Augustiner-Chorherrenstift Zell am See

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Augustiner-Chorherrenstift Zell am See ist ein nicht mehr bestehende Stift in der Pinzgauer Stadt Zell am See.

Geschichte

Bereits im 8. Jahrhundert gab es am Westufer des Zeller Sees eine Mönchszelle, deren Besitzgrundlage auf bayerisch-herzogliches Gut zurückging. Der Mittelpunkt dieser kleinen mönchische Niederlassung stellte das dem hl. Hippolyth geweihte Gotteshaus dar. Dieses dürfte sich dann wohl in enger Abhängigkeit zur Salzburger Kirche befunden haben. Allerdings sagen die Quellen über Jahrhunderte dazu nichts. Ähnlich wie in Bischofshofen ist für Zell am See anzunehmen, dass hier eine monastische Einrichtung ununterbrochen existiert hatte. Im Verlaufe des 11. - 12. Jahrhunderts hatte sich dann der Wandel vom Mönchskloster hin zum Kollegiatstift vollzogen. Zwischen 1121 und 1129 entsteht in Zell ein reguliertes Chorherrenstift, die ottonische Kirche wird abgetragen, mit dem Bau der dreischiffigen turmlosen Pfeilerbasilika und des Klosters wird begonnen, deren Fertigstellung 1168 (von Basilika und Kloster) quellenkundlich unsicher ist.

Der im Jahre 1129 urkundlich erwähnte Propst Burchhard stand jedenfalls bereits einem Augustiner-Chorherrenstift vor. Dieses war kurz zuvor im Zuge der Chorherrenreform von Erzbischof Konrad I. errichtet worden. Die enge Verbindung zum Salzburger Domkapitel verhinderte für den wohl stets überschaubaren Konvent von Zell am See die freie Propstwahl. Deshalb hatten vor allem zu Ende des 12. Jahrhunderts Kanoniker des Domkapitels die Leitung des Stifts inne.

Bevor Wolfger von Erla zum Bischof von Passau gewählt wurde, der seine kirchliche Laufbahn im Salzburger Domkapitel begonnen hatte, war er sowohl als Passauer Domkanoniker als auch als Propst von Zell am See. 1216 fiel das Stift unter das Ausstattungsgut für das neu gegründete Bistum Chiemsee. Der letzte Propst von Zell am See, Rüdiger von Bergheim, zum ersten Bischof von Chiemsee geweiht wurde. Als kleine klösterliche Niederlassung mit fünf Klerikern existierte der Konvent bis zum Tode der Geistlichen zunächst für einige Jahrzehnte fort.

1217 wurde das Zeller Chorherrenstift wird durch Erzbischof Eberhard II. von Regensburg aufgehoben.

Die in ihrer Baustruktur romanische Pfarrkirche St. Hippolyth war zugleich die Konventskirche des Augustiner-Chorherrenstifts und wohl auch der älteren Mönchszelle.

Quellen