Altösterreich. Menschen, Länder und Völker in der Habsburgermonarchie

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Titelfoto Buch Altösterreich. Menschen, Länder und Völker in der Habsburgermonarchie
Buchtipp Altösterreich. Menschen, Länder und Völker in der Habsburgermonarchie, Menschen, Länder und Völker in der Habsburgermonarchie
Autor: Hans Petschar
Verlag: Christian Brandstätter Verlag Wien
Erscheinungsjahr:2011
ISBN 978-3-85033-473-0

Rezension 1

Die Menschen der Monarchie-Länder und ihr Leben stehen im Mittelpunkt

Grundlage dieses Buches sind die 21 Bände der landeskundlichen Enzyklopädie „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild“ (ÖUM), die Kronprinz Rudolf als erstes Gesamtwerk über den Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn 1884 herausbrachte. An den 21 Heften mit 12.596 Textseiten und 4.529 Illustrationen wirkten 432 Autoren mit 587 Beiträgen mit.

„Altösterreich“ bietet aus diesem ersten Standardwerk etwa 200 Feder-, Pinselzeichnungen, handkolorierte und Schwarzweiß-Aufnahmen von Menschen aus allen Teilen der Monarchie. Bei vielen Bildern findet man Originaltexte aus dem ÖUM-Werk, was einerseits die Bilder verständlicher macht, andererseits aber auch Einblicke in das Leben des ausgehenden 19. Jahrhunderts bietet. Da erfährt der Leser beispielsweise die Unterschiede des obersteirischen Kegelscheibens zwischen „Schmiraggln“ und dem „Meilenspiel“ oder über den Brauch das „Schmackostern“ in Böhmen.

Damit der Leser aber einen echten Mehrwert dieser Auszüge aus dem ÖUM-Werk hat, führt der Autor ihn auf 24 Seiten in die Zeit und Geografie der k.u.k. Monarchie ein; mit interessante Bildern, wie eine „Betkarte“ aus dem Jahr 1898 (welche Kinder für den Kaiser Franz Joseph an einem bestimmten Tag gebetet hatten) oder eine alte Ansicht des Wasserfalls in Bad Gastein sowie Bilder von Menschen („Gorat und Goralin aus Szlachtowa bei Szczawnica“, 1898). Es folgt die Schilderung der Reise der Kinder von Kaiser Leopold II. aus der Toskana nach Wien, unter ihnen Erzherzog Johann von Österreich. Dieser ist auch zentrale Figur diesem Kapitel der „Schönheit der Natur“, hatte er doch großes Interesse an naturwissenschaftlichen und ethnologischen Dingen. Auf einer seiner Reisen durch die Monarchie traf Erzherzog Johann im August 1801 in Salzburg den Geologen und Montanisten Carl Ehrenbert Freiherr von Moll. Dieser empfahl dem Erzherzog den Botaniker, Mineralogen und Geologen Johann Gebhard, der dann vom Erzherzog in seine Dienste gestellt wurde. Dann führt ein Kapitel in „das Land und die Bewohner“ ein. Zunächst werden alle Teilregionen der Monarchie mit geografischen Grunddaten vorgestellt – eine Seite Daten, eine Seite Karte sowie weitere Seiten mit Bildern und Texten aus dem ÖUM-Werk. So auch Österreich ob der Enns und Salzburg.

Im Kapitel „Räume und Zeiten“ werden die Herrscher von Leopold II. (1790–1792) bis Franz Joseph I. (1848–1916) kurz dargestellt, danach das ÖUM-Werk selbst, das unter dem Namen „Kronprinzenwerk“ in die Geschichte eingegangen ist. In diesem Kapitel finden sich interessante Zeitdokumente und wieder jede k.u.k. Region mit Texten und Bildern aus dem ÖUM-Werk, hauptsächlich wieder von Menschen. Und genau diese Menschenabbildungen machen dieses Buch so interessant. Wie waren die Menschen damals angezogen, in welchem Umfeld lebten sie, wie arbeiteten sie und anderen Momente des Lebens zeigen die vielen Abbildungen. Teilweise sind die Abbildungen seitengroß und gestochen scharf, so dass der Betrachter viele Details erkennen kann. Beispielsweise eine Federzeichnung vom Perchtentanz in Salzburg (1887), ein kleineres Foto zeigt die Pinzgauer Tresterer.

Leider sind dem Verlag zumindest zwei Bildbeschriftungsfehler passiert, was bei dieser Druckqualität und dem Preis eigentlich nicht passieren darf. Seite 174 und 175 sind die Bildtexte vertauscht, auf Seite 236 steht überhaupt ein falscher Bildtext. Wer dazu den richtigen lesen will, wird aber im Abbildungsverzeichnis ganz hinten im Buch fündig. Dort schließen sich Verzeichnis der Anmerkungen, eine Bibliografie-Übersicht, ein Ortsregister (mehrsprachig) sowie Künstlerverzeichnis an.

Insgesamt, von der fehlerhaften Bildbeschriftung abgesehen, die aber der Verlag zu vertreten hat, hat der Historiker Hans Petschar ein ausgezeichnetes, wissenschaftlich fundiertes Buch mit wirklich einmaligen Abbildungen herausgebracht.

Rezension 2

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