Diskussion:Bürgerinitiative proBürgerau

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Nachdenklich

Ohne nun die Örtlichkeit persönlich zu kennen: Es fällt auf, dass im Land Salzburg immer wieder für einmalige Großveranstaltungen Opferbereitschaft der unmittelbar Betroffenen im Sinne des gemeinschaftlichen Wohls (auch Umwegrentabilität oder Nachhaltigkeit genannt) eingefordert wird. Umweltbedenken, wie z. B. beim Tauernmoos-Lift, der noch dazu in der Kernzone des Nationalparks Hohe Tauern liegt, werden mit der Rute im Fenster, es seien Arbeitsplätze in Gefahr, zerstreut, um nicht zu sagen, auf abenteuerlichen Wegen umgangen. Nun werden natürlich Befürworter solcher Projekte und Veranstaltungen Argumente anführen, dass dieses und jenes unumgänglich notwendig sei.

Doch möchte ich an die Rad-WM 2006 erinnern, die uns u. a. Bürgermeister Heinz Schaden schmackhaft gemacht hatte, in dem er auf die Nachnutzung der WM-Strecken hinwies und dass Salzburg ein Mekka der Radsportler werde. Was folgte, waren internationale Doping-Skandale, die Salzburg und seine WM-Strecken ganz schnell in Vergessenheit geraten ließen. Ich erinnern mich auch noch an Zeitungsberichten im Jahr nach der WM, in denen die wenigen Radclubs, die überhaupt nach Salzburg kommen wollten, darüber klagten, dass die Gemeinden entlang der WM-Strecken wenig bis kein Interesse an Teilsperrungen usw. zeigten, damit diese Clubs ihre Clubrennen austragen könnten.

Und hier gäbe es noch andere Beispiele, die meine Bedenken hinsichtlich der Zerstörung, zumindest (einschneidenen) Änderungen in, wie der Organisator der Mountainbike-WM 2012 ja selbst zugibt, sensiblen Gebieten unterstreichen könnten. Ich verstehe natürlich, dass lokale Politiker und Unternehmer ein Geschäft (wenn auch oft nur für wenige Tage) in solchen Veranstaltungen sehen, was ja grundsätzlich auch zutrifft. Aber ich meine, sie lassen sich viel zu sehr blenden, wenn es um Nachhaltigkeit geht. In der heutigen Zeit, die schnelllebig ist, in der man von Informationen und Veranstaltungen (Beispiel: Weihnachts- und Adventmärkte: 2010 gab es mehr als 4.000 davon in Österreich!) überhäuft wird, bleiben diese (Groß)Veranstaltungen zunehmend unbemerkt bzw. geraten schnell in Vergessenheit.

Auch ich bin kein Gegner von (Groß)Veranstaltungen, aber meine Meinung geht dahin, dass eine Vielzahl kleinerer, auch zeitlich gestreuter Aktivitäten, nicht nur kosten- sondern auch Resourcenschonender wären, und sicherlich auch nachhaltiger meint Peter 11:21, 21. Jan. 2011 (CET)

PS: Wer von uns war in den letzten vier Jahren in Turin? Warum? Weil dort 2006 die bis dahin teuerste Olympiade aller Zeiten stattgefunden hat. Ja, ja, diese Nachthaltigkeit!