Tauernmoosbahn

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Die Tauernmoosbahn (auch Tauernmoos-Lift bezeichnet) befindet sich in den Hohen Tauern im Stubachtal und gehört zum Skigebiet der Weißsee Gletscherwelt bei Uttendorf im Salzburger Land.

Geschichte

Für die Beschneiung und der neuen Doppelsesselliftanlage beim Berghotel Rudolfshütte wollte der Zeller Hotelier und Hauptgesellschafter der Weißsee Gletscherwelt, Dr. Wilfried Holleis, am Weißsee etwa 2,5 Millionen Euro investieren. Im Vorfeld der Errichtung der Liftanlage wurde festgestellt, dass die Lifttrasse über eines der letzten Brutgebiete in Europa des Rotsternigen Blaukehlchens führen wird. Sowohl die Naturschutzbehörde als auch der Landesumweltanwalt hatten im Gegensatz zur Landespolitik massive Einwände gegen den geplanten Bau der Tauernmoosbahn. Diesen Meinungen hielt Holleis entgegen: Zitat[1] "Den Vogel gibt es dort nur im Sommer, im Winter ist er in Afrika. Dann machen wir eben keinen Sommerbetrieb, dann ist der Lift stillgelegt und der Vogel kann dort leben. Und im Winter betreiben wir den Lift. Das wäre doch eine Lösung zwischen Ökologie und Ökonomie, mit der man Leben könnte."

Die Landespolitik erteilte nach zähem Ringen und mehrmaligen Neuplanungen der Trasse zum Schutz des Brutgebietes 2010 grünes Licht zur Errichtung der Bahn. Die Landesumweltanwaltschaft legte Berufung gegen die Genehmigung des Landes zum Bau der Bahn ein. Ende August 2010 lehnte der Verwaltungsgerichtshof jedoch den Antrag der Landesumweltanwaltschaft auf aufschiebende Wirkung ab. Es wurde festgestellt, dass durch den Liftbau keine nachhaltigen Schäden an der Natur zu erwarten sind, zudem liegt ein hohes öffentliches Interesse an der Liftanlage vor. Insgesamt wurde die Lifttrasse viermal angepasst, sodass schließlich das Brutgebiet des Rotsternigen Blaukehlchens vollständig ausgespart werden konnte. Des Weiteren zeigen Untersuchungen, dass die Vögel in jedem Tauerntal vorkommen können.

Das Projekt in unmittelbarer Nähe des Nationalparks Hohe Tauern ist laut den Betreibern für eine wirtschaftliche Führung des Skigebiets notwendig. Ohne Tauernmoosbahn sah Hotelier Holleis die Schließung des Hotels und den gänzlichen Rückzug aus diesem Gebiet 2013 als letzte Option.[2] Anfang Dezember 2010 wurde, gegen den Willen der Naturschützer, von Bund und Land die Konzession zur Errichtung dieses Doppelsessellifts erteilt[3].

Der Liftbetrieb ist jeweils für die Wintersaison genehmigt. Es wird nur mit Naturschnee gearbeitet und es wurden keine Geländeveränderungen vorgenommen.

Die Tauernmoosbahn verbessert das Angebot an Aufstiegshilfen in der Weißsee Gletscherwelt entscheidend.

Kommentare von Politiker

"Der Naturschutz ist wichtig, keine Frage, aber dass sich dieses Theater um einen 800 Meter langen Lift so lange zieht, verstehe ich auch nicht" meinte Landeshauptmann-Stellvertreter und Tourismusreferent Dr. Wilfried Haslauer anlässlich eines Treffens Ende Februar 2012 im Berghotel Rudolfshütte - sechs Jahre hatte es gedauert, bis der Lift genehmigt war. Und weiter meinte Dr. Haslauer "Man muss sich die Verfahrensgesetze überlegen, denn die Politik, die Regierung muss den Führungsanspruch haben [!]". Landeshauptfrau Gabi Burgstaller: "Wir müssen zum einen gesetzlich einige Klarstellungen treffen und zum anderen uns zu Beginn eines Verfahrens zusammensetzen, um zu beraten, wie manchen wir es möglich - und nicht: welche Hürden werden aufstellt." Mit Hürde meinte die Landeshauptfrau das Rotsternigen Blaukehlchen und dessen Schutzwürdigkeit. Burgstaller: "Ich habe mich geärgert über nicht korrekte Bilder".

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Quelle oesterreich.orf.at 302270 (erste Quellenangabe)
  2. Salzburger Nachrichten, 16. Oktober 2009
  3. Quelle Kronenzeitung Salzburg Krone, 22. Dezember 2010, Seite 21