Furkel

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Furkeln sind die Zierbuschen, die die Rinder beim festlichen Almabtrieb zwischen den Hörnern tragen.

Almwirtschaft

Ein Almsommer ist lang und es kann im Zuge der Almwirtschaft vieles passieren. Höhenlage, Steillagen und Witterung stellen eine latente Bedrohung für Mensch und Tier dar. Stürze, Abstürze, Blitzschläge und schlechte Witterung können zu Verletzungen, tödlichen Unfällen oder zu schwerer Erkrankung führen. Unzeitgemäße Wintereinbrüche machten und machen gelegentlich auch einen verfrühten Almabtrieb notwendig.

Wenn daher der Almsommer ohne derartige Zwischenfälle verlaufen ist, erfolgte aus Dankbarkeit und Freude auf vielen Almen der Almabtrieb mit festlich geschmückten Tieren.

Festlicher Almabtrieb

Für den Schmuck der Tiere wird tagelang gearbeitet. Zarte Fichtenäste werden halbkreisförmig aufgebogen und in den Stamm gesteckt, „mit farbigen Hobelscharten-Sternen und einer bunten „Fieder“ am Spitz verziert.“ Bunte Furkeln erhält man durch das Umwickeln des Stammes und der Äste mit farbigem Seidenpapier. Almleute und Mitglieder der Bauernfamilie treiben die Tiere schließlich von der Alm zum Bauernhof.

Gegenwart

Die Almwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten wesentlich gewandelt. Vieles hat sich verbessert und vereinfacht. Die meisten Almen sind verkehrsmäßig erschlossen, auf manchen Almen wird nur mehr Jungvieh aufgetrieben, andere werden nicht mehr befahren. Für die Bewirtschaftung von Almen werden Förderungen bezahlt und Pinzgauer Rind, Noriker Pferd, Hausschaf, Hausziege und Hausschwein werden in der Regel im Anhänger auf die Alm und retour transportiert. Es finden aber auch zu geplanten Terminen festliche Almabtriebe statt, die in Jahresprogrammen als Event vorangekündigt und von zahlreichen Schaulustigen besucht werden.

Einst Selbstverständliches, wie der Brauch, dass die Rinder ausschließlich dann festlich geschmückt von der Alm abgetrieben werden, wenn die Almleute „reimig“ waren, das heißt Glück hatten und über den Almsommer weder Mensch noch Tier zu Schaden gekommen ist, steht heute genauso in Frage wie die Hörner der Rinder, zwischen denen einst die „Furkeln“ befestigt wurden.

Quellen

  • Richard Treuer, Bergheimat Pinzgau, S. 130, Verlag der Salzburger Druckerei, Salzburg 1977