Günther Mayrhofer

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Günther Mayrhofer

Günther Mayrhofer (* 17. November 1949 in Salzburg) ist Comiczeichner und Leiter des Tierheims Salzburg.

Vorgestellt

"Und haben Sie keine Angst vor dem Tod." Mit diesen aufmunternden Worten endet das Gespräch mit Günther Mayrhofer, seit 1991 Präsident des Salzburger Tierschutzvereins und Leiter des Tierheims in Salzburg. Kaugummikauend und mit leicht süffisantem Grinsen auf den Lippen schiebt er hinterher: "Glauben Sie mir, das brauchen Sie nicht."

Mayrhofer ist nicht nur Salzburgs Tierschützer Nummer eins, er ist auch ein Mensch, der sich viele Gedanken macht. Über den Tod, die Wahl des Lebenspartners, den Fischbestand in Salzburgs Bächen oder über lebenslustige Forellen.

Die Wahl des Lebenspartners sieht der gebürtige Salzburger eher unromantisch: "In der Phase der Verliebtheit sieht man seinen Partner durch die rosarote Brille. Keiner überlegt, auf wen er sich einlässt, wie der aufgewachsen ist, was er vom Leben will. Mit der Folge, dass man 30 Jahre später mit einem Menschen dasteht, mit dem man nichts anfangen kann, weil er sich anders entwickelt hat als man selbst."

Das könnte ein Grund sein, warum Mayrhofer nie verheiratet war. Auch nicht mit der Mutter seiner Tochter Antonia (* 1998). "Ich bin kein Einzelgänger. Mir wird allein aber auch nicht fad. Außerdem gibt es jemanden fürs Herz", fügt Mayrhofer hinzu und zieht an seiner selbst gestopften Zigarette.

Zu den Fischen: "Ich habe als Kind mit der Hand gefischt. Die Fische aber wieder freigelassen", erzählt er und ärgert sich im nächsten Moment darüber, dass es in Salzburgs Bächen nur noch wenige Fische gibt. Inzwischen fischt er nicht mehr. Grund dafür ist eine Beobachtung, die er vor Jahren frühmorgens an einem Bach machte. "Eine Forelle ist aus dem Wasser in die Luft gehechtet. Als sie wieder ins Wasser eingetaucht ist, hat sie nach Luftblasen gejagt, die sie selbst erzeugt hat. In diesem Moment konnte ich die Lebenslust dieser Forelle sehen." Seither macht ihm das Fischen keinen Spaß mehr. "Den Stress, den der Fisch dabei hat, ist die Freude nicht wert."

Lieber verbringt Mayrhofer seine Zeit in der Salzburger Natur. "Wenn man sich für ein paar Minuten ruhig in eine Wiese setzt, dann sieht man erst, was um einen alles kriecht und fleucht. Unglaublich viel Leben ist das." Und das setzt der Tierfreund mit seinem gleich. "Ich bin einer, der einen Regenwurm, der in der prallen Sonne liegt, aufhebt und ins Gras trägt."

Man könnte meinen, dass ein so großer Tierfreund dem Fleischgenuss längst abgeschworen hat. "Ich bin fast Vegetarier", sagt Mayrhofer dazu. "Aber ich mache keine Wissenschaft daraus, esse nur selten Fleisch."

Zurück zum Tod: Die Angst davor hat der gebürtige Salzburger abgelegt. "Obwohl ich sie in meinem Alter bekommen könnte." Sein Ansatz: "Wir sind Teil der Schöpfung, der Natur. Im Schoß dieser Schöpfung sterben jede Sekunde Tausende Gelsen, Ameisen und Menschen, durch Zufall, durch ein Unglück, einfach nur so. So ist der Kreislauf und das ist in Ordnung. Ich empfinde bei dem Gedanken Wärme und Ruhe." Wie stellt er sich den Tod vor? "Jeden Abend, wenn wir einschlafen, ist das wie Sterben", glaubt er und steckt sich eine Zigarette an.

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