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Berchtesgadener Abkommen

Das Berchtesgadener Abkommen war ein schicksalhaftes Abkommen für Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler sprach eine "Einladung" für den österreichischen Bundeskanzler Kurt Schuschnigg in Begleitung des Staatssekretärs für Äußeres, Guido Schmidt, zu einem Treffen am 12. Februar 1938 auf den Obersalzberg bei Berchtesgaden aus.

Es kam zu einem zweistündigen Gespräch ohne Zeugen. Im Anschluss daran präsentierte Hitler den Entwurf eines Abkommens, durch das den österreichischen Nationalsozialisten weitreichende politische Entfaltungsmöglichkeiten zugesichert werden sollten. Darin war neben anderen Dingen auch die Einsetzung von Arthur Seyss-Inquart als Innenminister mit absoluter Polizeigewalt festgeschrieben. Hitlers meinte dazu: „Verhandelt wird nicht, ich ändere keinen Beistrich. Sie haben zu unterschreiben, oder alles andere ist zwecklos, und wir sind zu keinem Ergebnis gekommen. Ich werde dann im Laufe der Nacht meine Entschlüsse zu fassen haben.“ Schuschnigg beugte sich dem Druck, konnte lediglich eine „Gnadenfrist“ von drei Tagen erreichen, denn Ministerernennungen mussten verfassungsrechtlich erst vom Bundespräsidenten gebilligt werden. Schließlich unterschrieb Schuschnigg.

Schuschnigg erkannte die Gefahr für die Souveränität Österreichs und setzte eine Volksabstimmung für den 13. März 1938 an. Sie fand allerdings nicht mehr statt, da bereits am 12. März der „Anschluss“ an das Deutsche Reich vollzogen wurde. Das Berchtesgadener Abkommen hatte somit das Ende eines eigenständigen österreichischen Staates besiegelt.

Das Schriftstück

Der Text des Abkommens ist in einer auffällig großen Schrift, der sogenannten „Führertype“, verfasst. Der Grund dafür lag in Hitlers Fehlsichtigkeit. Das Dokument trägt die Unterschriften von Adolf Hitler und Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop für das Deutsche Reich sowie von Kurt Schuschnigg und Guido Schmidt für Österreich.

Auswirkungen in Salzburg

Am 17. Februar 1938 wurden die ca. 150 politische Häftlinge (meist Nationalsozialisten) in Salzburg freigelassen bzw. ihr Verfahren eingestellt. Im März trat der Sicherheitsdirektor Oberst Ludwig von Bechinie-Lazan zurück, da durch das Berchtesgadener Abkommen seine Aufgabe obsolet geworden war. Am 3. März lobte der Hirtenbrief des Superintendanten der evangelischen Diözese für Oberösterreich und Salzburg, Dr. Hans Eder, das Berchtesgadener Abkommen.

Quellen

→ Zitat: AdR, BKA/AA, Staatsurkunden, Deutsches Reich 1938 Februar 12
→ Beitrag erstellt von Dieter Lautner