé Mozart in Digitalisat
  6. Thronerbe des Königs von Frankreich zur Zeit der Dynastien der Valois und der Bourbonen
  7. siehe Pfleger
  8. bestellt
  9. siehe Pflegegericht
  10. Bett
  11. Trinkschokolade
  12. Quelle Salzburger Nachrichten, 13. Dezember 2010
  13. Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Alberto Camesina"
  14. Eine Enkelin Weisers war die bekannte Prager Pianistin und Sängerin Josepha Duschek, in deren Villa Bertramka W. A. Mozart 1787 die Oper Don Giovanni vollendete
  15. Quelle: Musikverein
Zeitfolge
Vorgänger

Anton Cajetan Adlgasser

Salzburger Hoforganist
1779–1781
Nachfolger

Johann Michael Haydn